Die feindlichen Brüder im Kampf gegen die Autorität des Vaters - zwei für den Sturm und Drang typische Motive am Beispiel von Schillers 'Die Räuber'
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
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Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
06.02.2013
Verlag
GRINSeitenzahl
25 (Printausgabe)
Dateigröße
329 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656367727
'deutsche Shakespeare', der in seinen Dramen das Subjekt in tragischer Zerrissenheit mit
Geschichte und Weltpolitik betrachtet. Schiller stammt von einem alteingesessenen,
schwäbischen Bauern- und Bürgertum ab. Geboren ist er in Marbach am Neckar,
aufgewachsen als zweites von insgesamt fünf Kindern mit einer frommen Mutter und
einem soldatisch strengen Vater in Lorch und Ludwigsburg. Sein erster Berufswunsch war
Pfarrer.
Aus dem Erlebnis der Freundschaft und einem "glühenden Freiheitswillen" heraus
entstand das erste Drama: Die Räuber (1781). Das Stück spielt Mitte des 18. Jahrhunderts
und erstreckt sich über einen Zeitraum von ca. anderthalb Jahren. Dem Mannheimer
Theaterdirektor von Dalberg schien der revolutionäre Gehalt des Stücks so gefährlich, so
dass er es in die Zeit um 1495 verlegte und die Schauspieler in Ritterkostümen auftreten
ließ. Das Stück wurde ein großer Erfolg - wegen der großen Gefühle, die hier gezeigt
wurden. Hinderer sieht Schillers Erstlingswerk als Wiederspiegelung der problematischen
Erfahrungen Schillers in der Karlsschulzeit.
Die Räuber gelten als ein Drama des Sturm und Drang, insbesondere wegen der typischen
Motive - feindliche Brüder, Autorität des Vaters - und der wilden, kraftvollen,
pathetischen Sprache. Der Sturm und Drang wird heute als späte Phase der Aufklärung
gesehen, die vom Philosophen Immanuel Kant und dem Dichter Gotthold E. Lessing
entscheidend geprägt wurde: Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, statt sich
auf Autoritäten zu berufen (Kant), und allmähliche Befreiung des Bürgertums vom Adel
(Lessing, z.B. in Emilia Galotti) gelten als großartige Strömungen der Aufklärung. Darauf
baut man im Sturm und Drang auf, verzichtet auf die Überbetonung des Verstands und
fordert die Macht des Gefühls. Dem Verstand (Franz) werden Herz, Gefühl, Ahnung und
Trieb (Karl) gegenübergestellt.
Die tragischen Helden der Epoche müssen feststellen, "dass ihr innerer Drang, die Welt im Sinne größerer Menschlichkeit und
Gerechtigkeit zu verändern, im praktischen Leben scheitern muss." Der Idealist Karl und der Materialist Franz in den Räubern begehren beide gegen die
väterliche Autorität auf, sie streben nach totaler Freiheit und scheitern beide. Die beiden
ungleichen Brüder sollen im Folgenden auf ihre Beziehung mit dem Vater untersucht
werden, da beide durch den Verlust des Vaters (physisch bzw. emotional gesehen) geprägt
werden.
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