Ende April am Tegernsee: Kommissar Clemens Wallner ermittelt in gleich zwei mysteriösen Fällen: Ein Bestattungsunternehmer versinkt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall, während gleichzeitig eine junge Frau verschwindet. Ihr Wagen wird kurz darauf im Gebirge gefunden - aufgespießt von einem Maibaum. Im Lauf der Ermittlungen stellt sich heraus, dass beide Ereignisse auf eigenartige Weise zusammenhängen - und dass bei beiden Wallners anarcho-bayerischer Kollege Leonhardt Kreuthner seine Finger im Spiel hat, dem diesmal ein genialer Plan für einen Maibaumklau aus dem Ruder gelaufen ist.
Kundinnen und Kunden meinen
3.3/5.0
Bewertung
aus Luftenberg
5/5
06.06.2015
eBook (ePUB 3)
Super!
Ich hab ihn zwar noch nicht gelesen, aber wenn andere so komische Rezessionen posten dürfen, dann muss jemand zumindest den Schnitt heben. Die Bücher von A. Föhr sind allesamt spannend! Bravo!
Bewertung
aus Berlin
4/5
23.02.2015
eBook (ePUB 3)
Entspannender Lesespaß
Das Wort »Provinz« hat im Deutschen einen abwertenden Beiklang, deshalb mag ich Andreas Föhrs »Wolfsschlucht« nicht als Provinz-Krimi bezeichnen. »Regionaler Kriminalroman« klingt auch blöd, Formulierungen mit dem Wort »verortet« sind mir ein Graus, und »Lokalkrimi« klingt, als würde das ganze Buch im Wirtshaus spielen. Da spielt es aber nur zu einem (wichtigen) Teil, der Rest spielt sich im bayerischen Voralpenland ab.
Nennen wirs also einfach einen sehr gelungenen Polizisten-Krimi. »Wolfsschlucht« ist der sechste Band einer Serie um Kommissar Clemens Wallner, einem Vertreter des Typs »besonnener Ermittler, dem nichts Menschliches fremd ist« und Polizeiobermeister Leonhard Kreuthner, einem meist alkoholisierten Unglück auf der Suche nach einem Ort, an dem es passieren kann.
Wallner ermittelt diesmal in einem mysteriösen Mord an einem Bestattungsunternehmer und einer nicht minder seltsamen Entführung der Tochter eines Psychiaters. Man muss kein sonderlich erfahrener Krimi-Aficionado sein, um sofort richtig zu ahnen, dass beide Fälle zusammenhängen. Es spricht sehr für Föhr als Autor, dass er zwar solch sattsam bekannte Handlungsmuster bedient, trotzdem aber Spannung zu erzeugen weiß und den Geschehnissen gelegentlich einen überraschenden Dreh gibt, der auch die Augenbrauen der »kennichweißichwarichschons« nach oben treibt. Das Buch liest sich locker in einem Rutsch durch, was nicht nur der Whodunit-Spannung zu danken ist, sondern auch den komisch-skurrilen Einlagen von POM Kreuthner, der in seiner Stammkneipe ein ums andere Mal ins Schlingern gerät und schweres Gerät beim Maibaum-Diebstahl zweckentfremdet.
Das erreicht nicht ganz die große Slapstick-Klasse der offensichtlich als Vorbild dienenden Kluftinger-Krimis, ist aber ein schöner, sehr professionell gemachter Lesespaß zur Entspannung. Hat mir gefallen.
rasc
4/5
17.02.2015
eBook (ePUB 3)
Des Wolfes langer Atem
Poizeiobermeister Kreuthner hat mit seinen Saufkumpanen Mist gebaut, richtig großen Mist. Am nächsten Morgen liegt der Bestatter Scheffler tot in der Mangfall, einem Flüsschen in der Nähe von Miesbach. Bei der Miesbacher Kripo hat deren Leiter, der stets frierende Kommissar Wallner, derweil ganz andere Probleme. Sein Großvater Manfred wird erwischt, wie er die Kinder einer Schule beobachtet. Eine dem Alkohol zugeneigte Arztgattin meldet ihre erwachsene Tochter Bianca Stein als vermisst. Und dann ist da noch diese rothaarige Hexe. Kein Witz, sie praktiziert magische Rituale in ihrem Garten, nutzt Erdställe als Kraftfelder und versucht wie alle Beteiligten, ihre kleinen dunklen Geheimnisse zu verbergen.
Der Beginn dieses Krimis eröffnet mehrere Handlungsstränge, die zunächst nichts miteinander zu tun haben scheinen. Ganz bayerische Gemächlichkeit, schleppt sich das Buch in der ersten Hälfte so dahin. Man wähnt sich in einem Bodensee-Tatort, wo ebenfalls viele tiefsinnige Gespräche geführt werden, die Handlung aber keinen Deut vorankommt. Nur dass man hier im Tegernseegebiet ist, wo die Berge höher, die Wälder tiefer und die Menschen grantelig-gemütlicher sind, die Leute aber trotzdem niemanden hinter ihre verschlossenen Fassaden schauen lassen.
Man braucht einen langen Atem, gerade weil anfangs kaum etwas passiert und sich mangels Ermittlungsergebnissen Langeweile einschleicht. Kleines Highlight zwischendurch ist der BMW, der mitten im Wald gefunden wird, von oben durchbohrt von einem Baumstamm. Ein Maibaum, wie man kurz darauf erfahren wird, und natürlich hat wieder der Kreuthner seine Finger im Spiel. Beziehungsweise einen Hubschrauber. Womit die Sache zwar etwas an Fahrt gewinnt, aber an Glaubwürdigkeit verliert. Zu arg wird hier in überzogener James-Bond-Manier ein uraltes Maibaumklau-Ritual gepflegt. Immerhin heftet der abgestürzte Maibaum die Handlungsfäden zum Teil zusammen, denn der demolierte Wagen gehört der vermissten Bianca.
Und dann ist da noch der Wolf. Mittendrin taucht er auf, in der Wolfsschlucht, die dem Krimi den Namen gibt. Wobei wohl nur der Autor oder der Verlag wissen, warum ausgerechnet diese Schlucht als Titel herhalten muss. Vielleicht, weil Bianca dort aufgefunden wird, zum Glück lebend, und weil ab da die Handlung endlich, endlich Fahrt aufnimmt, der Spannungsbogen gespannt wird und die Ermittlungen anfangen sich zu überschlagen. Opa Manfred bricht im wahrsten Sinne des Wortes zwischendurch auch immer wieder in die Handlung ein, hat er doch nicht unwesentlich Anteil an wesentlichen Details. So bleibt auch nicht aus, dass er in brachialhumoriger Weise einen Wochenmarkt aufmischt; man wird unwillkürlich an Hallervordens "die Kuh Elsa ist tot" erinnert.
Föhr schafft es, in der zweiten Buchhälfte die Spannung hoch zu halten, dem Ende habe ich dann doch entgegengefiebert. Die Fäden dröseln sich auf, Steinchen auf Steinchen fällt an seinen Platz und auch das Rätsel löst sich, warum die Tochter der Hexe offensichtlich Clemens Wallners Augen hat. Ich kannte Andreas Föhr bisher nur vom ersten Wallner-Krimi "Der Prinzessinnenmörder", der mir sehr gut gefallen hat. Außerdem hatte ich das Vergnügen, Föhr bei einer Lesung zu "Totensonntag" live zu erleben. Umso gespannter war ich auf diesen sechsten Band um Kommissar Wallner und seinen chaotischen Kollegen Kreuthner. Etwas mehr Schwung in der ersten Hälfte hätte dem Krimi gut getan, die zweite Hälfte hat mich dann aber mit dem Gesamtwerk ausgesöhnt. Und den Wolf – den hätt's nun wirklich nicht gebraucht.
Bewertung
aus Willingen
4/5
09.02.2015
eBook (ePUB 3)
Ein lesenswerter Bayernkrimi
Ich muss gestehen, ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen und war absolut begeistert. „Wolfsschlucht“ war mein 6. Kriminalfall bei dem mich Andreas Föhr wieder einmal mitgenommen hat ins wunderschön gelegene Tegernseer Tal. Wie immer bei diesem Autor, ein Krimi mit einem Hauch von Witz. Vom Niveau und vom Unterhaltungswert her liegt „Wolfsschlucht“ auf einer Höhe mit den fünf früheren Episoden der Krimi-Reihe. Wer Sinn für das Skurrile hat und eine gute Handlung zu schätzen weiß, der sollte „Wolfsschlucht“ unbedingt lesen. Ein durchweg toller Krimi.
Bewertung
aus Römerberg
4/5
09.02.2015
eBook (ePUB 3)
Sehr spannend mit einigen Übertreibungen
„Wolfsschlucht“ ist das sechste Buch von Andreas Föhr, welches sich um den bayerischen Kriminalkommissar Clemens Wallner aus Miesbach dreht und es ist das erste Buch von Andreas Föhr, welches ich gelesen habe.
Dieser Roman ist genauso wie die vorangegangenen Bücher (soweit ich das richtig gelesen habe) in sich abgeschlossen, insofern ist es nicht nötig, die anderen Bücher zu kennen oder sie in einer bestimmten Reihenfolge zu lesen.
In diesem Roman wird Kommissar Wallner gleich mit zwei Fällen konfrontiert. Zum einen ist da die Leiche eines Bestattungsunternehmers, der erschossen in seinem Leichenwagen in der Mangfall (einem Abfluss des Tegernsees, welcher bei Rosenheim in den Inn mündet) gefunden wird. Zum zweiten verschwindet eine junge Frau spurlos, ihr Wagen wird mitten im Gebirge gefunden – durchbohrt von einem Maibaum.
Beide Fälle scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben, bald jedoch kristallisiert sich heraus, dass da gewisse Verbindungen gibt. Und welche Rolle spielt die selbsternannte „Hexe“ Stephanie in der ganzen Geschichte?
Es dauert ein bisschen, bis die Handlung sich entwickelt, aber dann geht es ab – man kann kaum noch das Buch aus der Hand legen, so spannend ist es.
Mir hat das Buch mit einigen Abstrichen sehr gut gefallen. Welche Einschränkungen sind das? Da ist zum einen der „bayerische“ Dialekt, der in einigen Dialogen auftaucht. Nun ja, bayerisch ist das ganz sicher nicht, sondern eher pseudo-bayerisch. Kein Mensch spricht so. Ich kann verstehen, dass der Autor versucht, hier ein bisschen „Lokalkolorit“ hineinzubringen, aber ganz ehrlich: so was kann man auch in Schriftdeutsch machen, dazu muss man die Leute nicht sechs Worte Hochdeutsch und zwischendurch eines oder zwei bayerisch reden lassen. Das klingt einfach nur lächerlich.
Außerdem haben mir zwei Szenen im Buch ganz und gar nicht gefallen. Die eine ist die Szene, wo der Maibaum geklaut wird. Das erinnerte mich doch sehr stark an den „Fallschirmsprung“ aus Dan Browns „Illuminati“. Völlig übertrieben und abgedreht.
Zum anderen gibt es eine Szene, wo der Polizist Kreuthner mit drei Liter Bier im Schädel in einer Kneipe seine Dienstpistole zieht und weitgehend ohne triftigen Grund zwei (Warn-)Schüsse in die Decke abgibt. Erst einmal ist ein Polizist, der während des Dienstes drei Liter Bier trinkt, die längste Zeit Polizist gewesen. Und wenn er privat da war, dann hat er gefälligst seine Knarre zu Hause zu lassen. Dass er hinterher das komplette Magazin verschwinden lässt und es als „verloren“ meldet, um keine Auskunft über den Verbleib der beiden Patronen gegen zu müssen, macht die Sache nicht besser – eher im Gegenteil… HALLO?? Wenn ein Polizist auch nur eine Patrone Munition verliert (geschweige denn ein ganzes Magazin), dann rückt erst mal die „Kavallerie“ an und es gibt eine Vielzahl von Untersuchungen, Vernehmungen, ggf. auch eine Suspendierung usw.
Nein, Herr Föhr, das war deutlichst übertrieben, und dass ich in der Summe nur einen Stern abziehe (gerechtfertigt wären hierfür in meinen Augen zwei), hat damit zu tun, dass die Handlung (abgesehen von den geschilderten Ereignissen) außerordentlich spannend und das Buch insgesamt trotzdem sehr lesenswert ist.
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4/5
16.05.2018
Buch (Taschenbuch)
Hoffentlich nur ein Ausrutscher...
Für mich ist dieser Fall zu humorig und zu derb. Wo ist der feinsinnige und gut konstruierende Föhr hin, der auch harte Themen und harte Fälle anpackt und zu guter Unterhaltung spinnt?! Ich mag die Reihe, weil sie sich vom Klamauk der bayrischen Kollegen abgehoben hat und trotzdem einen lockeren und situativen Humor hatte, aber so bitte nicht! Der Fall ist grade noch okay und als Fan muss dieses Buch eh ins Regal, aber ich hoffe sehr, dass das einfach ein Ausrutscher war und den überragenden Vorgängern geschuldet ist - einmal ist hoffentlich kein(weiteres)mal!
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4/5
27.04.2015
Hörbuch-Download (MP3)
Vorsicht! Man kann süchtig werden!
Ich liebe Krimis, die eine gute Handlung haben und eine ordentlich Portion Humor und Witz.
Und Andreas Föhr ist das mal wieder mit Wolfsschlucht gelungen. Und wenn Michael Schwarzmaier liest, dann kann es eigentlich nur ein Hörgenuss werden. Viel Spaß!
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