Die byzantinisch-russischen Verträge aus dem 9. und 10. Jahrhundert
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
26.06.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
31 (Printausgabe)
Dateigröße
307 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638199803
Im frühen 9. Jahrhundert kann von "Russen" noch keine Rede sein. Es sind mit ostlawischen "Clanchefs" verbündete warägische Wikinger, also Krieger aus dem heutigen Schweden, die allmählich die verschiedenen ostslawischen Stämme längs der Flüsse Dwina, Wolchow und Dnepr unterwarfen. Deshalb wird der Begriff "Russen" in dieser Arbeit nur in Anführungszeichen verwendet oder durch die Bezeichnung "Rus'en" ersetzt, wenn nicht der von den Griechen gebrauchte Terminus "Rhos" Verwendung findet.
Die umstrittenen Vereinbarungen aus dem 9. Jahrhundert fanden der Vollständigkeit halber ebenfalls Eingang. Trotz der Fülle chronikalischer Quellen ist ihre tatsächliche Existenz bis heute nicht bewiesen, zumal jene (wegen ihrer späten Entstehung) höchst zweifelhaft sind bzw. aus ebenso unsicheren Urquellen schöpfen. Trotzdem spielen sie in der wissenschaftlichen Diskussion noch immer eine große Rolle und können nicht unbeachtet bleiben.
Auch an der Historizität der zuerst genannten Vertragswerke gab es Zweifel. Heutige Historiker sind sich einig, dass die Verträge echt sind und die überlieferten Texte aus der Nestorchronik Übersetzungen griechischer Originale darstellen. Sie versuchten über den Vergleich dieser Verträge mit Verträgen zwischen Byzanz und italienischen Stadtrepubliken aus dem 12. Jahrhundert Rückübersetzungen der vorwiegend kirchenslawischen Texte ins Mittelgriechische. Dabei stellte sich heraus, dass die auf uns überkommenen Urkundenabschriften aus der Nestorchronik (die originalen Urkunden waren in Kopialbüchern in Byzanz registriert) nach den Regeln der byzantinischen Diplomatik aufgebaut sind. Offenbar gab es im damaligen Kiew noch kein entwickeltes Kanzleiwesen.
Die Klarstellung, dass die Verträge heute anerkanntermaßen echt sind, sollte am Beginn der Arbeit stehen, um diese überhaupt erst zu motivieren.
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