Die Transformation des Schulsystems in der SBZ / DDR während der Nachkriegszeit: Erziehung als Staatsangelegenheit
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
04.09.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
64 (Printausgabe)
Dateigröße
248 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638216500
mussten sich die Bürger der neuen Bundesländer einem Neuanfang stellen. Ihre Situation war
vergleichbar mit der Nachkriegszeit in ganz Deutschland: neue Lebensperspektiven, aber auch
eine ungewisse Zukunft! Auch das Schulsystem in den neuen Bundesländern musste eine
Transformation durchleben, die an die Umwälzungen in der SBZ und DDR während der
Nachkriegszeit erinnert. Das Thema "Bildungspolitik in der DDR" ist mit der Wende zwar in
sich abgeschlossen, aber die Folgen sind bis heute zugegen. Jeder DDR-Bürger wurde durch
die Schule stärker geprägt, als man es sich vielleicht im Westen vorstellen kann. Wenn man
darüber nachdenkt, warum "Ossis und Wessis" den jeweils anderen selbst nach über zwölf
Jahren der Wiedervereinigung teilweise noch als fremdartig und seltsam erleben, sollte man
auch bedenken, dass beide Seiten eine sehr unterschiedliche Schullaufbahn hinter sich haben.
Da die Jahre als Kind und Jugendlicher einen Menschen besonders stark und nachhaltig
prägen, ist es wichtig, dem Schulsystem der ehemaligen DDR besondere Aufmerksamkeit zu
schenken, wenn man als Westdeutscher die ostdeutsche Mentalität und Lebenseinstellung
verstehen will.
Neben der wirtschaftlichen Produktion war das Bildungs- und Erziehungssystem mit
dem Zweck, das Denkens jedes Einzelnen zu beeinflussen, das zweite große Hauptaktionsfeld
in der Transformationspolitik der SBZ/DDR. Das Bildungssystem der DDR erstreckt sich von
der Vorschulerziehung bis zu den Hochschulen und zur Erwachsenenqualifizierung. Im
Folgenden werde ich mich auf die Entwicklungen der allgemeinbildenden Schulen in der
SBZ/DDR während der Nachkriegszeit konzentrieren. Für die Neuordnung des Schulsystems
siedle ich die Nachkriegszeit in dem Zeitraum von 1945 bis 1961/62 an, also vom Kriegsende
bis zum Mauerbau, da es in dieser Zeitspanne des Wiederaufbaus völlig neu etabliert wurde.
Dieser Abschnitt zeichnet sich durch zahlreiche Entwicklungen und Experimente aus, die ein
völlig neues Staatssystem etablieren sollten.
Der Zeitabschnitt von 1945 bis 1949 kann als Phase der Weichenstellung betrachtet
werden. Um die unterschiedlichen Entwicklungen in der Bildungspolitik in Ost und West zu
begreifen, ist es erforderlich, sich zunächst mit den Vorgehensweisen der vier
Besatzungsmächte zu beschäftigen. [...]
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