Somers Leben ist genauso, wie sie es sich immer vorgestellt hat. Frisch verheiratet, mit einem neuen Job als Ärztin in San Francisco. Doch dann stellt sie fest, dass sie keine Kinder bekommen kann. Zur gleichen Zeit wird in einem abgelegenen indischen Dorf ein Mädchen geboren. Kavita, die Mutter, erkennt, dass sie das Leben ihrer Tochter nur retten kann, wenn sie sie weggibt. Als Somer und ihr Ehemann ein Foto des Mädchens in einem Waisenhaus in Mumbai sehen, entscheiden sie sich für eine Adoption. Somer ahnt, dass dieser Weg nicht leicht wird. Aber sie hofft, dass Liebe alle Probleme lösen kann.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Esslingen am Neckar
5/5
11.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Familiengeschichte zwischen zwei Kulturen
In "Geheime Tochter" von Shilpi Somaya Gowda tauchen wir in zwei Welten ab, die einiges gemeinsam haben. Während die eine Welt exotisch, andersartig und fremd anmutet, ist die zweite dem Leser dann doch eher vertrauter und "näher". Wie diese zwei Welten miteinander verwoben sind, das erzählt diese berührende Familiengeschichte.
Kavita und Jasu sind ein indisches Ehepaar, die Eltern werden. Allerdings ist das Kind ein Mädchen, die Familie ist arm und könnte niemals eine Mitgift aufbringen. Schweren Herzens beschließt die Mutter, das Kind in ein Waisenhaus zu bringen, nur so kann das Mädchen überleben.
In den USA erfahren der indischstämmige Kris und seine Frau Somer, dass sie keine Kinder bekommen können. Es ist ein herber Schlag für das glückliche Ärztepaar. Sie entschließen sich für eine Adoption in Indien.
Wie das Ganze sich nun verbindet - man braucht kein Hellseher zu sein, um den weiteren Verlauf der Story zu ahnen, denn die Versatzstücke dazu sind wohlbekannt. Eine Adoption, ein Kind, das erfährt, dass es adoptiert ist und seine wahren Eltern kennenlernen will, eine Mutter, die nie verkraftet hat, dass sie ihr Kind weggeben musste, das alles auch noch kulturübergreifend - wahrlich nichts Neues.
Warum dieses Buch trotzdem eine sehr gute Wertung von mir erhält? Ganz einfach, weil es berührend und frei von Kitsch die einzelnen Schicksale beschreibt. Die Entwicklung der Menschen, die Denkweisen, der Umgang mit dem Leben und seinen Verwicklungen wirkte auf mich zu jeder Zeit glaubhaft und echt. Sei es Somer, die von der selbstbewußten Ärztin zur traurigen und ängstlichen Frau mutiert, seien es die indischen Eltern, die versuchen, für sich und ihren später geborenen Sohn ein besseres Leben zu erarbeiten. Ich kann mir ansatzweise vorstellen, wie Asha sich fühlen muss unter den ganzen blonden US-Beauties, sie mit ihrem exotischen Aussehen. Dass Kris immer kompromissloser und härter wird, in diesem Land, was nicht seine Heimat ist, mit einer Frau, die sich so verändert, wie er es nie für möglich gehalten hätte.
Würde ich das Buch als kulturelles Kaleidoskop sehen, hätte ich in meiner Wertung durchaus Abzüge vornehmen müssen. Das Buch legt weitaus mehr Augenmerk auf die amerikanische Seite, beschreibt in Indien nur das Nötigste, auch wenn eine farbenprächtige Welt entsteht. Aber Indien ist eben genau das nicht, eine nur farbenprächtige, exotische Welt. Die Schattenseiten werden im Buch fast komplett außer Acht gelassen. Klar, durchaus ein Kritikpunkt, betrachtet man das Buch wie gesagt als Spiegelbild einer Kultur.
Da für mich aber die Familiengeschichte wichtig war, sehe ich das Buch eher losgelöst von seinen Handlungsorten. Und die Geschichte, die erzählt wird, hat mich zutiefst bewegt, die Charaktere, die alle so sehr nach ihrem Platz im Leben suchen, nach Glück streben, das nicht immer gelingt, haben mich wirklich für sich eingenommen. Da ich rein diese Geschichte bewerte, kann ich nicht anders als die Höchstnote ziehen. Denn diese ganzen Schicksalsverwicklungen so wohltuend kitschfrei zu erzählen, noch dazu mit einer Art Happy-End, die aber doch vieles offenlässt, das schafft nicht jede Autorin. Für mich ein kleines, gefühlvolles Highlight des beginnenden Leseherbstes!
Bewertung
aus Zorneding
5/5
30.08.2018
eBook (ePUB 3)
Sehr schöne Geschichte
Ich habe das Buch innerhalb ein paar Tage durchgelesen. Ich finde die Geschichte sehr gut geschrieben und ich finde es sehr gut das sie aus der Sicht mehrerer Beteiligten geschrieben worden ist. Auch wird sehr gut dargestellt wie die Lebensumstände in Indien sind. Kann das Buch nur weiterempfehlen.
MissRichardParker
5/5
06.01.2014
Buch (Taschenbuch)
Sehr stark!!!
Im Alter von einem Jahr wird Asha in Indien in einem Waisenhaus von einem amerikanisch-indischen Ehepaar adoptiert, das selber keine Kinder bekommen kann. Asha wächst behütet in Kalifornien auf, hat alles was man sich wünschen kann. Doch ihre Wurzeln kennt Sie nicht. Als sie immer mehr Fragen zu Ihrer Herkunft stellt wird die so glücklich wirkende Familie auf eine harte Probe gestellt. Schliesslich ergattert Asha ein Stipendium und reist für ein Jahr nach Indien, zur Familie ihres Vaters. Dort lernt sie Ihr Heimatland kennen, und zwar mit all den Facetten die Indien bietet. Auf Ihrer Reise erkennt sie was wahre Liebe, Mutterschaft, Mut und Hoffnung bedeutet...
Die Geschichte wird aus verschiedenen, absolut gegensätzlichen Sichtweisen erzählt: dem Adoptiv-Ehepaar Somer und Kris und dem indischen, leiblichen Ehepaar Jasu und Kavita. Die wohlhabenden Ärzte aus Amerika und dem armen einfachen Paar aus Indien, welches täglich ums Überleben kämpft.
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an mitgerissen und ich hatte es in wenigen Stunden ausgelesen. Es ist unglaublich spannend und man kann es einfach nicht zur Seite legen. Die Autorin schreibt unglaublich schön, und man verliert sich komplett in dieser Geschichte, in dieser fremden Welt, kann die Stimmen beim lesen beinahe hören, die Gerüche riechen.... Ich kann es Roman-Liebhaberinnen, die Geschichten mit Tiefgang mögen wärmstens empfehlen. Ich empfand das Buch als eine Bereicherung!
Bewertung
aus Rudolfstetten
5/5
13.11.2013
Buch (Taschenbuch)
Indien
Ich habe dieses Buch vor einiger Zeit bereits von meiner Tochter leihweise erhalten und nun für eine Freundin zum Geburtstag gekauft. In meiner Erinnerung ist vor allem der immense Unterschied zwischen den beiden Indien aufgefallen, der sehr schön aufgezeigt wird. Die Beschreibung der verschiedenen Milieus ist einmalig - ebenso die Sicht der beiden Mütter.
Marion Olßon
aus Reutlingen
5/5
04.04.2013
eBook (ePUB 3)
Wahre Mutterliebe!
Eine junge Frau bringt kurz vor dem Monsun in Indien eine Tochter zur Welt, diese hat in dem Land keine Möglichkeit frei aufzuwachsen. Um nicht das Schicksal ihrer erstgeborenen Schwester zu teilen bingt Kavita ihr Mädchen in ein Waisenhaus.Ein indisch-amerikanisches Ehepaar adoptiert ein Jahr später die Kleine und diese wächst in Amerika auf ,mit allen Möglichkeiten die sich ihr dort bieten.Ihre leiblichen Eltern vergessen sie nie und doch müssen sie sich mehr schlecht als recht durch das Leben schlagen.Als junge Erwachsene macht sich das Mädchen auf,ihre leiblichen Eltern zu suchen, eine Suche die mit vielen Schmerzen und Unsicherheiten verbunden ist.
Ein wirklich gelungener Roman der uns die Unterschiedlichkeit zweier Kulturen nahe bringt aber auch ein Aufruf an die Menschlichkeit und an das Verstehen des Anderen.
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5/5
09.09.2012
Buch (Taschenbuch)
Wie groß muss Mutterliebe sein....
Wie groß muss Mutterliebe sein? Kavita muss gleich nach der Geburt ihrer Tochter eine schwere Entscheidung treffen: wenn sie ihre Tochter nicht in die sichere Obhut eines Waisenhauses gibt, wird diese in Indien nicht überleben.
In Shilpi Somaya Gowdas Buch begegnen wir starken Frauen.
Kavita, die erkennen muss, dass in Indien nur der männliche Nachwuchs zählt und Somer, die erfahren muss, dass sie keine eigenen Kinder bekommen kann. Das Schicksal führt die 2 Frauen über Kavitas Tochter Asha zusammen.
Sehr einfühlsam, aber auch deutlich werden die Leben der Frauen beleuchtet. Beeindruckend auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Auslandsadoption und "Heimat finden".
Diese Buch hat mich nicht "kalt" gelassen, die Gefühle werden lebendig und die Frage "Was bedeutet Familie" lässt nicht los. Absolut lesenswert.
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4/5
03.12.2012
Buch (Taschenbuch)
Wunderbar leicht und spannend
In die facettenreiche Handlung wurde ich schnell hineingezogen. So unterhaltsam und bewegend, so ausdrucksstark erzählt die Autorin von zwei Familien, einer indischen und einer amerikanischen. Diese Familien verbindet die Tochter Asha, die die amerikanischen Eltern aus Bombay adoptiert haben. Aber es ist nicht nur der Entwicklungsgang der Tochter, der berührt. Vielmehr sind es die komplexen Themen und persönlichen Lebensgeschichten aus Indien und Amerika wie Adoption, Herkunft, Familie, Identität und Muttersein, die die Autorin sehr lebendig, sehr glaubhaft und interessant schildert. Dabei fließt vor allem auch indische Lebensart unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten in den Text ein. Trotz des versöhnlichen Ausgangs ist der Roman frei von Kitsch und Klischees und variiert, wunderbar leicht und spannend zu lesen, zeitlose Themen.
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4/5
20.08.2012
Buch (Taschenbuch)
Ein mitreißender Roman
Wunderschöne Lektüre über die verschiedenen Arten und Möglichkeiten der Mutterliebe, die niemanden kalt lassen kann. Was ist eine Familie? Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man dieses Buch liest? Bewegend, aber ohne kitschig zu sein wird über die Höhen und Tiefen und die Vielfältigkeit des Familienlebens geschrieben. Lesenswert!
Eine indische Mutter ist gezwungen ihre Tochter heimlich ins Waisenhaus zu bringen. Das machen fast alle arme Familien. Es ist ihre Zweitgeborene. Sie soll leben und nicht, wie ihre Schwester sterben. Ein Ehepaar aus Kalifornien adoptiert das Mädchen. Als Erwachsene sucht sie ihre Wurzeln in Indien und findet ihre Familie, jedoch werden sie sich niemals treffen. Es ist kaum zu ertragen, über dieses Schicksal zu lesen, denn Usha wird 1984 geboren! Es ist also gegenwärtige Realität, dass Mädchen in armen indischen Familien nichts wert sind und entsorgt werden.
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