Autobiographisches Schreiben in der deutschen Literatur nach 1945. P. Weiss, S. Hermlin, C. Kracht und B. von Stuckrad-Barre Zur Gesellschaftskritik in autobiographischen Texten
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Produktdetails
Format
ePUB
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Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
01.04.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
111 (Printausgabe)
Dateigröße
359 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638264969
niederschreiben, um die Welt zu verbessern. Jedoch scheint es unbestritten, dass in
autobiographischem Stil vorgetragene, in autobiographische Erzählungen gekleidete historische Kritik an der Welt objektiv anders wahrgenommen wird. Ob diese Kritik
durch autobiographisches Schreiben allerdings in ihrer Beachtung und Wirkung in der
Literatur verstärkt wird, wie im musikmedialen Bereich beispielhaft festgestellt, soll in
dieser Arbeit untersucht werden.
Unterstützt autobiographisches Schreiben die Intention einer Gesellschaftskritik? Diese
Frage nach dem Zusammenhang von autobiographischem Schreiben und Gesellschaftskritik
soll zur Leitfrage einer Analyse einiger literarischer Texte und zum Leitfaden
dieser Arbeit werden. Die literarische Analyse beschränkt sich auf deutschsprachige
Texte nach 1945. Aus dieser Zeit stehen zahlreiche Autobiographien und autobiographisch
geprägte Texte zur Verfügung.
Bei der Textauswahl habe ich allerdings nicht auf von den Autoren als Autobiographien
gekennzeichnete Texte zurückgegriffen, sondern Texte ausgewählt, in denen die Autoren
eine möglicherweise autobiographisch angelegte Figur beschreiben, die in der Welt
mit der eigenen Identität ringt und dadurch Kritik am Lebensumfeld und an der Gesellschaft
übt. Ich erachte diese Perspektive als wirkungsvoller für die Analyse, da der Leser,
an den die Kritik gerichtet wird, nicht von vornherein durch die Nachzeichnung
eines gelebten Daseins und den Stempel 'Autobiographie - alles echt' an der möglicherweise
nicht auf den ersten Blick erkennbaren Kritik vorbei gestoßen wird, sondern
sich mit der Figur auseinandersetzen und Teil der Kritik oder des Kritisierten werden
muss.
Für die Untersuchung eines Zusammenhanges von autobiographischem Moment und
Gesellschaftskritik wurden die Autoren Peter Weiss, Stephan Hermlin, Christian Kracht
und Benjamin von Stuckrad-Barre ausgewählt. Weiss gilt in der Forschung als Ausgangspunkt
eines neuen autobiographischen Erzählens4, seine ersten Werke Abschied
von den Eltern und Fluchtpunkt setzen sich sehr stark mit Weiss' Leben auseinander.
Zur besseren Übersicht wird nur das erste, Abschied von den Eltern, untersucht. Stephan
Hermlin ist deshalb für diese Untersuchung interessant, da sein Abendlicht eine seiner
letzten Veröffentlichungen darstellt. [...]
4 Vgl. dazu die Peter Weiss-Forschung in dieser Arbeit.
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