Der Einfluss von Österreich in der Welthandelsorganisation seit dem Beitritt zur Europäischen Union: Eine Fallstudie
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
21.02.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
111 (Printausgabe)
Dateigröße
1230 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640838790
Im GATT überwogen für Österreich die direkten Einflusskomponenten. Ein Beispiel dazu ist die Agenda-Bestimmungsmacht. Mit einem Vorstoss konnte Österreich ein-mal die Terminologie des Vertragswerks in seinem Interesse anpassen. Unter dem Strich kam Österreich aber nicht über das Dasein eines Nischenspielers hinaus. Die fehlende Vernetzung sowie das Informationsdefizit sind nur zwei Gründe dafür.
Als Österreich der EU beitrat, verbesserten sich die indirekten Einflusskomponenten, während die direkten an Gewicht verloren. Die relevanten, indirekten Komponenten sind die signifikant gesteigerte, indirekte Marktgrösse aufgrund der Zollunion sowie die neue kollektive Verhandlungsführung. Die Heterogenität der EU führt erstens dazu, dass Österreich rascher und einfacher, formell wie auch informell, Koalitionen bilden kann. Dies zeigt der "Chlorhühnerfall" trefflich. Zweitens, bei Themen, welche speziell in Österreich von hoher Bedeutung sind, jedoch auch von generellem europäischem Interesse, kann es seine Position effizienter durchsetzen. Drittens offeriert die EU ihren Mitgliedern verschiedene Instrumente, um als Koalitionspartner in der WTO an Einfluss zu gewinnen. Diese Instrumente sind inter alia die Koordinationsmechanismen innerhalb der europäischen Wirtschaftsdachverbände oder die Inte-ressensdurchsetzungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Marktzugangsstra-tegie. Hinzu kommt, dass Österreich weniger anfällig ist, handelspolitisch von ande-ren EU oder WTO Staaten unter Druck gesetzt zu werden. Im Falle eines Handels-konflikts hat es nun Zugang zu den Ressourcen der EU (dafür designierte Komitees, Informationen, Retorsionsmöglichkeiten) und kann ihn dadurch rascher mitigieren.
Mit dem Impetus der EU und den damit verbunden verbesserten, indirekten Kompo-nenten, kann Österreich seine Interessenswahrnehmung in der internationalen Handelspolitik steigern. Insgesamt gewinnt es in der WTO an Einfluss.
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