Gerichtsbarkeit, Scharfrichter und Strafen im Mittelalter
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Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
18.02.2015
Verlag
GRINSeitenzahl
28 (Printausgabe)
Dateigröße
270 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656899983
Aus gegenwärtiger Sicht assoziiert man die Strafformen des Mittelalters oft mit blutigem Schauspiel und an rauer Brutalität nicht zu übertreffenden Gewaltritualen. Man denkt, um es mit der Wendung Richard van Dülmens zu sagen, an ein "Theater des Schreckens", das zur Befriedigung des Pöbels in aller schaulustiger Öffentlichkeit abgehalten wurde.
Man denkt womöglich auch an die Inquisition, an Ketzerprozesse und die zahlreichen Verfolgungen mutmaßlicher Hexen. Aus der heutigen Perspektive schwebt einem somit nur allzu leicht ein düsteres Bild, geprägt von unsäglicher Unmenschlichkeit und unzähligen Fehlurteilen vor Augen. Joel F. Harrington schreibt: "Viele vormoderne Bestrafungen erscheinen aus heutiger Sicht entweder barbarisch oder seltsam. In der Art, wie die Bestrafung dem Verbrechen angepasst wurde, könnte man eine geradezu kindliche Buchstabentreue entdecken."
Es ergeben sich zahlreiche Fragestellungen im Bezug auf die mittelalterlichen Strafinstitutionen und deren Urteilsvollstreckungen.
Unter welchen Gesichtspunkten sollte man die mittelalterlichen Strafformen betrachten, was zeichnet sie aus?
Wer hielt Gericht über die Beschuldigten, wer urteilte? Geschahen diese Urteilssprüche gar vollkommen willkürlich? Und falls nicht, nach welchen Kriterien wurde geurteilt, durch welche Instanzen gerichtet?
Zudem stellt sich natürlich die Frage, wie die damalige Bevölkerung die Bestrafungen wahrgenommen haben dürfte. War das Verhältnis der mittelalterlichen Öffentlichkeit zu den Bestrafungen der Missetäter womöglich ein völlig anderes, als dies heute der Fall ist? Das gemeine Volk wohnte den Tötungen schließlich bei, selbst bei Festen wurden Todesstrafen durchgeführt und nicht zuletzt überliefert uns die mittelalterliche Belletristik an vielerlei Textstellen eine ungefähre Vorstellung der damaligen Verhältnisse.
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