Der 'Verein Deutsche Sprache' kritisch betrachtet
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Sprache:Deutsch
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
19.03.2007
Verlag
GRINSeitenzahl
7 (Printausgabe)
Dateigröße
234 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638625937
Aussagen wie diesen ist methodisch fast nicht nachzukommen, da sie nach zuverlässigen Statistiken verlangen, die keiner liefern kann. In einem Artikel in der Muttersprache von 2004 legt Adler eine Studie offen, die schwedische und deutsche Tageszeitungen miteinander vergleicht. Dabei ergeben sich eine etwa gleiche Anzahl von Anglizismen und nur minimale Unterschiede in der Art der Entlehnung. Derartige Untersuchungen können jedoch nicht für Allaussagen missbraucht werden, denn sie unterliegen unterschiedlichen Einschränkungen und Annahmen. Dies betrifft vor allem den Untersuchungsgegenstand, der, um eine Aussage wie in Punkt 1 überhaupt treffen zu können, gerade auch die gesprochene Sprache mit einbeziehen muss. Diese wird aber weder durch Wörterbücher noch durch Zeitungen, Zeitschriften oder andere Schriftstücke vollständig repräsentiert (zur Problematik von Wörterbüchern, die nur Einheiten der langue wiedergeben, siehe Niehr). Das beste Beispiel hierfür ist Frankreich: Obwohl die Wörterbücher keine Anglizismen aufführen und es auch keine englischsprachigen Ausdrücke in den Zeitungen gibt, ist die Realität in der Gemeinsprache eine andere. Die Tatsache, dass Anglizismen in französischen Publikationen bei Geldstrafe verboten sind, bedeutet mitnichten, dass es in Frankreich keine Anglizismen gibt.
Weiterhin sind Statistiken für einige Störfaktoren anfällig, wie etwa die stark differierenden Definitionen von Anglizismen, Fremdwörtern und Lehnwörtern. Unterschiede entstehen vor allem da, wo Wörter bereits mehrere Sprachen durchlaufen oder sich stark verändert haben und somit etymologisch nicht mehr eindeutig klassifizierbar sind. Hinzu kommen die individuelle Auswahl der Kriterien für die Analyse (werden so genannte ,Scheinentlehnungen' auch mitgezählt?) und teilweise fehlende Angaben über die Worthäufigkeit und damit über die Type-Token-Relation. Gravierend scheint auch die Frage nach der Größe von Sprechergemeinschaft und Gesamtwortschatz, ist es doch überaus wichtig, die Anzahl der Fremdwörter damit in Relation zu setzen. 4500 Anglizismen innerhalb der deutschen Sprechergemeinschaft wären beispielsweise relativ weniger als 4500 in der dänischen.
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