Formen und Funktionen der Komik in den Nürnberger Fastnachtspielen
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Sprache:Deutsch
13,99 €
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
04.05.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
15 (Printausgabe)
Dateigröße
259 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638189651
allem, was ein lebhaftes erschütterndes Lachen erregen soll, etwas Widersinniges sein (woran
also der Verstand an sich kein Wohlgefallen finden kann)."1 Widersinn, Umkehrung und
Verzerrung findet sich in den Fastnachtspielen des 15. Jahrhunderts zuhauf. Dennoch
erscheint die Erklärung, die Kant für das Komische findet nur der grobe Wegweiser zu sein,
der eine umfassende Analyse der Bedingungen, Mittel und Funktionen einleiten und anstoßen
kann.
Ziel meiner Arbeit ist es, die komischen Wirkung der Fastnachtspiele genauer zu bestimmen.
Dazu scheint es zunächst angebracht, der Frage der gesellschaftlichen bzw. sittlichen
Beurteilung von Komik im Mittelalter nachzugehen. Dabei sind zwei unterschiedliche
Traditionslinien zu berücksichtigen: Die skeptische und ablehnende Haltung christlicher
Moral gegenüber Lachen und Komik steht der antiken Bejahung des Komischen gegenüber.
Nachdem ich die einzelnen Traditionen kurz umrissen habe, werde ich darstellen, wie antikes
Gedankengut in die christliche Lehre integriert werden konnte. Im dritten Kapitel gehe ich in
Anlehnung an Joachim Suchomski kurz auf die wesentlichen Funktionen mittelalterlicher
Literatur (delectatio und utilitas) ein, um später danach zu fragen, inwieweit diese auch in den
Fastnachtspielen von Bedeutung sind. Schließlich komme ich zu meinem Hauptteil: der
Untersuchung der Mittel der Komik in den Fastnachtspielen. Hierzu möchte ich zunächst die
Komik des inhaltlichen Gehaltes untersuchen, um dann in einem zweiten Schritt die Komik in
der sprachlichen und stilistischen Gestaltung herauszuarbeiten. Im Rahmen dieser Arbeit kann
keine umfassende Analyse der komischen Mittel erfolgen. Daher beschränke ich mich auf
einige Beispiele, die ich anhand ausgewählter mittelhochdeutscher Textbeispiele anführe. Im
fünften Kapitel dieser Arbeit soll nach den Funktionen der Komik im Fastnachtspiel gefragt
werden, um die Komik als tragendes Element der Handlung begreifen zu können. Den
Abschluss der Arbeit bildet eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse, wobei
grundsätzliche Bedingungen der Möglichkeit einer Kategorisierung von Komik reflektiert
werden sollen.
1 Kant, Immanuel: Kritik der Uteilskraft, 1790, S. 54; zitiert nach Leander Petzoldt: Komik der Lebenswelt und
"volkstümliche" Komik vom ausgehenden Mittelalter bis zur Reformation. In: Der Deutschunterricht 36 (1)
(1984). S. 25
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