Produktbild: Visicchio, M: Codex "Q"

Visicchio, M: Codex "Q"

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15,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.09.2014

Verlag

Tredition

Seitenzahl

396

Maße (L/B/H)

21/14,8/2,8 cm

Gewicht

571 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8495-7640-0

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

22.09.2014

Verlag

Tredition

Seitenzahl

396

Maße (L/B/H)

21/14,8/2,8 cm

Gewicht

571 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8495-7640-0

Herstelleradresse

tredition GmbH
Heinz-Beusen-Stieg 5|22926|Ahrensburg|DE
gpsr@tredition.com

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  • Bewertung

    4/5

    10.04.2022

    Buch (Taschenbuch)

    Jesus contra Vatikan

    Michele Visicchio, Der Codex „Q“, Roman, Hamburg (tredition) 2014, 390 S. Eine Herausforderung - dieses Buch: ein Viertel Kapitalismus-Märchen, drei Viertel spannender vatikanpolitischer Krimi, flankiert von Mossad und Mafia. Der Bogen spannt sich von der West Bank und Hebron, ausführlicher von Jerusalem zum Nabel der römisch-katholischen Kirche: Rom - und nach Sizilien. Dabei bemüht sich der Autor, diese unterschiedlichen Welten durch anschaulich gezeichnete Szenen möglichst authentisch zu präsentieren. Man sollte geduldig lesen und auch die vielen Informationen nicht nur überfliegen, auch sie tragen zum Verständnis der Tiefendimension dieses Buches bei, die früh etwas salopp mit dem Song der Beatles anklingt: All you need is love. Sophokles’ Antigone sagte es einst so: Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da. Die Formulierung „Kapitalismus-Märchen“ bezieht sich auf das Protagonisten-Ehepaar, den Archäologen Dr. Giampaolo Quirito, Sohn eines Baulöwen in Rom, und seine Frau Patrizia, promovierte Literaturwissenschaftlerin, die auch als bildhübsches attraktives Model hätte durchgehen können. Dieses Paar dient dem Autor zur Illustration seiner Grundauffassung, wonach der Mensch als Frau und Mann erschaffen und zur erfüllten wechselseitigen Liebe ohne jede Einschränkung durch irgendeine Ideologie bestimmt sei. Und er schildert diese beiden als so sympathisch, dass der Leser wohl vergisst, dass hier idealtypische Verhältnisse vorliegen, und so eine gewisse Identifikation möglich wird. Dass das Christentum als eine Art Reformableger einer orientalischen Religion wenige Jahrhunderte nach seiner Entstehung zur Staatsreligion schließlich nicht nur des europäischen Kontinents wurde – wer hätte das ahnen können und wer macht sich das heute noch wirklich bewusst. Die röm.-kath. Kirche ist eine Weltkirche geworden mit scheinbar sakrosanktem Status. Inzwischen ist diese Weltkirche allerdings in eine außerordentliche Glaubwürdigkeitskrise geraten. Das Romangeschehen spielt im Jahre 1992, in welchem Kardinal Joseph Ralphinger Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre war (einst Römische Inquisition mit dem Großinquisitor an der Spitze) und damit im Vatikan in etwa 2. Mann hinter dem bekannten polnischen Papst. Der äußere Rahmen umfasst Tage, der innere Jahrtausende. Im Mittelpunkt des Buches steht das Schmuggelgut des Archäologen aus Rom: aramäisch beschriftete Pergamente aus dem Jahre 37 n. Chr., somit das früheste schriftliche “christliche“ Dokument bisher. Nur ein Professor der päpstlichen Gregoriana-Universität kann diese Texte übersetzen. Und schon wenige Probekopien offenbaren Aussagen des historischen Jesus von Nazareth und über ihn, die bei den maßgeblichen Männern des Vatikans helle Empörung und unheiliges Entsetzen auslösen. Es gibt auch integre Persönlichkeiten, aber bei der intensiven Beratung in großer Kardinalsrunde können sie den Endbeschluss nicht verhindern: diese hochgefährlichen Pergamente müssen schnellstens und spurlos vernichtet werden! Und die höchsten Würdenträger legen dessen Umsetzung in die Hände des skrupellos-cleversten Hochwürden Bartolomeo Tuscolano - er solle aber schwerwiegende Kollateralschäden ausschließen. Aufregend, wie der Autor die entsprechenden Entsorgungs-Machenschaften gestaltet. Es werden die Machtstrukturen dieser monströsen Kirchenenklave aufgedeckt mit ihren raffinierten weitreichenden Verbindungen bis zu den Spitzen der großen Politik und deren ehrenwerten Helfershelfern. Und diese so effektiv strahlende Scheinheiligkeit – wie sich die Kardinäle, diese Kirchenfürsten, mit fröhlichem „eminentissimo fratello“ gleichsam wechselseitig auf die Schulter klopfen. Scharf geht der Autor mit dieser Welt gnadenloser Heuchelei ins Gericht. Nun ist die Vatikan-Größe Joseph R. 2005 zum Nachfolger des polnischen Papstes ins höchste Amt gewählt worden. 2013 trat er zurück. Mit seinem lateinamerikanischen Nachfolger Franziskus ist ein neuer Geist in diese äußerlich winzige, innerlich aber fast omnipotente Machtzentrale eingezogen. Doch wie tiefgreifend und umfassend weht er?

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