Abhandlung über das Widerstandsrecht Unter besonderer Berücksichtigung der Voraussetzungen und Anwendungskriterien für die legitime Anwendung des Rechts auf aktiven Widerstand gegen die Staatsgewalt
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
26.07.2013
Verlag
GRINSeitenzahl
92 (Printausgabe)
Dateigröße
839 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656467755
der wegen mehrhundertfachem Mord zum Tode verurteilt worden war. Der Vater, Hans
Eisele, war Mitglied der SS und Arzt in mehreren deutschen Konzentrationslagern gewesen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er von alliierten Gerichten sowohl im
Dachauer Hauptprozess als auch im Buchenwaldprozess zum Tode verurteilt, schlussendlich
aber begnadigt und nach einigen Jahren Haft freigelassen. Als Eisele 1958 vor
einem deutschen Gericht erneut zur Rechenschaft gezogen werden sollte, floh er nach
Ägypten, wo er 1967 verstarb. Eiseles Sohn zweifelt bis heute an der Schuld seines Vaters,
weil Dr. Eisele in einem kurz nach dem Krieg verfassten Memorandum schilderte,
wie er versuchte gegen die Unmenschlichkeit und Korruption in den KZ vorzugehen.
Darüber hinaus liegen Zeugenaussagen von ehemaligen KZ-Häftlingen vor, die ihm
grosse Menschlichkeit bescheinigten. Doch selbst wenn Eisele die Morde, die ihm zur
Last gelegt wurden, nicht begangen haben sollte, selbst wenn er tatsächlich manchem
Häftling das Leben gerettet hatte, so sind seine Chancen für eine Rehabilitierung äusserst
gering: Als SS-Offizier war Eisele Mitglied einer der verbrecherischsten Organisationen,
die je existiert hatten.
Zumindest ist dies das Urteil der meisten, die sich mit Eiseles Fall auseinandergesetzt
haben. Dieses Urteil beruht auf der impliziten Annahme, dass man selber, in der gleichen
Situation, zu den wenigen gehört hätte, die unter Einsatz ihres Lebens Widerstand
gegen Hitler und seine Schergen leisteten. Diese Prämisse, die implizit praktisch immer
gültig ist, wenn eine Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich stattfindet, lässt uns,
die wir von der Gnade der späten Geburt profitieren, in einem besseren moralischen
Licht erscheinen, als jene, die sich tatsächlich in der konkreten Situation befanden, in
der sie zu entscheiden hatten, ob und wie sie Widerstand leisten sollten. [...]
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