Aphorismen und Twitter Digitale Kurztexte im Kontext von Gattungs- und Mediengeschichte
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Form:Einzelkauf Download
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Sprache:Deutsch
18,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
14.11.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
58 (Printausgabe)
Dateigröße
260 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656053613
Aufgrund der für sie charakteristischen Kürze und Konzision sowie der Subjektivität ist der Rezipient fragmentarischer Texte gezwungen, das Gesagte weiterzudenken und durch eigenes Wissen und individuelle Erfahrung zu überprüfen. In kurzen, pointierten Sprüchen äußerten sich Aphoristiker wie Georg Christoph Lichtenberg, der mit seinen tagebuchartigen Sudelbuch-Eintragungen die ersten idealtypischen Aphorismen schuf.
Auf Twitter, einem Online-Kurznachrichtendienst, entstehen zur Zeit ähnliche Erzeugnisse. Dort verbreiten Twitter-Nutzer mit Pseudonymen wie "HappySchnitzel¿ und "assenassenov¿ kurze Sprüche, die ihren Alltag widerspiegeln: "Wir fragen nicht, wie's uns geht, sondern nur, woran's liegt." und "Morgen ist auch noch ein Alltag.¿ sind zwei von tausenden Beispielen. Twitter bietet dabei seinen Nutzern eine besondere Herausforderung: In dem Eingabefeld ist nur Platz für 140 Zeichen. Dabei experimentieren sie mit Worten und sehen die Begrenzung auf 140 Zeichen als Herausforderung, Persönliches, Kurioses, Witziges und Nachdenkliches konzis zu formulieren. Darin steckt ein Potenzial für die Literatur, das die Literaturwissenschaft noch nicht erkannt hat.
Aufgrund ihrer formellen und inhaltlichen Ähnlichkeit zu Aphorismen soll die Arbeit der Frage nachgehen, ob neue digitale Kurztexte zu dieser literarischen Gattung hinzugezählt werden können und welche Bedeutung sie vor dem Hintergrund der Gattungsgeschichte des Aphorismus und der Mediengeschichte des Internets einnehmen. Die literarische Gattung "Aphorismus" könnte vielleicht durch das Internet auf eine neue Ebene des Austausches zwischen Verfasser und Leser gehoben werden kann. Twitterer könnten damit den Aphorismus in neuer Form wiederbeleben. Ist Twitter gar das Sudelbuch der Digital Natives? In der Analyse heißt deshalb die zentrale Frage: Können Tweets Aphorismen sein?
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