Produktbild: Möwenfraß
Band 1

Möwenfraß Ein Ostsee-Krimi

Aus der Reihe Luka Kroczek
6

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

01.04.2014

Verlag

Rowohlt Verlag

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

1162 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644505612

Beschreibung

Rezension

Ein vielschichtiger Krimi ... Holms Figuren sind kantig und oft rau, aber doch von einer herzlichen Menschlichkeit geprägt. Gekonnt baut sie auch unterschwellige Ost-West-Spannungen in die Handlung ein.

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Erscheinungsdatum

01.04.2014

Verlag

Rowohlt Verlag

Seitenzahl

320 (Printausgabe)

Dateigröße

1162 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783644505612

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  • Bewertung

    aus Recklinghausen

    5/5

    24.04.2014

    Buch (Taschenbuch)

    " Trügerische Idylle"

    -= Leseeindrücke =- Der Wechsel seines Arbeitsplatz von der mondänen Großstadt Düsseldorf nach Rügen , ins abgelegene Bergen , fällt dem Kriminalkommissar Luka Kroszcek nicht leicht . Nicht nur, dass der Umzug ins neue Heim immer noch nicht abgeschlossen ist , auch für Tilda die kleine Tochter von Luka und seiner Frau Theresa ist zur Zeit kein freier Krippenplatz vorhanden . Was nun , wohin mit der Kleinen wenn die Eltern arbeiten gehen ? Alles kein Problem , auf Deutschlands größter und eventuell schönster Insel , da hilft man sich gegenseitg . ( Hoffentlich ) Luka nimmt Tilda an seinem ersten Arbeitstag als Dienststellenleiter der Rügener Kriminalpolizei kurzerhand mit zur Arbeit und findet dort auch hilfsbereite Kollegen/ginnen die ihm Tilda abnehmen , als er zu einem Mord gerufen wird . In Vitt , dem kleinen Fischerdorf nahe Kap Arkona , ist eine Frau auf sehr brutale Weise in einem schon länger leerstehenden Haus ermordet worden . Als Luka am Tatort eintrifft sind die Kriminaltechniker nicht die ersten , die den Tatort betreten haben , die Spurensicherung gestaltet sich sehr schwierig . Wer ist die Frau , was hatte sie in dem Haus zu suchen ? Warum liegt ein benutzter Schwangerschaftstest auf der Fensterbank ? Wieso wurde sie so brutal ermordet ? Fragen über Fragen drängen sich dem Team um Kriminalkommissar Luka Kroczeck auf . Die Bewohner des kleinen Ortes sind auch nicht gerade gesprächig als sie verhört werden . Zum Glück für Luka gibt es neben seinen männlichen Kollegen seine Kollegin Conny , die ihr Herz auf dem rechten Fleck trägt , auch wenn sie manchmal ein etwas zu loses Mundwerk hat . Als alleinerziehende Mutter zweier Töchter , kämpft Conny seit Jahren jeden Tag im Kommissariat um Anerkennung und Beförderung . Nach einigen kleinen Reibereien am Arbeitsplatz , werden Luka und Conny ein richtig gutes Team und ermitteln an ihrem ersten gemeinsamen Mordfall . -= Fazit =- Wer schon mal auf Rügen war, wird sich als Krimleser/in so richtig freuen , was Klara Holm in ihrem Roman " Möwenfraß " auf der Insel passieren lässt . Dank der guten Beschreibung meint man dabei zu sein und sieht fast alles vor sich passieren , was manchmal fast zu atemloser Spannung führt . Der Prolog lässt mit einem hinterhältigen Mord sofort den Pulsschlag rasant ansteigen , und man mag es kaum glauben was da geschieht . Kriminell , hochdramatisch , spektakulär und spannungsgeladen geht dieser Roman weiter und hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht . Mit Luka und Conny hat der Roman sehr sympatische Hauptprotagonisten mit Ecken und Kanten , wie im richtigen Leben . Auch die Familienmitglieder und Probleme der Beiden , sind fast wie aus dem Leben gegriffen . Selbst die leider immer noch vorhandenen Vorurteile Wessi / Ossi Ossi/Wessi , " zu DDR Zeiten war alles besser " lässt die Schriftstellerin hier gekonnt ironisch einfließen . Klara Holm hat mit sehr viel Liebe zum Detail einen richtig guten Ostsee Krimi geschrieben , der den Leser/rin in alle Richtungen vermuten und ermitteln lässt . Geschickt versteht es die Autorin immer wieder neue Spuren für den Krimihungrigen zu legen und zu verwischen . Der Täter könnte jeder sein , ein Motiv hat auch fast jeder , wer es ist wird nicht verraten bis zum Schluss . Das hat mir persönlich sehr gut gefallen ! Das Buch ist so spannend geschrieben , das die 320 Seiten sehr schnell gelesen , schon fast zu wenig sind . Von Gänsehaut bis "Oh wie süß" , hier ist alles dabei , was ein guter Krimi haben sollte ! Von mir 5 *** Sterne für alle Krimisüchtigen , eine unbedingte Leseempfehlung

  • Circlestones Books Blog

    4/5

    06.02.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Ein spannender Kriminalroman mit Rügen-Feeling

    „Wir sind auf Rügen. Unsere Highlights sind geklaute Kreditkarten und gelegentlich ein paar Einbrüche.“ (Zitat Seite 33) Inhalt Teresa ist Ingenieurin und man bietet ihr einen interessanten Job an der Ostsee an. Sie zieht mit ihrem Lebensgefährten Luka Kroczek und der kleinen Tochter Tilda von Düsseldorf auf die Insel Rügen. Luka war bei der Düsseldorfer Polizei tätig und da die Kripo Bergen dringend einen neuen Leiter sucht, erhält er diese Stelle sofort. Die Kollegen sind über den Neuzugang nicht gerade erfreut. Schon an seinem ersten Arbeitstag wird er mit einem grausamen Mord konfrontiert und von ihm werden rasche Ermittlungsergebnisse erwartet. Erste Verdächtige gibt es sofort, doch als die Geschichten aus der Vergangenheit auftauchen, erweitert sich der Kreis von Menschen, die ein Motiv gehabt hätten, zu einem undurchsichtigen Dickicht. Thema und Genre Wie auch auf dem Buchcover zu lesen, handelt es sich um einen Kriminalroman mit regionalem Bezug, der auf Rügen spielt. Charaktere Dieses Buch ist der erste Band einer Serie um den Ermittler Luka Kroczek und das Team der Kripo Bergen. Luka bräuchte Zeit, um sich an Rügen, die Menschen hier und das noch immer präsente Ost-West-Thema zu gewöhnen, doch diese Zeit hat er nicht. Er ist präzises Arbeiten gewöhnt, streng darauf achtend, die entsprechenden Vorschriften einzuhalten. Doch hier an der Ostsee lernt er rasch, dass er umdenken muss, will er diesen komplexen Fall aufklären. Die einzelnen Charaktere sind in ihrer Unterschiedlichkeit sehr gut beschrieben und man erkennt die genaue Beobachtungsgabe der Autorin. Handlung und Schreibstil Hier schreibt jemand, der die Gegend sehr gut kennt, es ist das echte Rügen, das in den Zeilen dieses Buches lebt. Der Stoff beschränkt sich nicht nur auf die üblichen Sehenswürdigkeiten. Die Handlung beginnt im Mai 2013 und der Zeitraum der Ermittlungen ist knapp gehalten, was die Spannung erhöht. Rückblenden sind nur eingefügt, wo sie für das Verständnis der Vorfälle wichtig sind. Die Geschichte startet mit kleinen Längen, was wohl darin liegt, dass die Figuren, da es sich um das erste Buch einer Serie handelt, genauer vorgestellt werden müssen. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und wenn man als Leser glaubt, die Zusammenhänge erkannt zu haben, kommt eine neue Wendung und alles ist anders. Dennoch bleibt die gesamte Handlung logisch nachvollziehbar. Fazit Ein spannender Kriminalroman mit Regionalbezug, der auf Rügen spielt. Vielschichtig in den Themen mit sehr unterschiedlichen Charakteren, atmet die Handlung Geschichte, Musik, Meer und Insel. Unterhaltsame Lesestunden, die nicht nur Rügen-Fans genießen werden.

  • KimVi

    aus Niedersachsen

    4/5

    27.11.2018

    Buch (Taschenbuch)

    Luka Kroczek lässt sich von…

    Luka Kroczek lässt sich von Düsseldorf zur Kripo Bergen auf Rügen versetzen. Als Leiter hat er allerdings nicht den besten Einstand. Denn er kommt am ersten Tag viel zu spät und muss außerdem noch die kleine Tilda mit ins Büro nehmen, da sie noch keinen Kindergartenplatz bekommen hat. Die neuen Kollegen reagieren darauf etwas verwundert. Als dann noch eine grausam zugerichtete Frauenleiche in einem heruntergekommenen Haus gefunden wird, muss Luka sich mit seinem neuen Team in die Ermittlungen stürzen. Schon bald stellt sich heraus, dass es sich bei der Ermordeten um die Ehefrau eines vermögenden Wendegewinners handelt. Für den Staatsanwalt ist sofort klar, dass nur der Ehemann als Täter infrage kommt. Doch je weiter die Ermittlungen fortschreiten, desto verworrener wird der Fall.... Der Einstieg in diesen Ostsee-Krimi gelingt mühelos, denn Klara Holm versteht es hervorragend, die Spannung schon zu Beginn aufzubauen. Sie beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man beinahe glaubt, selbst dabei zu sein. Obwohl man ja bereits beim Lesen der ersten Zeilen ahnt, was der Frau in dem verwahrlosten Haus bevorstehen wird, hofft man das Beste und wird, genau wie das Opfer selbst, vom Täter überrascht. Da nichts auf Identität und Motiv hindeuten, ist der Grundstein für eine spannende Kriminalhandlung gelegt. Im Zentrum der Handlung steht die fieberhafte Suche nach dem Täter und seinem Motiv. Dabei schaut man Luka Kroczek, dem neuen Leiter der Kripo Bergen, über die Schulter. Da die Ermittlungen an seinem ersten Arbeitstag starten, lernt man gemeinsam mit ihm die neuen Kollegen kennen und beobachtet seinen etwas unglücklichen Start. Die Protagonisten haben Ecken und Kanten und wirken sehr glaubhaft und lebendig. Da man auch einen Einblick in die privaten Hintergründe der Hauptakteure bekommt, verstärkt sich der positive Eindruck stetig. Die gelungenen Beschreibungen der Insel Rügen fließen ebenfalls nahtlos in die Handlung ein. Man kann sich damit ganz auf die Erzählung einlassen und den spannenden Ermittlungen folgen. Sehr hilfreich ist dabei auch die Karte am Anfang des Buchs, in der wichtige Stationen eingezeichnet sind. In einem weiteren Handlungsstrang lernt man den kleinen Maik kennen. Er macht mit seiner Mutter und ihrem neuen Freund Urlaub in einem Caravan. Das klingt allerdings harmonischer als es eigentlich ist. Denn Maik hat schreckliche Angst vor Winni. Denn er hat den Freund der Mutter bei einer schrecklichen Tat beobachtet und wird nun von ihm bedroht. Diese kurzen Szenenwechsel sorgen dafür, dass man förmlich an den Seiten klebt und darauf hofft, dass sich für Maik alles zum Guten wandelt. Die Ermittlungen, die privaten Hintergrundinformationen über das Team der Kripo Bergen und Maiks haarsträubende Erlebnisse machen das Lesen zu einem spannenden Vergnügen. Die Auflösung ist überraschend und kaum vorhersehbar, sodass selbst erfahrene Krimileser dem Täter nicht zu früh auf die Schliche kommen dürften.

  • Igelmanu66

    aus Mülheim

    4/5

    24.10.2014

    Buch (Taschenbuch)

    Mord auf Rügen

    „Maik lag auf dem Bett im hinteren Raum des Caravans und hatte Angst. Seine Mutter, die er seit neuestem Mum nennen musste, weil ein Kind bei Frauentausch das immer sagte, stöhnte. Aber das war nicht der Grund für seine Angst. Mama stöhnte ja immer, wenn sie es mit Winni machte. Als er einmal nachgefragt hatte, ob Winni ihr weh tat, hatte sie gekichert. Also ging das wohl irgendwie in Ordnung. Nein, er hatte Angst, weil… «Verdammt, Winni, du bringst mich um», drang Mums Flüstern in seine Gedanken. Sie und Winni lagen auf dem Doppelbett, das abends immer über dem Esstisch im vorderen Teil des Wohnwagens ausgeklappt wurde. Maik musste nur den Kopf drehen, um sie zu sehen, denn es war noch ganz früh am Abend und hell draußen, aber er traute sich nicht. Winni hätte es ganz sicher bemerkt und ihn ausgeschimpft. Und das mit dem Umbringen meinte Mama ja auch gar nicht so. Obwohl Maik ihrem Freund so einiges zutraute. Winni hatte Mama zu dem Urlaub auf Rügen überredet, obwohl Maik deswegen die Schule verpasste. Außerdem hatte er ihren Caravan auf dem verwilderten Grundstück abgestellt, was erboten war. Darum mussten sie immer aufpassen, dass niemand sie erwischte, wenn sie durch das Tor in der Mauer fuhren. Und dann hatte er auch noch was anderes getan… In diesem Augenblick schrie Mama auf. Maik hielt vor Schreck den Atem an. Winni tut ihr nicht weh, ist gut, ist alles gut … Mama hatte das doch selbst gesagt. Aber der anderen Frau, die geschrien hatte, hatte Winni doch weh getan. Ganz doll sogar. Die hatte überall geblutet…“ Der kleine Maik hat etwas Furchtbares gesehen. Und der Leser ahnt auch gleich, was das gewesen sein muss… Rügen, im Mai 2013. In einem Haus in einer kleinen Ortschaft wird eine furchtbar zugerichtete Frauenleiche gefunden. Wie ein Wahnsinniger muss der Täter gewütet haben – Gesicht und Körper zeigen deutliche Spuren einer Axt. Luka Kroczek, gerade frisch von der Kripo Düsseldorf nach Rügen gewechselt, hat noch nicht einmal fertig ausgepackt, als er zum Tatort gerufen wird. Für den arroganten Staatsanwalt steht der Hauptverdächtige schnell fest: «Herrgott! Ich glaube, ich sollte erst mal kurz eine Einführung fürs Inselkommissariat geben. Mir war entfallen, dass Sie hier über keinerlei Erfahrung verfügen. … Wir haben also eine Frau, die in dem unbewohnten Haus ihrer verstorbenen Eltern auf gewaltsame Art ums Leben gebracht wurde. Das ist vielleicht nicht gerade Routine, aber auch nichts Außergewöhnliches. Es kommen zwei Täter in Frage: jemand, der unberechtigterweise ins Haus eingedrungen ist und die Frau zufällig angetroffen und dann erschlagen hat. Das müssen Sie ausschließen. Ansonsten war es der Ehemann.» Bei so viel Unterstützung von oben ist klar, dass es Luka bei seinen Ermittlungen nicht leicht haben wird ;-) Dieser Inselkrimi hat mir richtig Spaß gemacht. Der Schreibstil war angenehm und flott zu lesen. Der Fall gestaltete sich spannend und wartete mit einigen Überraschungen und falschen Fährten auf. Seinen besonderen Charme erhält das Buch durch seine diversen Randthemen. Da gibt es einen ständigen unterschwelligen Ost-West-Konflikt („Bei uns war nicht alles schlechter“), verschiedene familiäre Probleme der Hauptcharaktere und den kleinen Maik, den ich im Eingangszitat kurz vorstellte und der – unschwer zu erkennen – ziemliche Angst vor dem Freund seiner Mutter hat. Diese Themen ziehen sich durch den gesamten Text, sind aber so gestreut und gestaltet, dass sie an keiner Stelle die Spannung unterbrechen. Die Charaktere sind interessant und vielschichtig. (Wie häufig erlebt man schon einen saxophonspielenden Kommissar?) Speziell den Ermittlern konnte ich mich recht nah fühlen. Zwar sind unsere Berufe absolut nicht vergleichbar, aber das Gefühl, ständig und zusätzlich zur Arbeit mit allen möglichen Widrigkeiten kämpfen zu müssen, kenne ich nur zu gut. Da war mir beispielsweise ein Kommissar, der sein Kleinkind mit zum Dienst nehmen musste, weil er keine Betreuungsmöglichkeit finden konnte, sehr sympathisch. Umso mehr, als dieser dann auch Fehler machte, sowohl bei seiner Arbeit, als auch bei der Betreuung der Kleinen. Speziell dieser Aspekt erscheint mir sehr realistisch und bekommt ein dickes Plus von mir. Die Suche nach dem Täter führt Luka und sein Team bis zurück in die 80er Jahre. Auch hierbei ergeben sich sehr interessante Aspekte, die dafür sorgen, dass man an diesem laut Staatsanwalt „doch ganz simplen Fall“ lange zu rätseln hat. Einen Punkt ziehe ich aber ab, weil für mich persönlich die Auflösung nicht „rund“ war. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass andere Leser das anders beurteilen. Fazit: Ein spannender Krimi mit sympathischen und sehr menschlichen Charakteren. Sehr unterhaltsam.

  • Igelmanu

    aus Mülheim

    4/5

    24.10.2014

    Buch (Taschenbuch)

    "In diesem Augenblick schrie…

    "In diesem Augenblick schrie Mama auf. Maik hielt vor Schreck den Atem an. Winni tut ihr nicht weh, ist gut, ist alles gut … Mama hatte das doch selbst gesagt. Aber der anderen Frau, die geschrien hatte, hatte Winni doch weh getan. Ganz doll sogar. Die hatte überall geblutet…“ Der kleine Maik hat etwas Furchtbares gesehen. Und der Leser ahnt auch gleich, was das gewesen sein muss… Rügen, im Mai 2013. In einem Haus in einer kleinen Ortschaft wird eine furchtbar zugerichtete Frauenleiche gefunden. Wie ein Wahnsinniger muss der Täter gewütet haben – Gesicht und Körper zeigen deutliche Spuren einer Axt. Luka Kroczek, gerade frisch von der Kripo Düsseldorf nach Rügen gewechselt, hat noch nicht einmal fertig ausgepackt, als er zum Tatort gerufen wird. Für den arroganten Staatsanwalt steht der Hauptverdächtige schnell fest: «Herrgott! Ich glaube, ich sollte erst mal kurz eine Einführung fürs Inselkommissariat geben. Mir war entfallen, dass Sie hier über keinerlei Erfahrung verfügen. … Wir haben also eine Frau, die in dem unbewohnten Haus ihrer verstorbenen Eltern auf gewaltsame Art ums Leben gebracht wurde. Das ist vielleicht nicht gerade Routine, aber auch nichts Außergewöhnliches. Es kommen zwei Täter in Frage: jemand, der unberechtigterweise ins Haus eingedrungen ist und die Frau zufällig angetroffen und dann erschlagen hat. Das müssen Sie ausschließen. Ansonsten war es der Ehemann.» Bei so viel Unterstützung von oben ist klar, dass es Luka bei seinen Ermittlungen nicht leicht haben wird ;-) Dieser Inselkrimi hat mir richtig Spaß gemacht. Der Schreibstil war angenehm und flott zu lesen. Der Fall gestaltete sich spannend und wartete mit einigen Überraschungen und falschen Fährten auf. Seinen besonderen Charme erhält das Buch durch seine diversen Randthemen. Da gibt es einen ständigen unterschwelligen Ost-West-Konflikt („Bei uns war nicht alles schlechter“), verschiedene familiäre Probleme der Hauptcharaktere und den kleinen Maik, den ich im Eingangszitat kurz vorstellte und der – unschwer zu erkennen – ziemliche Angst vor dem Freund seiner Mutter hat. Diese Themen ziehen sich durch den gesamten Text, sind aber so gestreut und gestaltet, dass sie an keiner Stelle die Spannung unterbrechen. Die Charaktere sind interessant und vielschichtig. (Wie häufig erlebt man schon einen saxophonspielenden Kommissar?) Speziell den Ermittlern konnte ich mich recht nah fühlen. Zwar sind unsere Berufe absolut nicht vergleichbar, aber das Gefühl, ständig und zusätzlich zur Arbeit mit allen möglichen Widrigkeiten kämpfen zu müssen, kenne ich nur zu gut. Da war mir beispielsweise ein Kommissar, der sein Kleinkind mit zum Dienst nehmen musste, weil er keine Betreuungsmöglichkeit finden konnte, sehr sympathisch. Umso mehr, als dieser dann auch Fehler machte, sowohl bei seiner Arbeit, als auch bei der Betreuung der Kleinen. Speziell dieser Aspekt erscheint mir sehr realistisch und bekommt ein dickes Plus von mir. Die Suche nach dem Täter führt Luka und sein Team bis zurück in die 80er Jahre. Auch hierbei ergeben sich sehr interessante Aspekte, die dafür sorgen, dass man an diesem laut Staatsanwalt „doch ganz simplen Fall“ lange zu rätseln hat. Einen Punkt ziehe ich aber ab, weil für mich persönlich die Auflösung nicht „rund“ war. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass andere Leser das anders beurteilen. Fazit: Ein spannender Krimi mit sympathischen und sehr menschlichen Charakteren. Sehr unterhaltsam.

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