Verstädterung im Mittelalter Die Stadt als neuer Kulturträger
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Sprache:Deutsch
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
12.03.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
21 (Printausgabe)
Dateigröße
146 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638024013
Mit der Verleihung städtischer Rechte vollzog sich auch ein Prozess der allgemeinen Verschriftlichung von Recht. Nicht zuletzt durch zugesicherte Privilegien, einer Verselbständigung städtischen Machtgefüges, zunehmender Komplexität der städtischen handwerklichen Produktionsabläufe und der überregionalen Handelsbeziehungen sowie zunehmender Komplexität der städtischen gesellschaftlichen Struktur traten neue Formen des kulturellen Lebens hervor: Städte übernahmen mehr und mehr die kulturellen Funktionen, die zuvor der Kirche und ihren Einrichtungen vorbehalten waren. Vor allem das städtische Bildungswesen erlebte einen nicht gekannten Auf- und Ausbau, während sich die Kirche konfrontiert sah mit einem neuen Bedarf an seelsorgerischer Arbeit in den Städten, nämlich überwiegend in deren unteren gesellschaftlichen Schichten.
Diese Entwicklungen lassen nun die These zu, dass die sich im 13. Jahrhundert ausbreitenden Mendikantenorden der Franziskaner und Dominikaner aufgrund der sozial-kulturellen Bedürfnisse der städtischen Bevölkerung für die Städte unverzichtbar wurden und auch Einflüsse auf das Selbstverständnis der Städte hatten.
Auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches existierten um 1100 nur etwa fünfzig Städte. Als Wurzeln einer späteren nicht-landwirtschaftlichen und somit städtischen Wirtschaftsentwicklung können demnach vor allem die römischen Stadtgründungen (z.B. Augusta Treverorum , Civitas Vangionum ) gesehen werden. Städtische Entwicklung bis in das 12. Jahrhundert ging einher mit der beginnenden Arbeitsteilung in den Villikationen, die aufgrund der Fortschritte in der Landwirtschaft und aufgrund der technischen Innovationen, wie z.B. der Ertragssteigerung durch die Drei-Felder-Wirtschaft und der Erfindung von Streichbrettpflug und Wassermühle, zu einem Anstieg der Bevölkerungszahl und der Lebensqualität führte, so dass den Handwerkern die Grundlage erwuchs, bald nicht mehr nur ihre eigenen Wiken und Villikationen zu versorgen, sondern auch für die Nachfrage des Handels zu produzieren.
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