Das Dreischrittmodell Erwin Panofskys im Kontext der gegenwärtigen Philosophie des Bildes
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
06.04.2009
Verlag
GRINSeitenzahl
24 (Printausgabe)
Dateigröße
359 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640300594
Bildbeschreibung ist keine natürlich gegebene Fähigkeit, sondern ein komplexer
Prozess, der bis zur Kunstfertigkeit gesteigert werden kann. Dabei ist die Bildbe
schreibung kein Selbstzweck, sondern ein Schritt auf dem Weg zur Bildinterpretation.
Der Kunsthistoriker und Begründer der Ikonologie, Erwin Panofsky (1892-1968),
widmete bereits 1932 einen vielbeachteten und noch immer aktuellen Aufsatz dem
»Problem der Beschreibung und Inhaltsdeutung von Werken der bildenden
Kunst«" (Müller, 2003: S. 33)
Folgt man der Auffassung Marion Müllers1 und sieht in der Bildbeschreibung einen komplexen
Prozess, gar eine Kunstfertigkeit, so wird deutlich, warum es im Kontext der Bildforschung
und Kunstgeschichte einen methodologisch intendierten Diskurs gibt. Nimmt man
sich dieser Logik an (vgl. Zitat Müller) und geht davon aus, dass nicht nur das Bild selbst in
einem künstlerischen Prozess geschaffen wurde, sondern auch die Interpretation des selbigen
einem ähnlichen künstlerischen Schaffensprozess unterliegt, bleibt zu konstatieren, dass die
"Richtigkeit" der Bildinterpretation sehr diskussionswürdig ist.
Denn Kunstprodukte zeigen sich seit je her als höchst streitbare Objekte, ähnliches gilt folglich
für die Sphäre der Interpretation von Kunst, wenn man sie selbst zu einer Form der Kunst
erhebt.
Diese Annahme wird eindrucksvoll durch die Fülle an themenbezogener Literatur bestätigt,
die sich verschiedenster philosophischer Ansätze bedient und auch eigene wissenschaftliche
Lager bildet. Der Kunsthistoriker Lambert Wiesing schreibt hierzu:
"Über das genus proximum des Bildes gehen die Meinungen in der gegenwärtigen
Philosophie des Bildes deutlich auseinander. Zumindest lassen sich als etablierte
Richtungen ein anthropologischer, semiotischer und wahrnehmungstheoretischer
Ansatz innerhalb der Bildphilosophie differenzieren." (Wiesing, 2005: S. 17)
So findet teilweise unabhängig vom eigentlichen Objektbezug, eine reine Auseinandersetzung
mit der Methode der Bildbetrachtung statt. Wissenschaftler wie Edmund Husserl, Jean-Paul
Sartre, Maurice Merleau Ponty, Vilém Flusser, Aby Warburg, Max Imdahl oder auch Erwin
Panofsky2 seien hier genannt. Eben all jene, die sich theoretisch und wissenschaftlich mit dem
Gegenstand des Bildes und dessen Perzeption beschäftigt haben.
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