Soziale Differenzierung und Individuation in den Gesellschaftstheorien Georg Simmels und Niklas Luhmanns
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
28.07.2007
Verlag
GRINSeitenzahl
77 (Printausgabe)
Dateigröße
534 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638799973
Dabei bestimmt nicht mehr der Fortschrittsglauben, sondern Differenzierung als Strukturmerkmal und Resultat sozialer Entwicklung die Sicht der Geschichte und Gegenwart.
Die besondere Leistung Georg Simmels besteht darin, dass er die moderne Individualität gesellschaftstheoretisch herleitet und damit wohl der einzige 'Gründungsvater' der modernen Soziologie ist, bei dem das Individualitätsproblem in zunehmend komplexer werdender Gesellschaft in Mittelpunkt des soziologischen Interesses steht.
Die relativistische Sichtweise teilt Luhmann mit Simmel, und noch radikaler stehen die Begriffe 'Differenz' und 'Differenzierung' in mehrfacher Hinsicht im Zentrum des Luhmannschen Theorieunternehmens. Für ihn hängt das Komplexitätsniveau, das eine Gesellschaft erreichen kann, ab von der Form seiner Differenzierung. Die Arbeit zeichnet weiterhin nach, dass in Luhmanns historisch-semantischer Analyse der Individuation schnittpunktartig die wesentlichen Stränge seiner Theorie zusammen laufen. Systemtheoretisch fasst er Individuen nicht als Teile der Gesellschaft auf, sondern verortet sie in der Umwelt des sozialen Systems. Historisch-differenzierungstheoretisch versteht er die moderne Auffassung von Individualität als Korrelat evolutionärer gesellschaftsstruktureller Veränderungen und bewertet daher philosophisch-individualistische Selbststeigerungs- und Selbstbestimmungsthesen als Begleitsemantik des ohnehin stattfindenden gesellschaftlichen Wandels.
Die Schriften Georg Simmels bilden einen geeigneten 'Abstützungspunkt' außerhalb des spezifisch Luhmannschen Theorie- und Begriffssystems. Von ihnen ausgehend ist zu beurteilen, wie weit einerseits die Erkenntniskapazität der in der Sprache von 'Individuum und Gesellschaft' geschriebenen Soziologie Simmels reicht und in welchem Umfang andererseits durch Luhmanns weitreichende Abstraktionen traditionelles Theoriegut der Soziologie übernommen, reformuliert oder aufgegeben werden muss und was dabei eventuell verloren geht.
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