Genossenschaften und Staatsfarmen in der syrischen Landwirtschaft Entstehung und Entwicklung vor dem Hintergrund der sozialökonomischen und politischen Verhältnisse
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38,00 €
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
31.10.1997
Verlag
GRINSeitenzahl
204
Maße (L/B/H)
21/14,8/1,5 cm
Gewicht
303 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8386-0503-6
Im Sommer 1985 habe ich an einer Exkursion des Instituts für Soziologie der Freien Universität Berlin nach Syrien teilgenommen. Die dortige Feldforschung galt vor allem den sozialökonomischen Auswirkungen des großen Staudammprojekts am Euphrat auf die ländliche Entwicklung und die Lebensbedingungen der dort ansässigen Bevölkerung, wobei ich mich schwerpunktmäßig mit Problemen des Genossenschaftswesens und der Staatsfarmen in diesem Teil Syriens beschäftigte. Es ging mir dabei nicht darum, die Kooperationsformen unhistorisch an idealtypischen Konstruktionen zu messen, sondern sie im Hinblick auf ihr emanzipatorisches Potential und ihre tatsächliche Funktion für Staat und die herrschende Regierung zu befragen.
Gang der Untersuchung:
Zunächst (Teil II ) geht es um die Relativierung der für westeuropäische Verhältnisse entwickelten Genossenschaftskriterien unter den Bedingungen der Dritten Welt. Da Genossenschaften dort von vornherein unter ganz anderen sozio-ökonomischen Bedingungen und Zielsetzungen entstehen, wird auf diese im folgenden Abschnitt (Teil III) eingegangen.
Er bietet eine Zusammenfassung der Geschichte Syriens seit der Unabhängigkeit, wobei die Frage nach den sozialen Trägern der staatlichen Agrarpolitik den Leitfaden abgibt. Vor diesem Hintergrund werden dann im Teil IV die Entstehung und Entwicklung kooperativer Formen der Landnutzung als Ergebnis der verschiedenen Phasen der syrischen Agrarreform analysiert (breiter historischer Rückblick auf die Entwicklung der Grundeigentumsformen und genauere Analysen der sich wandelnden Agrarverfassungen) - mit dem Ergebnis, daß die Agrarreform lediglich die extremsten Ausmaße des Feudaleigentums beseitigte und nicht, wie oft vertreten, eine völlige wirtschaftliche und politische Entmachtung der Großgrundherren erbrachte; ein neuer sozialer Differenzierungsprozeß wurde in Gang gesetzt und hat sich insbesondere unter der Assad-Regierung weiter verschärft.
Im Teil V dann die Erhebungen und Beobachtungen im Euphrattal selbst, d.h. trotz vielerlei Schwierigkeiten (politisch (z.B. Überwachung durch den Geheimdienst), technisch, sprachlich) in zwei Genossenschaften, zwei Staatsfarmen und einer Produktionsgenossenschaft. Sie laufen darauf hinaus, daß die Genossenschaften in erster Linie dem Staat als ausführende Organe seiner Politik dienen sollen und - auch deshalb - als soziale Einheiten faktisch nicht existieren. Die syrische Agrarreform und das Staudammprojekt am Euphrat sind nach meinen Schlussfolgerungen jedenfalls nicht die Grundlage für eine breite Beteiligung der ländlichen Bevölkerung an ökonomischen und politischen Entscheidungsprozessen geworden, auch da nicht, wo Genossenschaften der Form nach diese Chance geboten hätten. Im Gegenteil: "Die Partizipation der unteren ländlichen Schichten wird als potentielle Bedrohung für die Interessen des Staates und der reichen Bauern nicht nur nicht gefördert, sondern im Gegenteil mit repressiven Maßnahmen unterdrückt." (S.183)
Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis:
Verzeichnis der TabellenVI
Verzeichnis der KartenVII
I.Einleitung1
II.Möglichkeiten und Grenzen von Genossenschaften als Instrumente sozio-ökonomischer Entwicklung in der sog. Dritten Welt10
A.Probleme der Erstellung einer allgemeingültigen Genossenschaftsdefinition10
B.Agrargenossenschaften als Entwicklungsinstrumente in der sog. Dritten Welt13
1.Gründe für den Aufbau von Genossenschaften in Entwicklungsländern13
2.Die Relativierung westeuropäischer Genossenschaftskriterien unter den sozio-ökonomischen Bedingungen der Entwicklungsländer15
a)Das Kriterium der Selbsthilfe17
b)Das Kriterium der Selbständigkeit der Mitgliederwirtschaften22
II...
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