Als Luisa Ende des 19. Jahrhunderts aus dem deutschen Kaiserreich in die Vereinigten Staaten emi-griert, ahnt sie nicht, dass sie damit einen Strom von Ereignissen in Gang setzt, der selbst ihre Urenkelin Suzanne noch beeinflussen wird. Ein mitreißender Generationenroman!
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Dieses Buch war eine Empfehlung einer meiner Lesekreis-Damen – wir haben in unserem Buchklub dieses Jahr ein paar Familiensagas gelesen, und so kam dieser Tipp zustande. Ich habe das Buch dann gebraucht gekauft, wollte kurz mal reinlesen …. und bin hängengeblieben :-) Also habe ich jetzt diesen 700-Seiten-Schmöker „mal kurz“ dazwischengeschoben :-)
Wir haben das Jahr 1980. Prinzipiell geht es um Grossmama Emma, die mit 80 Jahren nun ins Altenheim umzieht (wobei die Dame noch sehr fit und agil ist, das nur nebenbei), und Tochter Grace und Enkelin Suzanne ihr beim Umzug helfen. Zwangsläufig kommt man auf alte Fotos und alte Familiengeschichten, und da Suzanne sich gerade scheiden lassen will, kommen im Gespräch zwischen den dreien viele alte Themen wieder hoch. Und die nie gelöste Frage, wer eigentlich Graces biologischer Vater war, ist auch wieder ein zentraler Punkt geworden….
Der Roman ist dann so aufgebaut, dass chronologisch die Uroma Luisa ihre Geschichte erzählt, dann folgen Emmas Geschichte, dann Grace’s, und zum Schluss erzählt Suzanne. Zwischendurch immer mal ein paar Einschübe aus dem hier und jetzt, wenn Susanne und Grace auf detektivische Spurensuche gehen und die Familiengeschichte rekonstruieren wollen und die „Originalschauplätze“ besuchen. Also ein schöner Aufbau, ein gutes Storytelling, das hat mir gefallen, und anders als in vielen modernen Romanen verliert sich die Autorin hier nicht in Nebenschauplätzen, und lässt sich auch Zeit mit der Erzählung. Die Protagonistinnen haben 700 Seiten Platz – und diese Seiten verfliegen, denn der Erzählstil ist sehr flüssig.
Es geht natürlich um die Frage, warum wir so sind wie wir eben sind; und wie die Lebensgeschichten unserer Mütter uns beeinflussen. Und wieso wir dieselben Fehler wie unsere Mütter gerne wieder machen, obwohl wir doch deren Lebensentwurf eigentlich ablehnen und es ganz anders machen wollen :-) Heutzutage betrachten wir ja vieles unter dem Aspekt von transgenerationalem Trauma / Epigenetik und Co; und vor etwa 30 Jahren stellte man sich dieselben Fragen, hat diese aber eher unter soziologischen und psychologischen Aspekten zu beantworten versucht. Ich persönlich denke, die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Und auf jeden Fall ist dieser Roman sehr spannend zu lesen unter diesem Aspekt,
Ein weiterer Punkt, bei dem die Protagonistinnen sich oft uneins waren und den sie viel diskutieren, war / ist der Wandel der Stellung der Frau in der Gesellschaft und in der Ehe. Hier hat mich alte Feministin persönlich vieles getriggert (so wie Suzanne :-) ) Andererseits triggert mich einiges aktuell auch sehr, und ich habe mich beim Lesen oft gefragt, ob wir es heutzutage wirklich besser machen…..sind wir glücklicher und zufriedener geworden? Ich bezweifle es. Ich spoiler mal, Suzanne kommt am Ende zu einem Kompromiss, der ihre Liebe retten könnte, und der sie (trotzdem ?) glücklich macht. Spannend, wie gesagt, hier gibt der Roman viele Ansatzpunkte zu guten Diskussionen.
Bevor ich den Roman jetzt über den grünen Klee anfange zu loben: das hier ist ein sehr christlich geprägtes Buch. Der amerikanische Bethany House Verlag, bei dem die Autorin veröffentlicht, ist ein christliches Verlagshaus, ich hab es gegoogelt, und das kommt hier auch extrem durch; die Autorin erscheint mir tief gläubig, und der Glaube trägt auch ihre Charaktere. Mal scheinen sie ihren Glauben zu verlieren, aber die meisten sind darin tief verankert, und man muss sich als Leser auch darauf einlassen können und wollen, sonst wird man mit der Lektüre nicht glücklich. Man muss dem nicht zustimmen, aber wer prinzipiell mit dem christlichem Glauben nichts anfangen kann, oder sagen wir anders, damit nicht konfrontiert werden möchte, wird mit diesem Roman nichts anfangen können.
Mir hat das Buch allerdings sehr gut gefallen; es hat mich berührt, ich habe es in ein paar kurzen Urlaubstagen gelesen, und es hat mich zum Nachdenken angeregt!
Sonnenwind
aus Schwabenland
5/5
08.02.2016
Buch (Taschenbuch)
Ein Frauenroman mit viel…
Ein Frauenroman mit viel Tiefe Eigentlich bin ich nicht so der Typ für Frauenbücher. Sie sind mir leicht zu seicht oder in der neueren Strömung zu oberflächlich. Dieses Buch habe ich vor Weihnachten gewonnen und habe einfach damit einen Versuch gewagt, weil ich die Autorin noch gar nicht kannte. Zwar habe ich einige ihrer Bücher, weil sie mir empfohlen wurden, aber sie warten noch auf dem SuB. Und ich bin ja so begeistert! “Luisas Töchter” beschreibt die Geschichte von vier Generationen von Frauen, mit ihren speziellen Sorgen und Problemen, und beschreibt nebenbei, wie jede Tochter mit den Entscheidungen ihrer Mutter leben muß. Und mit ihren eigenen und deren Folgen. Am Ende verbindet die Autorin die verschiedenen Erzählstränge auf beispielhafte Weise und mit außerordentlicher inhaltlicher Tiefe. Die einzelnen Personen in ihrer jeweiligen Umgebung werden so lebendig, als wäre man sein Leben lang mit ihnen zusammengewesen. Die Vorstellung, sie seien nur Romanfiguren, ist fast undenkbar. Alle vier sind mir richtig ans Herz gewachsen, ihr Ergehen hat mich berührt und ich habe aufgrund dessen viel über mein eigenes Leben nachdenken müssen. Ein hervorragendes Buch, das ich am liebsten gleich nochmal lesen möchte, nachdem ich jetzt die Auflösung kenne (die nicht nur die Identität von Graces Vater bedeutet; so flach ist das Buch nicht). Jedem zu empfehlen! Das wird nicht mein letztes Buch der Autorin bleiben.
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