Das Menschenbild der Marie Luise Kaschnitz Eine Analyse ihrer Vorlesungen auf dem Lehrstuhl für Poetik an der Universität Frankfurt im Sommersemester des Jahres 1960
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- Taschenbuch ausgewählt
- eBook
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Sprache:Deutsch
47,95 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
06.10.2015
Verlag
GRINSeitenzahl
92
Maße (L/B/H)
21/14,8/0,7 cm
Gewicht
146 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-668-05941-2
In seinem Artikel Poetik im Hörsaal verweist Andreas Razumorsky auf die Tatsache, daß "Frau von Kaschnitz die Willkürlichkeit (betonte), mit der sie ihre Auswahlliste zusammengestellt habe: es handele sich um Gestalten der Weltliteratur, denen lediglich ihre Unsterblichkeit gemeinsam ist, ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Parnaß; gefiltert aus dem Leben und der Erfahrung unzählbarer, anonymer Einzelleben, seien sie, der Phantasie der Dichter entsprungen, lebendiger und in ihrer fortdauernden Wirkung realer als so mancher Lebender."
Dieser Hinweis ist insofern interessant, als er, auf den ersten Blick zumindest, nicht nur das Thema der vorliegenden Arbeit in Frage zu stellen scheint, sondern in Wirklichkeit auch die Antwort bereits implizit bereithält: Wie nämlich - mag man fragen - kann die Analyse einer Vorlesungsreihe, die der Darstellung recht willkürlich ausgewählter "Gestalten der europäischen Literatur" gewidmet ist, die Möglichkeit geben, das Menschenbild zu ergründen, das von Marie Luise Kaschnitz vertreten wird?
Die Antwort auf diese Frage und damit die Begründung der Möglichkeit der thematischen Analyse liegt in jener Willkür selbst, die ja Ausdruck des von der Dichterin - zumindest in dieser Phase ihres Schaffens - eingenommenen Standpunktes ist. Sie hält offensichtlich genau jene Gestalten - Romeo und Julia, Prospero, Mignon und Werther, Wozzek und Carmen, Anna Karenina und die "Frau ohne Schatten", Ekdal und Fuhrmann Henschel, Merseault und die Endzeitgestalten Becketts - für Verkörperungen des ewig Menschlichen.
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