Das Interview als soziale Beziehung
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Sprache:Deutsch
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
16.09.2005
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
156 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638418676
Das Interview ist die häufigste angewandte Methode zur Gewinnung von
Informationen. Dies ist jedoch schon der kleinste gemeinsame Nenner, den
alle Sozialwissenschaftler vertreten. Aus den Überlegungen über das "richtige"
Interview hat sich eine Vielzahl von Darstellungen, Techniken und Stilen des
Interviews herausgebildet. Grund dieser Diversifikationen ist - auch indirekt -
der Umgang mit dem Problem des Interviews als sozialer Beziehung.
Wie jede Art der Kommunikation birgt auch das Interview einige
Fehlerquellen, so daß der Forscher nicht zu der Information kommen könnte,
die er eigentlich haben möchte. Zwar ähnelt die Interviewsituation einem
Alltagsgespräch, bleibt aber nie frei von einer gewissen Künstlichkeit. Diese
ist gekennzeichnet durch: 1.Frager und Befragter sind sich einander fremd, 2.
es handelt sich um eine asymmetrische, dyadische Beziehung und 3.
Äußerungen des Befragten bleiben folgenlos, was dem Befragten aber nicht
bewußt sein muss.
zu 1: Trotz der Fremdheit übernehmen beide Personen Rollen, wobei für den
Interviewer Rollenvorschriften existieren, die sich z.B. an der Vorgabe
orientieren, ob das Interview weich, neutral oder hart durchgeführt werden soll.
Für den Befragten gelten diese Rollenvorschriften so nicht, er muss aus seiner
Erfahrung eine ähnliche Situation abrufen. Dem Befragten wird lediglich
unterstellt, daß er seine Informationen für mitteilenswert hält.
zu 2: Die Asymmetrie besteht darin, daß alle Aktivitäten vom Interviewer
ausgehen. Der Befragte ist passiv und "nur" Datenträger; er trägt die
Merkmale, die den Forscher interessieren und die der Interviewer abfragen soll.
zu 3: Äußerungen in der Öffentlichkeit oder auch im Privatleben können für
das einzelne Individuum Folgen haben (Ehepartner, Freunde, Arbeitgeber,
Polizei etc.), im Interview hingegen bleiben Äußerungen folgenlos. Trotz Zusicherung von Anonymität kann dies bei Fragestellungen mit schwierigem
Inhalt zu nicht gewünschten Äußerungen, sprich Artefakten kommen.
[...]
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