War es früher anders? Gab es eine Zeit, in der Lena dazugehörte? Eine Zeit, in der sie normal war, nicht auffiel? Eine Zeit, in der sie "hineinpasste"? Lenas Geschichte packt: mit Eltern, die drücken, drängen und mit "den anderen" vergleichen. Packt mit Verena, der besten Freundin - ... die keine Freundin ist, mit dem Schwager Manfred, einem Mister Oberwichtig, Pascha und spackig bis dorthinaus. Mit Christian, Lenas Freund, der für sie da ist, was auch passiert. Doch vor allem packt Lenas Größe, 1 Meter und 82 Zentimeter, die sich zwischen sie und andere Menschen zwängen. 1 Meter und 82 Zentimeter, die sie immer wieder aufs Neue verletzen. Aufrichtig und mit schwarzem Humor erzählt "Die Luft da oben" von einer Außenseiterin. Es gelingt der Autorin, einen unsichtbaren Gegner sichtbar werden zu lassen - den mächtigsten Gegner, den ein junger Mensch haben kann: sich selbst.
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"Die Luft da oben" erzählt den Selbstfindungsprozess der 25-jährigen Lena knackig, kurzweilig und mit (Wort-) Witz. In vielen von Lenas Gedanken und Selbstzweifeln habe ich mich wiederfinden können, und so hat mich ihre Geschichte mitten ins Herz getroffen. Noch jetzt, nach der Lektüre, klingen Stellen des Buches in mir nach und lassen mich über mich selbst und mein Leben nachdenken:
- "Könnte ich mich nur auch einmal für ein "Entweder" entscheiden, ohne dann von der Angst aufgefressen zu werden, ob mir das fehlende "Oder" in der Zukunft das Genick brechen wird!" (S. 71)
- "Ich habe schon viel zu oft aus Angst die sichere Seite gewählt. Ich will es alleine schaffen, aber ich brauche dazu euer Vertrauen! Glaubt an mich, damit ich an mich selbst glauben kann." (S. 168)
- "Was lebe ich also, als ob ich ewig Zeit hätte? Wenn man jemanden glücklich machen will, dann doch wohl sich selbst!" (S. 241)
Trotz Happy-End war ich wehmütig, als ich die letzte Seite umgeschlagen habe - so sehr ist mir Lena ans Herz gewachsen!
Bewertung
5/5
06.04.2016
Buch (Taschenbuch)
Beide Daumen nach oben!
"Die Luft da oben" ist mal was Anderes: ein Roman über Selbstzweifel - welche Frau hat die nicht?! Und über den Weg, sich von den Erwartungen der anderen freizustrampeln.
Selten habe ich ein derart persönliches Buch gelesen. Und mich über die positive Wendung am Ende der Geschichte so gefreut!
Der Schreibstil ist von einer Unmittelbarkeit, dass mir während des Lesens war, als würde ich mitten in der 25-jährigen Ich-Erzählerin stecken. In der - trotz des ernsten Themas - immer wieder Gedanken auftauchen, bei denen ich nicht anders konnte, als lachend loszuprusten!
Nici´s Buchecke
4/5
28.03.2016
Buch (Taschenbuch)
Ein bewegender Debütroman
Dieses Buch hat ein interessantes Cover von dem sich zunächst nicht auf den Inhalt schließen lässt, außer das es mit Höhe zu tun haben muss. Wenn man den Klappentext liest erschließt sich bei der Körpergröße von 1,82m der Hauptprotagonistin schnell der Zusammenhang. Aber so ganz genau war mir dann immer noch nicht klar, was mich erwarten würde.
Um in dieses Buch rein zukommen habe ich nicht allzu lange gebraucht. Die Autorin hat einen angenehmen und leichten Schreibstil, der mir oft aus der Seele sprach. In vielen Szenen habe ich Parallelen gefunden und geschmunzelt. Aber auch oft stimmten mich einige Situationen nachdenklich. Ich muss sagen, dieses Buch war keine leichte Kost. Ich muss ehrlich sagen, die Autorin hat sich hier an ein schwieriges Thema gewagt.
Selbstzweifel und ein niedriges Selbstwertgefühl kennen sicher alle mal von uns, der eine mehr der andere weniger. Wie es dann noch ist, wenn auch die Familie einen unter Druck setzt und an einen immer was rumzumeckern hat, wird hier wirklich eindrucksvoll geschildert. Welche Gedanken einen Menschen in solch einer Situation begleiten, wie er damit umgeht und wie sie auf einen wirken wird hier wirklich gut an Lena veranschaulicht.
Wie sehr unser Blick auf uns selbst durch Einflüsse von außen gesteuert wird und wie wichtig die Akzeptanz im sozialen Umfeld für uns ist erfährt der Leser durch dieses Buch.
Ich muss aber auch sagen, dass ich es nicht Personen empfehlen würde, die selbst schon an einem geringen Selbstwertgefühl oder an Depressionen leiden. Ich denke diese könnten durch diesen Roman auch negativ beeinflusst werden.
Ich fand das Debüt von Pauline Keller gut geschrieben und ich fand es mutig von ihr sich diesem Thema zu widmen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die positiven und negativen Gedanken und Geschehnisse sich die Waage halten. Hier kam mir die optimistische Seite leider ein wenig zu kurz.
Lottie
4/5
20.01.2016
Buch (Taschenbuch)
4.0 von 5 Sternen Außergewöhnlicher Debütroman, der liebevoll den schwierigen Weg zum Erwachsenwerden beschreibt
Lena Wegner, die Hauptprotagonistin, erzählt aus ihrem Alltag. Von Eltern, die sie drängen nach ihrem nun vollendeten Studium endlich arbeiten zu gehen, über eine eifersüchtige und egozentrische Freundin, bis hin zu einem alles verändernden Klassentreffen ist alles in diesem Buch vertreten. Viele Situationen haben einen Wiedererkennungswert und jeder wird sich wahrscheinlich in irgendeinem Charakter wiedererkennen oder hat bestimmte Situationen selbst schon mal so oder ähnlich erlebt, wie die Hauptprotagonistin.
Zwar ist das Buch nicht auf Spannung ausgelegt, aber es macht dennoch Spaß es zu lesen. Vor allem Frauen dürften sich mit Lena verstanden fühlen, da es ihnen ähnlich ergeht. Bin ich zu dick? Bin ich attraktiv? Was halten andere von mir? Sind nur ein paar Fragen die ausführlich mit den damit einhergehenden Gefühlen aufgegriffen werden. Der Roman ist meiner Meinung nach sehr gut geschrieben. Die Autorin schreibt, wie man denkt und macht somit den ganzen Roman viel lebendiger. Und wahrscheinlich aufgrund dessen vermittelt dieses Buch eine ganze Bandbreite von Gefühlen. Ich habe an vielen Stellen gelacht, aber auch mit Lena gelitten, wenn sie mal wieder unberechtigt von ihren Eltern herunter gemacht wird. Pauline Keller schafft es ein scheinbar total verkorkstes Leben authentisch darzustellen, welches sich durch ein Ereignis grundlegend verändert. Es macht Hoffnung, dass einem selbst ein solches Aha-Erlebnis widerfährt, wie Lena, welche man im Laufe der Geschehnisse nur ins Herz schließen kann.
Dieser Roman zeigt wie subjektiv die Welt wahrgenommen werden kann. Vor allem Frauen werden sich in diesem Buch garantiert selbst wieder erkennen. Zwar ist dieser Roman nicht für jedermann, aber ich kann diesen nur empfehlen.
Fazit: "Die Luft da oben" ist ein außergewöhnlicher Debütroman, der liebevoll den schwierigen Weg zum Erwachsenwerden beschreibt. Ein ernstes Thema, das gut umgesetzt wurde. Viele Frauen und junge Mädchen werden sich in diesem Buch wiederfinden.
Book-addicted
4/5
05.01.2016
Buch (Taschenbuch)
Ein interessantes Buch, das zum nachdenken anregt...
"Die Luft da oben" ist ein Roman der Autorin Pauline Keller. Vor einiger Zeit schrieb mich die Großmutter der Autorin an und fragte mich, ob ich gerne den Roman ihrer Enkelin rezensieren möchte - was ich natürlich gerne wollte, da ich die Thematik doch recht interessant fand (und die Dame so unglaublich nett fragte :D ).
Lesen wir uns so in die Geschichte ein und verfolgen Lenas Werdegang, so wird schnell klar: Lena ist eigentlich ziemlich arm dran. Nicht nur, dass sie sich mit 1,82 m Körpergröße durch die Welt schlagen muss, sie wird auch noch dafür gehänselt und die Menschen behandeln sie schlichtweg so, als ob sie eine Art Freak wäre, nur, weil sie etwas größer ist, als die Durchschnittsfrau. Doch wäre es alleine ihre Körpergröße, wäre Lena vermutlich nicht so unglücklich. Ihre Eltern meckern ständig an ihr herum, weil sie - o graus - nach ihrem BWL Studium nicht gleich eine Anstellung gesucht hat, sondern sich lieber etwas Zeit lassen wollte, um den richtigen Arbeitsplatz zu finden und ihr ungeliebter Schwager Manfred mischt sich sowieso in alle Angelegenheiten ein, die ihn nichts angehen. Doch ein (oder auch mehrere) übel kommen meistens nicht alleine und so wird Lenas Übel noch von ihrer "besten" Freundin Verena gekrönt, die mich als Leser manchmal so sehr zur Weißglut brachte, dass ich am liebsten ins Buch geklettert wäre, um sie mal ordentlich durchzuschütteln. Verena ist unerträglich, herrisch, arrogant aber vor allem eines: unsagbar egoistisch. Lena ist das genaue Gegenteil von Mensch, sie ist aufopferungsvoll, nett, absolut sympathisch und ihr Selbstbewusst sein muss sie eher noch suchen, als dass sie es offen zur Schau trägt. Man kann sich richtiggehend in die Rolle dieser Frau hineinversetzen, die nicht nur ein kleines, sondern wortwörtlich ein ganz großes Problem hat - nämlich sich selbst.
Im Laufe des Buches lernen wir Lena immer besser kennen und stellen fest, dass ihr Selbstbewusstsein nicht nur einen gehörigen Knacks davongetragen hat, sondern quasi erst gar nicht vorhanden ist - wenn man sich jedoch die Kommentare diverser Mitmenschen von Lena so "anhört" ist dies jedoch absolut kein Wunder. Aus diesem Grund neigt unsere Hauptprotagonistin sehr stark dazu, sich nicht nur über die Maßen zu unterschätzen, sondern auch ihr Selbstbild als komplett anders anzusehen als der ein oder andere Mensch aus ihrer Umgebung. Dies führt, logischerweise, dazu, dass sie nicht erkennt, was andere an ihr finden und sie sich der ehrlichen Zuneigung (ob freundschaftlich oder romantisch) mancher Menschen in ihrem Umfeld gar nicht so sehr bewusst ist.
Lenas "Unpässlichkeit", wie ich ihre Körpergröße nun einfach mal nennen möchte, ist allgegenwärtig präsent, begleitet uns und wird hin und wieder auch als Problem thematisiert, wobei ihre eigene Unsicherheit viel eher zur Sprache kommt, als deren Ursache. Ich persönlich empfand die Thematik als sehr interessant und Lenas Verhalten, sowie ihre Art zu Handeln und mit der Problematik umzugehen ist mir selbst, wie vermutlich vielen anderen, nicht ganz fremd. Oftmals schätzen wir uns anderes ein, sehen uns anders, als andere Menschen in unserem Umfeld es tun würden und unterschätzen uns und unsere Art. So manches Mal sollten wir uns aber selbst vielleicht auch einen Spiegel vorhalten und versuchen, uns einmal durch die Augen unserer Liebsten zu sehen - denn oftmals sind wir mit uns selbst viel zu selbstkritisch und zwar genau an den Punkten, an denen es nicht unbedingt angebracht wäre.
Insgesamt muss ich dieses Erstlingswerk loben: die Thematik ist nicht nur interessant, sondern auch schön in Szene gesetzt, die Charaktere passen ins Bild und insbesondere mit Lena konnte ich mich auch sehr gut identifizieren. Einzig die Tatsache, dass Lena sehr oft gedanklich abschweift und wir stellenweise Seitenweise über eine Thematik informiert werden, die für den aktuellen Stand der Dinge oder die aktuelle Situation nicht unbedingt vonnöten gewesen wäre, störte mich ein klein wenig, doch an sich wurde der Lesegenuss dadurch nur wenig beeinträchtigt. Wer Lust auf einen schönen Roman hat, der zum nachdenken anregt und ein paar schöne Lesestunden schenkt, dem kann ich "Die Luft da oben" also uneingeschränkt empfehlen."
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