Auswirkungen des Parteiensystems auf den Konsolidierungsprozess Der Fall Brasilien
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
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Nein
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Nein
Erscheinungsdatum
11.12.2013
Verlag
GRINSeitenzahl
17 (Printausgabe)
Dateigröße
429 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656557869
Parteien sind für die demokratische Konsolidierung unverzichtbar. Sowohl als Ort der Interessensaggregation als auch als Bindeglied zwischen der Zivilgesellschaft auf der einen und der politischen Führung auf der anderen Seite nehmen sie eine wichtige Rolle ein. Für Linz/Stepan (vgl. 1996: 8) sind sie Teil der "political society", welche für die Rekrutierung aber auch für die Kontrolle der demokratischen Regierung zuständig ist. Auch Merkel (vgl. 1996: 46f.) schreibt den Parteien eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Staat und Gesellschaft zu und siedelt sie auf der (zweiten) Ebene der "repräsentativen Konsolidierung" seines Mehrebenenmodells an. Er stellt eine direkte Verbindung zur vierten Ebene, der Konsolidierung einer Bürgergesellschaft, her, indem sich diese erst wirklich festigen könne, wenn ein konsolidiertes Parteiensystem vorherrsche.
Diese Annahme scheint sich im regionalen Kontext des Cono Sur auch empirisch bestätigen zu lassen. Betrachtet man die Studie von Mainwaring und Scully (1995: 17) so zeigt sich, dass Chile und in geringerem Maße auch Argentinien institutionalisierte Parteiensysteme besitzen, während in Brasilien davon keine Rede sein kann. Misst man zudem die Unterstützung der Demokratie in der Bevölkerung finden sich in Brasilien deutlich geringere Werte als in den anderen beiden Ländern. So lagen diese in den letzten 15 Jahren in Argentinien durchschnitt-lich bei 67%, in Chile bei 54% und in Brasilien bei 44% (Latinobarometro 2010: 42). Da die Demokratie in Brasilien im Vergleich die geringsten Unterstützungsraten aufweist, könnte man auf diese direkte Verbindung der beiden Merkelschen Ebenen schließen.
Dennoch soll es sich hier in dieser Arbeit rein um die Auswirkungen des Parteiensystems auf die Konsolidierung in Brasilien handeln. Dabei sollen im ersten Teil auf theoretischer Grundlage der Frage nachgegangen werden, wann sich Parteiensysteme positiv auf die demokratische Konsolidierung auswirken können. Im zweiten Teil soll das brasilianische Parteiensystem vor, während und insbesondere nach dem Militärregime genauer erläutert werden, bevor beide Aspekte im dritten Abschnitt zusammengeführt werden. Die Frage, ob Brasilien auch nach Merkels maximalistischen Konsolidierungsbegriff als demokratisch konsolidiert bezeichnet werden kann, soll dabei bewusst unbeantwortet bleiben.
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