Niklas Luhmann - Das politische Gedächtnis: Luhmanns Konstruktion des politischen Gedächtnis in Abgrenzung zum kollektiven Gedächtnis Maurice Halbwach
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Sprache:Deutsch
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inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
30.01.2003
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
140 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638168199
So stehen nicht mehr Personen in der Luhmannschen Theorie, die Gesellschaft universal beschreiben will, im Mittelpunkt, sondern Kommunikation. Es handelt sich um eine Dekonstruktion des Menschen, der Mensch wird von deren Zentrum in die Umwelt der Gesellschaft versetzt, was der Aufgabe einer antropozentrischen Sichtweise von Mensch und Gesellschaft entspricht. Gesellschaft wird somit nicht mehr als Produkt von Personen aufgefaßt, sondern Personen als Produkt der Gesellschaft. Wo bei Machiavelli, Hobbes und Hegel normative Kategorien wie Tugend, Macht und Sittlichkeit im Zentrum ihrer politischen Theorien stehen, verspricht der Luhmannsche Ansatz, der Gesellschaft als Kommunikationen und Politik als eines neben gleichwertigen anderen gesellschaftlichen Subsystemen beschreibt, einen Zugang zur auch politischen Gesellschaft jenseits jeder normativen Idee. Die Theorie hält sich selbst2 dementsprechend für nicht mehr ontologisch, sondern konstruktivistisch. Die Unterscheidung zwischen kommunikativen und psychischen Systemen eben löst die "Einheit Mensch in die Einheit der Differenz von organischem und psychischem System und der Emergenz des sozialen"3 auf. Der Gesellschaftsbegriff Luhmanns beinhaltet die kommunikativen Systeme mit ihren unterschiedlichen ausdifferenzierten sozialen Systemen und die kommunikativen Wirklichkeiten. Konstitutives Element eines jeden sozialen Systems ist Kommunikation. Kommunikationen sind die kleinsten Elemente dieser Kommunikationstheorie. Kommunikation ist definiert als die dreifach-selektive Differenz von Information, Mitteilung und Verstehen4.
Diese konstruktivistischen und kommunikationstheoretischen Voraussetzungen erfordern eine neue, erweiterte Perspektive auf Gesellschaft und Politik, ist es doch Anspruch der Theorie, Gesellschaft nicht mehr mit gesellschaftlichen Begriffen zu erklären.5 Jedoch tritt natürlich auch der systemtheoretische Beobachter in Gesellschaft auf, will heißen, kann Gesellschaft nur in Gesellschaft und aus ihr heraus beobachten [...]
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