Sexualität und Jungfräulichkeit in der Legende "Von der heiligen Margareta" Tabus in der Literatur des Mittelalters
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
30.06.2009
Verlag
GRINSeitenzahl
14 (Printausgabe)
Dateigröße
309 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640362004
Das Festhalten am Glauben gegen jegliche Anfeindung, trotz der den Leib marternden heidnischen Ungläubigen oder andere Christen, die Hingabe an Gott bis zur Aufgabe der eigenen irdischen Existenz in Erwartung des Heils durch Gott sind Charakteristika von christlichen Märtyrern wie sie in den mittelalterlichen Heiligenlegenden dargestellt sind. Nicht immer nimmt das Martyrium ein den Leib zerfleischendes Ausmaß an, nicht jede Märtyrergestalt stirbt tausend Tode bevor die Erlösung, die Heiligung durch Gott erfolgt. "Seit alters her boten asketische Praktiken eine alternative Möglichkeit." In deren Rahmen kann "Jungfräulichkeit als Ersatzmartyrium" fungieren. An der Figur der heiligen Margareta , die sich der von den Eltern verfügten Eheschließung entzieht und unter Namen und Maskerade eines Mannes in ein Kloster eintritt, wird eine solche Art des Martyriums, in Form von selbstgewählter Enthaltsamkeit zusätzlich einer von außen aufgezwungenen Askese, vorgeführt. Margareta, die sich Pelagius nennt, wird von den Klosterbrüdern für würdig befunden, dem anliegenden Frauenkloster vorzustehen. Nach einer Zeit frommen Lebens und Lehrens wird sie unter der Anschuldigung eine Frau geschwängert zu haben, zur Buße in einen Kerker geworfen, wo sie, ihre Identität als Frau verbergend, im Tod die Erlösung durch Gott findet.
Ingrid Kasten bezeichnet "die Unterscheidung in einen reproduktiven 'weiblichen' und einen nicht 'reproduktiven' männlichen Körper" als für die Gattung der Legende konstitutiv. Daher richte sich das Virginitätsideal, wie es auch von Margarete/Pelagius verkörpert wird, in erster Linie an den weiblichen, durch die Fähigkeit zur Reproduktion markierten Leib, der sich durch Jungfräulichkeit eben dieser entzieht. "Paradox" wirke daher vor diesem Hintergrund "Virginität (...) als Lebensentwurf für Männer, die sich zwecks Heiligung der - sexuelle Enthaltsamkeit einschließenden - Askese verschrieben haben" . Männliche Virginität sei gleichsam stets eingebunden in die Abwehr und Kontrolle des Weiblichen als dem Reproduktiven und in "die Vergewisserung männlicher Omnipotenz" . ........
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