Mythen und Legenden des Ersten Weltkrieges. Der Nibelungenmythos Eine Untersuchung der Entstehung kontrafaktischer Narrationen und deren Wirkung auf das Geschichtsbewusstsein
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
17.12.2014
Verlag
GRINSeitenzahl
114 (Printausgabe)
Dateigröße
858 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656862666
Der Erste Weltkrieg wurde als die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" bezeichnet und verweist somit auf nachfolgende, noch drastischere Ereignisse wie den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. Das Ziel der Arbeit entspringt dem Gedanken, "entstand die Urkatastrophe aus einem Ursprungsmythos"?
Diesen Kriegsjahren vorangegangen war die Reichseinigung, die es mit sich brachte, ein "Stück" positiver "eigener Vergangenheit" zu finden, um die Nation zu legitimieren. Deutschland war hierbei eine Art Sonderfall, denn im Gegensatz zu Frankreich besaß es keinen Überfluss an nationalen Mythen. Es gilt deshalb herauszufinden, wie der Nibelungenmythos es schaffen konnte, von einer höfischen Erzählung zum nationalen Ursprungsmythos zu werden. Die Erzählung eignet sich m.E. für eine Betrachtung des Mythenverständnisses der Weltkriegszeit deshalb in besonderem Maße, da sie durch ihre ständige Metamorphose als Beispiel für den Konstruktcharakter von Geschichte funktioniert. Durch eine Vielzahl von Autoren erfuhr sie eine Interpretation und Darstellung, was uns somit einen detaillierten Einblick in die jeweilige Rezeptions- und Zeitgeschichte gibt. Sowohl in der Propaganda des Ersten als auch des Zweiten Weltkrieges wurde der Mythos aufgegriffen und instrumentalisiert bzw. gilt sogar als unweigerliche "Brücke" zwischen beiden (Dolchstoßlegende).
Neben maßgeblichen Autoren wie Johann Jacob Bodmer, Friedrich Heinrich v. d. Hagen, Heinrich Heine, Friedrich Hebbel, Felix Dahn, Karl Lachmann, Emanuel Geibel, Georg Herwegh, Wilhelm Jordan, Franz v. Liszt u.a. wird speziell ein Schwerpunkt auf Richard Wagners Nibelungen Adaption gelegt werden.
Wie trug der Mythos zur Kriegsbegeisterung bei bzw. wie konnte er davon ablenken, dass das einzelne Individuum längst nicht mehr zählte und nun die Maschinen herrschten?
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