Die Vorrede des Herausgebers und Werther als lesender Protagonist Welchen Umgang mit Literatur lässt sich aus Goethes Werk ableiten?
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
14.03.2014
Verlag
GRINSeitenzahl
16 (Printausgabe)
Dateigröße
417 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656615644
Doch nicht nur der tatsächliche Umgang der Leser mit dem Werther ist für die Lesekultur des 18. Jahrhunderts von besonderer Bedeutung. Das Werk selbst bietet inhärente Hinweise, wie ein Werk allgemein gelesen werden kann beziehungsweise sollte, es artikuliert eine Art werkimmanente Lesekultur mittels zweier Wege. Erstens wendet sich der Herausgeber mit einem Vorwort an den Leser, indem er eine Weise der Rezeption empfiehlt. Zweitens tritt Werther im Roman augenscheinlich als lesender Protagonist in Erscheinung, dessen Auswahl der Literatur und dessen Umgang mit und Rezeption von Texten eine besondere Bedeutung erfährt.
Diese Arbeit möchte die Funktion der von Werther jeweils geschätzten oder gemiedenen Literatur und seine Beziehung zur Literatur anhand der Literatur in der Romanhandlung untersuchen und die Art und Weise der Literaturrezeption Werthers mit den 'Leitlinien der Literaturrezeption' des Vorwortes kontextualisieren und der Frage nachgehen, inwieweit Werthers "Lesekultur" eine paradigmatische Rolle zuteil wird und schließlich, welche Aspekte eines Zusammenhanges zwischen Vorrede und Werthers Rezeption des Homer, der Gesänge des Ossian, von Klopstock sowie Lessings Emilia Galotti, vorliegen.
Der Begriff der 'Lesekultur' bedarf angesichts der Zentralität des Begriffs in dieser Arbeit und der häufigen Nennung vorab einer kurzen Erläuterung. Es geht hierbei um eine spezifische Art des Umganges mit Texten beim Lesen, die über die "Rezeption als 'Sinnverstehen'" hinausgeht. In diesem Zusammenhang erscheint es notwendig, die Vorstellung vom Lesen "als kognitive[s] Verstehen" mit dem Ziel, "'eine Bedeutungsproduktion aus dem Text' zum Ergebnis zu haben" um den Begriff des "Lektüreerlebnisses" zu erweitern oder gar zu ersetzen. [...]
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