Raub der Seele - Missbräuchliche Verwendung fremden geistigen Eigentums und seine Konsequenzen
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
24.01.2013
Verlag
GRINSeitenzahl
75 (Printausgabe)
Dateigröße
472 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656359128
und EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn ihre Abschlussarbeiten verfasst haben. Ob sie alleine
auf Grund dessen Plagiatoren sind, ist dabei nicht gesagt, wie auch die Erhebungen der
jeweiligen Prüfungskommissionen zeigten.
Beiden wurde kein Fehlverhalten vorgeworfen, wenn auch der eine oder andere Zweifel bestehen
blieb. Dies trifft vor allem auf Dr. Johannes Hahn zu, dessen wissenschaftliche Leistung
nach heutigem Ermessen nicht zu einem erfolgreichen Abschluss und somit zur Erlangung
der Doktorwürde gereicht hätte. Die Zeiten ändern sich also in Bezug auf Toleranz und
Genauigkeit hinsichtlich der Grenzziehung zwischen gerade noch schlampiger Arbeitsweise
und vorsätzlicher Täuschungsabsicht, wie im Fall von Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg
nachgewiesen wurde.
Aber PolitikerInnen oder andere Personen des öffentlichen Lebens sind nur die prominente
Speerspitze dieser Form des wissenschaftlichen Betrugs. Vielmehr geht es in diesem Zusammenhang
um die breite Masse der Studierenden, welche durch das sogenannte "copy&paste"
fremdübernommene geistige Leistungen als eigene intellektuelle Errungenschaft ausgeben
und verbreiten.
Auch in Österreich erfreuen sich der Diebstahl fremden geistigen Eigentums und institutionalisiertes
Abschreiben immer größerer Beliebtheit und so machen es Prominente wie eingangs
erwähnt vor und laut statistischen Erhebungen rund 25% der österreichischen Studierenden
im wahrsten Sinne des Wortes nach. Ob dabei Ideen Dritter herangezogen werden, sich die
Übernahme auf Teile oder ganze Passagen wissenschaftlicher Arbeiten erstreckt oder man
sich gänzlich auf kostenpflichtige Helfer wie Ghostwriter verlässt, ist einerlei. Schlussendlich
verdankt man den akademischen Titel geistigen Anregungen und Arbeitsleistungen Anderer
und bereichert sich an deren Anstrengungen.
Die mediale Aufmerksamkeit, ausgelöst in Österreich durch die Doktorarbeiten von EUKommissar
Johannes Hahn sowie weiteren politischen ProtagonistInnen und vor allem der
Aufstieg und Fall des ehemaligen deutschen Bundeswirtschafts- und -verteidigungsministers
zu Guttenberg, haben das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die Unart des Plagiierens gelenkt,
das freilich auch für ein Grundelement der Geisteswissenschaften steht. [...]
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