eine mann und eine frau machen krach. das ist nichts ungewöhnliches, das kennen wir alle. auf künstlerische art beginnend bei den white stripes und auf die eher pädagogisch-destruktive art endend bei den eigenen eltern. an dunklen abenden durch geschlossene türen schreiend, krakeelend und sich innig lieb-hassend. womit das wesen der kills auch schon zu einem großen teil blank gelegt wäre. "you're gonna have to step over my dead body, before you walk out that door" singt alison "vv" mosshart in kühl-berechnender showdown manier. um gleich danach analytisch einzugestehen: "you charmend me with your magic, landed looking tragic". das ist moderner, zeitgemäß bis futuristischer beziehungsstress par excellence. wobei die futuristische anmutung vor allem auf die musikalische komponente zurückzuführen ist. denn den anfangs erwähnten krach, den the kills auf ihrem debut "keep on your mean side" noch gemacht hatten, den gibt es auf "no wow" kaum noch. von jamie "hotel" hince aufs notwendigste reduziert bilden gitarre und drum-machine eher das szenario für ein leben im untergang. "this dead road leads down, to that dead road and back" heisst es in "dead road 7". ein motiv, dem wir wieder und wieder begegnen. in der ersten single-auskopplung "the good ones" heisst es gar "took a car to the part of the city where the city runs out of the street lights. god knows it's the way that it goes that we're never gonna catch any daylight". da ist schon nicht mehr verzweiflung, sondern ganz klare aufgabe. das eingeständnis machtlos zu sein gegen das ganz große sinnentleerte garnichts. und doch ist sie da, die erotik. die lust. ja sogar die gier. verantwortlich dafür ist vor allem der mosshart'sche gesang. in bester morbid-manier, die man bei bedarf bei pj harvey, gerne aber auch patti smith abgeglotzt sehen darf, zelebriert die amerikanerin ihre klaustrophobische libido. zusammen mit jamie hince hört und fühlt sich das dann so an als würden die beiden versuchen in einer beklemmenden orwellschen "1984"-welt etwas kalte zuneigung zu finden.
staubtrockene beats, karge riffs - das sind the kills und das ist zugleich auch die angerockte version des lofi-charmes. die gitarre scheppert kontrolliert vor sich hin und der drum-beat wummert mit stoischer gelassenheit dem allumfassenden ende entgegen. weniger ist mehr.
"no wow" ist ein durchaus faszinierendes album, dass mit gut 40 minuten spielzeit auch gleich perfekt getimed ist. eine längere spieldauer hätte nur die geister der monotonen langeweile geweckt. dem aber entgehen the kills ja weitsichtigerweise.
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