Die Rolle des Fürsten im Gefüge der mittelalterlichen Welt bei Thomas von Aquin und ihre Verbindung zur Moderne
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
28.11.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
9 (Printausgabe)
Dateigröße
298 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640222025
(Thomas von Aquin: Über die Herrschaft der Fürsten; Stuttgart 1981, S. 3.) Mit diesen Worten beginnt Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert seinen Fürstenspiegel, den er an den König des Kreuzfahrerstaates Zypern richtet.
Thomas von Aquin, der um das Jahr 1225 in Süditalien geboren wird, ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen des Mittelalters. Sein Werk, das neben den beiden theologischen Hauptschriften "Summa theologiae" und "Summa contra gentiles", vor allem auch Werke über die Schriften des Aristoteles enthält, zählt bis heute zu den
wichtigsten der mittelalterlichen Wissenschaft. Die Scholastik, die Thomas, genau wie sein Lehrer Albertus Magnus, maßgeblich mitprägen sollte, vollzieht durch ihre Methodik und ihre Betonung der Vernunft eine entscheidende Trennung: zum ersten Mal scheidet man systematisch und klar zwischen empirisch-rationaler Wissenschaft und religiösen Überzeugungen. Großen Einfluss auf diese Wissenschaft und ihre Repräsentanten nimmt die Rückkehr der Schriften des Aristoteles in die Lehre des Okzidents. Im Zentrum aller
wissenschaftlichen Analyse steht für Thomas von Aquin die Vernunft, so verfährt er auch in seinen theologischen Betrachtungen getreu der Prinzipien der ratio. Die Theologie wird durch ihn zu einer Wissenschaft. Aquins Gesamtwerk lässt sich laut Ulrich Matz nur als Einheit begreifen, die neben der Theologie auch weltliche Wissenschaften umfasst. "Dabei tritt das theologische Motiv stärker hervor, das Thomas zur wissenschaftlichen, an der aristotelischen
Philosophie orientierten Säkularisierung des Weltlichen führt und diese Säkularisierung zugleich in einer christlichen Synthese bindet." (Ulrich Matz: Nachwort; in: Thomas von Aquin: Über die Herrschaft der Fürsten; Stuttgart 1981, S. 78.) Diese erste Differenzierung des Weltlichen vom Religiösen, ermöglicht es Thomas von Aquin auch in seinen politischen
Analysen eine Trennung von weltlichen Belangen und Aufgaben, von den auf transzendente Ziele hin gerichteten Organen und Zielen, zu vollziehen.
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