Kreditderivate - Kreditrisikomodelle, bankenaufsichtsrechtliche Behandlung und Zukunftsaussichten dieses neuartigen Finanzinstruments
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- Deutsch ausgewählt
58,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
25.06.2001
Verlag
GRINSeitenzahl
92
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,7 cm
Gewicht
146 g
Auflage
4. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8386-4235-2
Obiges Zitat stand am 6. Juni 1998 in der Zeitung Die Welt unter dem Bild des zerstörten ICE Wilhelm Conrad Röntgen in der niedersächsischen Stadt Eschede zu lesen. Damit ist auch ein allgemeiner Sachverhalt deutlich geworden, der ohne Weiteres auf weitere Problemfälle unserer Zeitgeschichte bezogen werden kann. Wer erinnert sich nicht an einen der größten Finanzskandale der letzten Jahre, als am 27. Februar 1995 die renommierte Barrings Brothers Merchant Bank den Handel einstellen und Vergleich beantragen musste? Ein gerade mal 28-jähriger, aber schon recht erfolgreicher und angesehener Händler bei Barings Futures in Singapur namens Nick Leeson hatte mit einer riesigen ungesicherten Optionsposition spekuliert und den Konkurs des angesehenen Bankhauses ausgelöst. Wieder einmal machte das Schlagwort vom Teufelszeug Derivate die Runde.
Der Fall Nick Leeson ist zu einem gern und vielfach zitierten Vorzeigebeispiel in Sachen falsches oder auch fehlendes Risikomanagement geworden, da dies zu einem Zeitpunkt geschah, als sich bankinterne und staatliche Kontrollinstanzen anschickten, die gesetzlichen Vorgaben für ein effektives Marktrisikomanagement umzusetzen. Die Bedeutung der verschiedenen Risikogattungen hatte zugenommen und die vom Gesetzgeber verabschiedete Richtlinie forderte von den Banken die Analyse und die Limitierung des Verlustpotentials sowie die Steuerung der Risikopositionen. Ein Blick auf die Expansion des internationalen Derivatehandels in den letzten Jahren erklärt die Notwendigkeit zur Identifikation und Quantifikation von Risiken, nämlich, aus ihnen handelbare Risiken zu machen.
Seit 1995 hat sich der Handel mit derivaten Finanzprodukten beinahe verdoppelt. Der größte Teil dieser Geschäfte läuft außerhalb der Börsen, da viele Banken und Brokerhäuser in diesem Geschäft tätig sind. Das Gesamtvolumen dieser Finanzinstrumente belief sich Mitte 1999 auf 88,5 Billionen Dollar, wovon nur 17 Billionen an den Weltbörsen gehandelt wurden.
Nachdem Kreditderivate 1992 erstmals vorgestellt wurden, entwickelt in den Denkfabriken der amerikanischen Investmentbanken, interessierte sich bald eine breite Öffentlichkeit für diese derivaten Finanzinstrumente, obwohl sie in ihrer Beschaffenheit nicht grundsätzlich neue Produkte darstellten. Deren eigentliche Neuerung besteht viel mehr darin, dass das Ausfallrisiko in die Bewertung derivater Strukturen aufgenommen wird, dessen Bewertung dann über die Optionspreistheorie festgestellt wird. Der Grundgedanke hinter diesen Instrumenten ist der Absicherungsgedanke, auf dem alle Optionsstrukturen beruhen. Die Neuerung hierbei war jedoch, dass das Kreditrisiko und die Bonität von Institutionen und Unternehmen handelbare Einheiten geworden waren und nun nicht mehr ausgesessen werden mussten, sondern vertraglich weiterverkauft werden konnten.
Kreditderivate erlauben den Transfer von Kreditrisiken von einer Partei zu einer anderen, ohne das direkte Kreditverhältnis zu verändern. Dies geschieht meist in Form von Außerbilanzgeschäften, wie das z.B. im Zins- und Währungsderivatmarkt üblich ist. Die gebräuchlichsten Instrumente für den Kreditrisikotransfer sind dabei Default-Swaps, Options oder sogenannte Total Return Swaps. Eine weitere Risikokomponente im Kreditgeschäft ist das Transfer- bzw. Länderrisiko, das die freie Konvertierbarkeit von Forderungen in einem anderen Land beinhaltet. Diesem Risiko kann mit convertibility-options begegnet werden. Mit dieser Auflistung ist zwar nicht die ganze Palette von Kreditderivaten genannt, doch dürften rund ...
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