Paul Cézanne - Zeit und Zeitgeschehen in "La femme à la cafetière"
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Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Erscheinungsdatum
25.05.2002
Verlag
GRINSeitenzahl
25 (Printausgabe)
Dateigröße
1050 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638127790
Vor einer kassettierten Flügeltür erhebt sich der massive Körper einer sitzenden Frau in einem blauen Kleid. Das Haar streng zurückgekämmt und offensichtlich zu einem Knoten zusammengefasstund die großen Hände in den Schoß gelegt, sitzt sie dem Betrachter gegenüber, jedoch ohne den Blickkontakt zu ihm zu suchen. Zu ihrer Linken befindet sich am rechten Bildrand das angeschnittene Motiv eines Tisches, dessen rotes Tuch zusammen mit dem Blau des Kleides die ansonsten recht neutral gehaltene Farbgebung dieses Bildes durchbricht. Auf dem Tisch stehen eine Kaffeetasse mit einem senkrecht aufgerichteten Löffel und eine zylindrische Kaffeekanne. Sowohl die Tasse als auch die Kanne heben sich mit ihrer weiß-silbrigen Farbgebung prägnant von dem roten Tischtuch ab. Am linken Bildrand sieht man das Fragment einer geblümten Tapete, deren weiß-rosé gehaltene Blumenornamentik das helle Kolorit des Kaffeegeschirrs wiederholt.
Auffällig an der Bildkomposition ist der angeschnittene bzw. kaum akzentuierte Vordergrund. Die untere Begrenzung des Bildraumes befindet sich in Kniehöhe der Frau; der Blick des Betrachters wird somit sofort in die Bildmitte gelenkt, wo er auf die im Schoß ruhenden Hände der abgebildeten Frau trifft, bei der es sich um Cézannes Haushälterin handelt.
Dass das Motiv wahrscheinlich eine nachmittägliche Kaffeepause und nicht um den Morgenkaffee meint, leitet sich zum einen aus den fehlenden Esswaren ab, zum anderen aus der Lichtführung: Da sowohl die Landarbeit als auch eine hauswirtschaftliche Tätigkeit in der Regel körperlich anstrengende Betätigungen sind, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass derartige Arbeiten nicht ohne ein Frühstück begonnen werden. Doch die nötigen Zutaten hierfür sind nicht abgebildet. Die Arbeit auf dem Lande beginnt gewohnheitsmäßig sehr früh am Morgen, das heißt zu Zeiten, an denen man ohne Kunstlicht noch nicht auskommt. Kunstlicht, insbesondere das zu Cézannes Zeit benutzte Kerzenlicht, ist meist gelbstichig, was von seiner niedrigen Lux-Zahl zeugt. Doch das Licht, das offensichtlich von einem Fenster auf der linken Seite kommt und sich in der Kaffeekanne spiegelt, ist helles Tageslicht.
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