Zur Entwicklung der medizinischen Spezialisierung im Frankreich des 19. Jahrhunderts
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
03.11.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
29 (Printausgabe)
Dateigröße
584 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638229807
Bereits ein oberflächlicher Blick auf die derzeit existierenden Spezialfächer zeigt, dass keine logische Konstruktion, sondern eine historisch gewachsene Aufteilung vorliegt. Manche Fächer, wie zum Beispiel die Augenheilkunde oder die Dermatologie, beschäftigen sich mit den Erkrankungen bestimmter Organe, andere, wie Geriatrie oder Kinderheilkunde, mit bestimmten Gruppen von Personen. Wieder andere sind durch bestimmte technische Verfahren charakterisiert (z. B. die Radiologie); auch eine Spezialisierung nach bestimmten Krankheiten kommt vor (z. B. Venerologie).
Am Beispiel Frankreichs werden in dieser Arbeit einige Faktoren aufgezeigt, die die Entwicklung der modernen medizinischen Spezialisierung, die sich im wesentlichen im 19. Jahrhundert abspielte, beeinflusst haben. Gerade Frankreich ist für eine solche Darstellung gut geeignet, da sich die meisten Historiker darüber einig sind, dass die moderne Form der Spezialisierung ihren Ursprung in Paris zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat. Von hier aus ging die Entwicklung dann auf Wien über.
In der Literatur werden sehr verschiedene Ansätze verfolgt, um die Entwicklung der modernen Spezialfächer in Frankreich zu erklären. Dabei zeigt sich eine gewisse Tendenz der Medizinhistoriker, die Entdeckungen und Erfindungen der Medizin sowie die gedankliche Grundlage des sogenannten "Lokalismus" überzubetonen. Unter "Lokalismus" wird die Tatsache verstanden, dass sich die Medizin in der in Frage stehenden Zeit auf lokale Veränderungen in bestimmten Organen als Krankheitsursache zu konzentrieren begann. Historiker bevorzugen hingegen sozial- oder strukturgeschichtliche Ansätze. Als Ursachen der medizinischen Spezialisierung werden von letzteren etwa Arbeitsmarkt- und Wettbewerbsbedingungen genannt, das Abschieben medizinisch uninteressanter PatientInnen in Spezialkrankenhäuser oder die Arbeitsweise der französischen Bürokratie.
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