Prostitution im späten Mittelalter an der Schwelle zur Neuzeit - Ambivalenz der Obrigkeit und Gesellschaft
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
27.06.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
16 (Printausgabe)
Dateigröße
134 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640944941
zur Neuzeit. Der geographische Schwerpunkt liegt auf Süddeutschland, wobei hier auch Vergleiche
mit anderen Ländern wie Frankreich und England herangezogen werden.
Meine Hauptthese ist, dass sich die ambivalente Haltung der Kirche und der städtischen Obrigkeit
dem Prostitutionsgewerbe gegenüber sich wie ein roter Faden durch den behandelten Zeitraum
zieht.
Weshalb wurde der Zeitraum 15./16. Jahrhundert gewählt? Die Quellenlage vor dieser Zeit erlaubt
nur bedingt Aussagen über das Entstehen, Umgang und Organisation der Prostitution. Laut Schuster
kann man die Prostitution im Deutschland des Mittelalters als nicht importiert bezeichnen, sondern
quasi als logische und natürliche Begleiterscheinung1.
Während der Reformationszeit schloss die Obrigkeit die Frauenhäuser, in denen die Stadt die
Prostitution organisierte, und verbannte diese in die Semi- oder Illegalität, daher nicht mehr so gut
dokumentiert wie zuvor, als die Frauenhäuser, also städtische Bordelle, vom Rat kontrolliert und
überwacht wurden.
Zuvorderst soll der Begriff der Prostitution erläutert werden. Gab es den Begriff Prostitution im
behandelten Zeitraum? Welche anderen Ausdrücke gab es und was kann durch sie gedeutet werden?
Anschließend soll geklärt werden was Prostitution im Allgemeinen ist und auf welche Art und
Weise sie im Mittelalter definiert wurde. Hierzu bildet Brundages Werk, das Decretum Gratianum
und Augustinus die Arbeitsgrundlage.
Die zweideutige Haltung der Kanonisten führt zu einem Handlungsspielraum sowohl auf der Seite
der Obrigkeit, als auch in dem Gewerbe tätigen Personen. Näheres dazu folgt im 3. Kapitel dieser
Arbeit.
Bis in das 15. Jahrhundert hinein haben die Obrigkeiten die Prostitution wenig reguliert. Sie war
eine Begleiterscheinung im Stadtbild, deren Nutzen man tolerierte, das Handwerk aber moralisch
verdammte. So waren Prostituierte auch auf Messen und Konzilien keine ungewohnte Erscheinung.
Erst mit der Etablierung der Frauenhaus, einer spezifischen Art von Bordell, griff man regulierend
in das Gewerbe ein.
Zuletzt wird die Frage gestellt inwiefern die Prostituierten in der Gesellschaft integriert waren oder
kann man in diesem Falle nicht von Integration sprechen? Anhand von Indikatoren wird untersucht was für die Integration und was gegen die Ausgrenzung
spricht.
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