Der "edle Heide" - Über die Darstellung der Heiden im ersten Buch von Wolframs "Parzival"
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
05.12.2007
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
301 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638870955
Wolfram von Eschenbach lebte und wirkte in einer Zeit, die von Krisen politischer und religiöser Art geprägt war. Eine sich fortschreitend entwickelnde Laienbewegung, die die Abkehr von Priestern und Kirchenorganisationen als Vermittler zwischen Gott und Menschen forderte, führte dazu, dass die bestehenden Kirchenlehren zunehmend in Frage gestellt wurden. Als Folge dieser Entwicklung wurde die Haltung vieler abendländischer Feudalherren zu ihren orientalischen Standesgenossen sehr liberal und bildete die Gegenperspektive zu der kirchlichen Ansicht des verdammten Heiden. Es hatte sich nämlich vor allem während der Kreuzzüge gezeigt, dass die Bewohner des Morgenlandes keineswegs unkultivierte Ungläubige waren, sondern mächtige kulturreiche Menschen, die in ihrer Lebensweise der abendländischen weit überlegen war, die mit ihrem vorbildlichen Dasein das Bild vom "edlen Heiden" entstehen ließen.
An diesem Punkt soll die vorliegende Hausarbeit anknüpfen. Die Themen Heidentum und Christentum werden von Wolfram im ersten Buch des Parzival aufgegriffen, vor allem aber das gängige, von Kirchenvätern entworfene Heidenbild des Mittelalters in Frage gestellt. Denn das Werk vertritt nicht, wie in der mittelalterlichen Literatur bis dahin üblich, das Ziel religiöser Bildung oder klerikale Interessen; vielmehr repräsentiert es den in der Zeit der feudalhöfischen Klassik zunehmenden Anspruch des weltlichen Feudaladels, sich der Welt und anderen Religionen zu öffnen. Es liegt nahe, dass Wolfram sich der These vom "edlen Heiden" nicht verschlossen hat. Wie er die Thematik verarbeitet und welches Heidenbild er selbst im Parzival entworfen hat, soll nun analysiert werden.
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