Von Ratten, Schmeißfliegen und Heuschrecken Judenfeindliche Tiersymbolisierungen und die postfaschistischen Grenzen des Sagbaren
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Ja
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Ja
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
08.04.2015
Verlag
Herbert von Halem VerlagSeitenzahl
452 (Printausgabe)
Dateigröße
13088 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783864965135
In der Judenfeindschaft haben solche Tiersymbolisierungen eine lange Tradition: Während das klassische Motiv des mittelalterlichen Antijudaismus die Sau ist, die als unrein und dreckig gilt, dominieren im Nationalsozialismus Symbolisierungen der jüdischen Bevölkerung als Ungeziefer und Bakterien, die den >Volkskörper< verzehren und zersetzen. An diese Abwertungen werden Handlungsaufforderungen geknüpft und beispielsweise gefordert, >Trichinen< nicht zu erziehen, sondern zu vernichten.
Nach 1945 fallen die meisten pejorativen Tiersymbolisierungen in der öffentlichen Rede unter ein Tabu. Dennoch bleiben die Grenzen des Sagbaren fortan umkämpft: Vor allem in Wahlkämpfen wird über die Implikationen von Tiersymbolisierungen gestritten, auch wenn schlussendlich ihre Unsagbarkeit bestätigt wird. Erst Franz Münteferings Verwendung der >Heuschrecke< öffnete im Jahr 2005 wieder die Schleusen und so gewinnt schließlich ein Insektensymbol im Rahmen diverser Krisen der Anti-Globalisierungsdebatte einen neuen Stellenwert.
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