Informationsflut oder Wissensgesellschaft?
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Sprache:Deutsch
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
25.01.2012
Verlag
GRINSeitenzahl
6 (Printausgabe)
Dateigröße
108 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656110088
Stellenwert ein. Das Konzept der 'Industriegesellschaft' wurde längst von dem der
'Wissensgesellschaft' abgelöst, das den Aspekt des lebenslangen Lernens betont.
Während Menschen früher jahrzehntelang einen spezifischen Beruf mit mehr oder
weniger gleichbleibenden Tätigkeiten ausübten, so ist heute vom 'Wissensarbeiter' die
Rede, der sich flexibel auf neue Herausforderungen einstellen muss. In unserer immer
komplizierter entwickelten Welt wird die Wissensaneignung (nicht nur im Beruf) zu
Recht als sehr wichtig eingestuft. Schließlich ist ohne Wissen keine Handlungsfähigkeit
möglich, während Menschen mit erworbenem Wissen in der Lage sind, "etwas in Gang
zu setzen"1. Medien wie das Internet erleichtern den Zugang zu Informationen. Aber
werden sie auch zu Wissen verarbeitet? Kann das Internet tatsächlich zur
Handlungsfähigkeit beitragen oder schafft es aufgrund seiner Komplexität und Vielfalt
nicht eher Reizüberflutung und höchstens eingeschränkte Handlungsfähigkeit?
Betrachtet man die jüngsten revolutionären Ereignisse in den diktatorisch regierten
afrikanischen Ländern Tunesien, Ägypten und Libyen, so steht außer Frage, dass das
Internet Menschen handlungsfähig machen kann. Mancher Skeptiker mag an dieser
Stelle entgegnen, dass sich die über Jahrzehnte hinweg angestaute Wut der Bevölkerung
auch ohne die Möglichkeiten von Facebook, Twitter, YouTube oder verschiedenen Blogs
entladen hätte, doch durch das Internet und seine immense Geschwindigkeit wurden die
Machthaber der repressiven Regimes völlig "auf dem falschen Bein erwischt"2.
Machtlos mussten sie ansehen, wie sich die Massen formierten und binnen kürzester
Zeit zu Demonstrationen aufriefen, die noch vor einigen Jahren hohen
Planungsaufwand erfordert hätten. Während das Ausmaß von Protestbewegungen
früher von Regierungen durch eingeschränkte Berichterstattung in den zensierten
Staatsmedien kontrolliert werden konnte, so stellten Demonstranten über beispielsweise
YouTube problemlos und zeitnah Material über die aktuellen Geschehnisse zur
Verfügung. Dadurch konnten sie über die Zustände im Land aufklären - und
Protestaktionen initiieren.
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