Probleme des nachhaltigen Tourismus am Titicacasee in Perú Am Beispiel Isla de Taquile und Península de Capachica
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- Deutsch ausgewählt
48,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
04.05.2006
Verlag
GRINSeitenzahl
176
Maße (L/B/H)
21/14,8/1,3 cm
Gewicht
264 g
Auflage
5. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8386-9555-6
Wenn von Nachhaltigem Tourismus als zukunftsorientierte Form des Ferntourismus die Rede ist, so stellt sich zuerst einmal ein Definitionsproblem dar. Das gilt nicht unbedingt für die theoretischen Anforderungen, die an das ambivalente Gebilde des Nachhaltigen Tourismus gestellt werden, denn diese sind im Allgemeinen sehr konform. Was jedoch die Schwierigkeit der Thematik ausmacht, ist eher die Praxis, der im Speziellen betrachtete Einzelfall. In ganz konkreten touristischen Destinationen1, wie am Titicacasee, muss permanent entschieden werden, wo die Grenzen der Nachhaltigkeit liegen: Welche Formen des praktizierten Fremdenverkehrs werden einer zukunftsorientierten und ressourcenschonenden Wirtschaftsweise gerecht und wo überwiegen ökonomische Interessen zum Leitwesen der Ökologie und der Soziokultur?
Zudem ergibt sich aus der Komplexität des Ferntourismus eine gewisse Betrachtungsproblematik. Das verflochtene Zusammenspiel zwischen globaler Makroebene und lokaler Mikroebene wird von zahlreichen Entwicklungsfaktoren bestimmt, die oft nicht vorhersehbar sind. Betrachtet man auf der Makroebene eher ökonomische, politische und klimatische Faktoren mit globaler Vernetzung, so scheinen auf der Mikroebene sehr spezielle soziokulturelle, wirtschaftliche und physische Gegebenheiten in den touristischen Destinationen eine allgemeine Konzeption zu erschweren.
Dieser Problematik bewusst, sollen zwei Fragestellungen den Verlauf der Arbeit bestimmen:
- Kann der Ferntourismus neben seinen Belastungen auch eine Chance für Ressourcenmanagement, Naturerhaltung und Überlebensstrategien einheimischer Bevölkerungsgruppen darstellen?
- Existiert in den Fallbeispielen Isla de Taquile und Península de Capachica2 eine derartige bewahrende Form von Nachhaltigem Tourismus und wo liegen die konkreten Probleme?
In dieser Diplomarbeit soll es weniger darum gehen, ob sich der Nachhaltige Tourismus in den untersuchten Destinationen für die Partizipanten (insbesondere die lokale Bevölkerung) und den Schutz der Naturreservate finanziell rechnet. Angesichts der langen und bislang erfolgreichen Vermarktung des Kulturtourismus auf der Isla de Taquile und dem sich mittlerweile wirtschaftlich lohnenden naturtouristischen Gewerbe in Llachón (auf der Halbinsel Capachica) steht dies nicht zwingend zur Diskussion. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt vielmehr darauf, welche Probleme in der Planung, Organisation und Durchführung des Tourismus in den zwei Fallbeispielen auftauchen.
Welche Stärken und Schwächen, welche Risiken und Chancen bestehen hinsichtlich zukunftsorientierten und ressourcenschonenden Wirtschaftens? Wer oder was lenkt die Reiseströme der Besucher und wie groß ist in etwa der Anteil des Tourismuskuchens, der für die lokale Bevölkerung und die Schutzbemühungen der Landschaften übrig bleibt? Letzten Endes soll eine Bewertung vorgenommen werden, ob und inwieweit die konkreten Probleme in den untersuchten Zielgebieten eine Bewahrung der Natur- und Kulturpotentiale am Titicacasee zulassen. Darüber hinaus soll die Übertragbarkeit dieser Probleme und möglichen Lösungen auf andere touristische Unternehmungen diskutiert werden.
Gang der Untersuchung:
In dieser Arbeit sollen nach Möglichkeit Theorie und Praxis des Nachhaltigen Tourismus übergreifend behandelt werden. Dazu dient eine Unterteilung in zehn Kapitel, die für sich jeweils abgeschlossene Module bilden, jedoch inhaltlich aufeinander aufbauen. Ein umfassendes Theoriekapitel soll der Komplexität des Themas auf den Grund gehen. Der praxisorientierte Schwerpunkt liegt auf den Kapiteln 5 und 6, welche explizit die beiden touristischen Fallbeispiele in Perú f...
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