Themengestaltung und Erzählformen der Exilliteratur am Beispiel von Stefan Zweigs ¿Schachnovelle¿ (1943) und Anna Seghers¿ ¿Der Ausflug der toten Mädc

Themengestaltung und Erzählformen der Exilliteratur am Beispiel von Stefan Zweigs ¿Schachnovelle¿ (1943) und Anna Seghers¿ ¿Der Ausflug der toten Mädc

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Themengestaltung und Erzählformen der Exilliteratur am Beispiel von Stefan Zweigs ¿Schachnovelle¿ (1943) und Anna Seghers¿ ¿Der Ausflug der toten Mädc

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

06.11.2014

Verlag

Bachelor + Master Publishing

Seitenzahl

48

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

06.11.2014

Verlag

Bachelor + Master Publishing

Seitenzahl

48

Maße (L/B/H)

22/15,5/0,4 cm

Gewicht

93 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95820-191-0

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Textprobe:
Kapitel 1., Forschungslage:
1.3, Stellenwert der beiden Texte innerhalb des Forschungsgebietes:
Sowohl Zweig als auch Seghers Werke prangern ganz klar die politischen und sozialen Umstände Deutschlands und Österreichs unter dem Nazi-Regime an.
Zweig geht auf die psychische Tortur an unter der die Figur des Dr. B zu monatelang zu leiden hat. Er stellt ein vernünftiges menschliches Wesen einem rational nicht begreifbaren Regime und einem zumindest menschlich versagendem Schachspieler entgegen. Er warnt nicht nur vor der Entmenschlichung, die seine Figur im Exil fast zu Grunde gehen lässt, sondern prangert sie an, indem er Czentovic fast schon lächerlich macht. Zuletzt klagt er durch seine Dokumentation der Gefangenschaft und der Verhöre im Hotel Metropol die Vorgehensweisen der Nationalsozialisten an.
Die politische Haltung des Autors geht ganz klar aus der Novelle hervor. Stefan Zweig wäre laut Sterns Typenkategorien wohl eher als egozentristisch isolierte Person anzusehen, da er im Exil sitzt und durch seine Depressionen in Verbindung mit dem ungeheuren Druck des Kriegs nicht mit der Situation zurecht kommt. Er rettet sich indem er den Freitod wählt, denkt aber nicht an seine soziale Rolle und Wichtigkeit, die er sich bereits vor seinem Exil aufgebaut hat.
Dr. B hat sein gesamtes altes Leben verloren: der einst angesehene Geschäftsmann findet sich in Isolationshaft wieder und erkämpft sich seinen neuen Lebensraum dadurch, dass er nicht an Einsamkeit stirbt oder in den Verhören zusammenbricht. Sein neuer Lebensraum ist zum einen das Schachspiel, das für ihn Segen und Verdammung zugleich bedeutet, zum anderen die Befreiung aus der Haft, hervorgerufen durch das Schachfieber . Letzteres fällt unter die Kategorie von Krankheit und Tod von Vortriede.
Die Schiffsmetaphorik, auf die an anderer Stelle noch einmal eingegangen wird, unterstreicht das Nicht-Ankommen, zwischen Isolation und Assimilation.
Ernst Bloch hat die oben erwähnten assimilierten beziehungsweise isolierten Typen von Autoren fast schon stilisiert: auf den Typus, der den Deutschlandha bis zum Selbstha getrieben hat und die Vollassimilation wohl nicht erreicht, so doch anstrebt und auf den zweiten Typus, der sein altes sein und Bewu tsein behalten will, als wäre mit der Einreise in die U.S.A. nichts geschehen.
Czentovic ist sehr klar ein Beispiel für den Ignoranten, welcher überall gleich funktioniert und welcher wohl kaum Unterschiede zwischen New York und Buenos Aires merken wird, solange es an beiden Orten Schachbretter gibt.
Dr. B hingegen wird es wohl immer unmöglich bleiben sich komplett irgendwo zu integrieren, da er durch seine unfreiwillige Isolation unter einer gewissen Spannung steht, die durch Impulse, wie etwa das Schachspielen immer wieder aufgerufen wird. Rein äußerlich ist er ein, zwar schnell gealterter, aber normaler Mann, seine seelischen Narben entstammen aber ganz eindeutig dem Krieg und dem Exil und haben aus ihm erst die Figur gemacht, die er ist.
Czentovic steht stellvertretend für eine ganze Generation, deren Verhalten oft logisch aber nicht menschlich nachvollziehbar ist. Er ist en gefühlskalter Automat, der von vielen Interpreten als Personifizierung des Faschismus angesehen wird. Er mag eine Koryphäe auf dem Gebiet des Schachs sein, ist aber menschlich unterentwickelt und zeichnet sich nur durch negative Charaktereigenschaften, wie etwa seine Arroganz, aus. Im Dritten Reich gab es ganz gewiss viele Intellektuelle, welche schulisch gebildet waren, trotzdem menschlich und emotional so verkümmert waren, dass sie sich dem Hitler-Regime anschlossen.
Die Schachnovelle zeichnet sich im Großen und Ganzen wohl eher durch Sprachreduktion aus. Czentovic redet kaum, während Dr. B auf realistische Art und Weise darstellt, wie die Monate in Gefangenschaft für ihn waren und was sie mit ihm gemacht haben.
Seghers Erzählung prangert die politische Situation und ihre Folgen auch an, dies geschieht allerdings
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