Produktbild: Im Dienst der Staatssicherheit

Im Dienst der Staatssicherheit Eine soziologische Studie über die hauptamtlichen Mitarbeiter des DDR-Geheimdienstes

1

46,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.03.2017

Verlag

Campus

Seitenzahl

324

Maße (L/B/H)

21,3/14,2/2,2 cm

Gewicht

406 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-593-50522-0

Beschreibung

Rezension

»Die Studie schließt eine wichtige Forschungslücke. Die Täterforschung erhält Anstöße, denen nachzugehen sich lohnt. Jedem Wissenschaftler, der sich mit der Geschichte des MfS befasst, steht nun neben dem Standardwerk von Jens Gieseke eine weitere Arbeit zur Verfügung, an der kein Weg vorbeiführt.« Stefan Donth, Sehepunkte, 15.06.2018

»Es hat Seltenheitswert, dass sich ehemalige Stasi-Mitarbeiter kritisch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Deshalb ist die im Campus Verlag erschienene soziologische Studie über hauptamtliche Mitarbeiter des DDR-Geheimdienstes, 'Im Dienst der Staatssicherheit', von Interesse.« Barbara Bollwahn, die tageszeitung, 20.05.2017

»Das Buch [besticht] durch seine Erzähl- und Erklärdichte zum Alltag und Habitus hauptamtlicher MfS-Mitarbeiter, was auch deren Leben seit 1990 einschließt. Die Studie stellt eine hervorragende Ergänzung zu Jens Giesekes Standardwerk über die Hauptamtlichen dar, da es genau jene Fragen behandelt, die Gieseke seinerzeit aufgrund anderer Fragestellungen und Methoden weitgehend ausgeblendet lassen musste.« Ilko-Sascha Kowalczuk, H-Soz-Kult, 16.11.2017

»Eine detaillierte und differenziete Auseinandersetzung, der neuartige Zugang im Feld der Täterforschung und die soziologischen Einblicke in die Herrschaftsausübung des MfS machen Krähnkes Studie interessant und relevant.« Christian Ebel, Gerbergasse 18, 15.11.2017

»Fachlich fundierte und handwerklich solide.« Hannes Schwenger, Der Tagesspiegel, 05.04.2017

»Die Studie glänzt wohltuend durch ihre Differenziertheit in der ansonsten oftmals hemdsärmligen Deutung von Phänomenen in der SED-Diktatur.« Helmut Müller-Enbergs, Jahrbuch für Extremismus & Demokratie, Band 2018

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.03.2017

Verlag

Campus

Seitenzahl

324

Maße (L/B/H)

21,3/14,2/2,2 cm

Gewicht

406 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-593-50522-0

Herstelleradresse

Campus Verlag
Werderstr. 10
69469 Weinheim
Deutschland
Email: vertrieb@campus.de
Url: www.campus.de

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Sehr gute Recherche und sozialwissenschaftliche Aufarbeitung dieser Thematik

Lothar am 03.05.2017

Bewertungsnummer: 1017306

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich kann nur sagen, Hut ab! Da steckt viel Arbeit drin. Da haben Dr. Krähnke und sein Team mit Sicherheit jetzt einen größeren und allumfassenderen Kenntnisstand zu dem ehemaligen Staatsorgan der DDR, als so manch ein ehemaliger hauptamtlicher Mitarbeiter dieses Organs. Ich finde es gut, dass die Autoren 10 repräsentative Interviews im Originalwortlaut veröffentlicht haben und dass sie ihre Ergebnisse nicht losgelöst von der Zeit des „Kalten Krieges“ präsentieren. Sicher werden besonders jüngere Menschen bei der Interpretation dieses Sprachgebrauches ihre Probleme haben. Dafür gibt es zum bessren Verständnis im Buch aber sehr viele nähere Erläuterungen. Wer allerdings eine Abneigung zu Fachbegriffen hat, und diese auch nicht gern mal recherchiert, sollte sich das Buch nicht antun. Eine freiwillige und wissentliche Unterwerfung ist immer bedenklich. Die Erkenntnisse aus diesem Buch sind aus meiner Sicht auch für die Bewertung gegenwärtiger Ereignisse von Bedeutung.

Sehr gute Recherche und sozialwissenschaftliche Aufarbeitung dieser Thematik

Lothar am 03.05.2017
Bewertungsnummer: 1017306
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich kann nur sagen, Hut ab! Da steckt viel Arbeit drin. Da haben Dr. Krähnke und sein Team mit Sicherheit jetzt einen größeren und allumfassenderen Kenntnisstand zu dem ehemaligen Staatsorgan der DDR, als so manch ein ehemaliger hauptamtlicher Mitarbeiter dieses Organs. Ich finde es gut, dass die Autoren 10 repräsentative Interviews im Originalwortlaut veröffentlicht haben und dass sie ihre Ergebnisse nicht losgelöst von der Zeit des „Kalten Krieges“ präsentieren. Sicher werden besonders jüngere Menschen bei der Interpretation dieses Sprachgebrauches ihre Probleme haben. Dafür gibt es zum bessren Verständnis im Buch aber sehr viele nähere Erläuterungen. Wer allerdings eine Abneigung zu Fachbegriffen hat, und diese auch nicht gern mal recherchiert, sollte sich das Buch nicht antun. Eine freiwillige und wissentliche Unterwerfung ist immer bedenklich. Die Erkenntnisse aus diesem Buch sind aus meiner Sicht auch für die Bewertung gegenwärtiger Ereignisse von Bedeutung.

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Im Dienst der Staatssicherheit

von Uwe Krähnke, Anja Zschirpe, Matthias Finster, Philipp Reimann

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  • Inhalt

    Vorwort 11

    Einleitung 15

    I: Forschungsperspektive und methodisches Vorgehen 25

    1. Der Dienst im MfS als sinnstrukturierte soziale Ordnung 26

    2. Untersuchungsfokusse und zentrale Leitfrage 31

    3. Datenerhebung und -auswertung 34

    II: Prototypische Lebensverläufe 39

    1. Herr Buche: "Bei uns können Sie alles werden, auch General -aber so weit hab ich es nicht gebracht." 44

    2. Herr Linde: "Für die Partei hätte ich alles gemacht." 48

    3. Herr Kastanie: "Man hätte selber das und das anders machen können - im Ansatz war es richtig." 54

    4. Herr Eibe: "Irgendwo hab ich die Welt mal retten und besser machen wollen." 60

    5. Frau Lärche: "Dass man mich ausgesucht hatte, ich als kleines Mädchen vom Lande." 66

    6. Frau Kiefer: "Ich kann von mir behaupten, dass ich immer geachtet wurde und nie Probleme hatte." 70

    7. Herr Birke: "1989 hab ich gesagt: Jetzt ist Schluss. Ich nutze die Gelegenheit." 76

    8. Herr Erle: "Wenn man was verändern will, muss man schließlich dabei sein." 82

    9. Herr Robinie: "Ich entscheide das selber, was ich mache." 86

    10. Herr Mandel: "Da kommt man früher oder später dann zur offiziellen Meinung in Widerspruch." 92

    III: Dienstlaufbahnen und Karrierewege im MfS 99

    1. Rekrutierungspraxis und -felder 100

    1.1. Auswahl der Person und Sicherheitsüberprüfung 102

    1.2. Werbegespräche und Vorschlagsbestätigung 104

    1.3. Dienstantritt und Verpflichtung 105

    1.4. Einarbeitung und Vereidigung 106

    2. Motive für den Eintritt 112

    3. Aufstiegschancen und Karrierestau 118

    4. Einkommen, Gratifikation und Privilegien 125

    IV: Dienstalltag und Privatleben 131

    1. Behördenroutine statt Agentenabenteuer - Dienstalltag im MfS 132

    1.1. Monotone Tätigkeit, akuter Zeitdruck und fragmentiertes Wissen als Facetten eines Überlastungssyndroms 132

    1.2. Überzogene Arbeitszeiten und sozialistische Planerfüllung 139

    2. Auch daheim immer im Dienst - Das Privatleben 146

    2.1. Einfluss des MfS auf die Partnerwahl und das familiäre Leben 146

    2.2. Tabuisierte Westkontakte 155

    2.3. Sozialräumliche Abschottung 159

    V: Mitarbeiterkontrolle und (Selbst-)Disziplinierung 161

    1. Kontrolle und Disziplinierung als soziale Praxis im MfS 164

    2. Registrierung auffälliger Verhaltensweisen 167

    3. Bestrafung auffälliger Verhaltensweisen 172

    4. Mitarbeiterführung durch Dienstvorgesetzte 176

    5. Politisch-ideologische und moralische Erziehung durch die Partei 184

    6. Von der Normalität zur Norm. Zur sozialen Praxis der fremdgeführten Selbstdisziplinierung 200

    VI: Tschekistischer Habitus und die "feinen" Unterschiede im MfS 207

    1. Reflexiver Konformismus und übergriffige Organisation - zum Passungsverhältnis zwischen Mitarbeiter und Organisation 208

    2. Totale Unterwerfung als multiple Inklusion - zur Organisations-mitgliedschaft im MfS 212

    3. "Genossen erster Kategorie" - zur Vergesellschaftung des leninistischen Untergrundhabitus im Staatssozialismus 220

    4. Der gebrochene Habitus der "Tschekisten" 227

    5. Die feinen Unterschiede unter den MfS-Mitarbeitern 236

    5.1. Biografische Einpassung der geheimdienstlichen Tätigkeit 237

    5.2. Altersunterschiede und Generationenzugehörigkeit 244

    5.3. Vom ausführenden Mitarbeiter zum Minister. Zur Stellung der MfS-Mitarbeiter im Herrschaftssystem der DDR 252

    5.4. Frauen unter Männern 260

    VII: Ankommen im ehemaligen Feindesland 265

    1. Die Staatssicherheit in Auflösung 268

    2. Leben nach dem "Dienst für die Staatssicherheit" 273

    2.1. Wehmütige Traditionalisten 273

    2.2. Ungebrochen Überzeugte 275

    2.3. Resignativ Passive 276

    2.4. Leistungsorientierte Pragmatiker 278

    2.5. Heilsuchende Konvertiten 280

    3. Der Blick zurück 281

    VII: Die Banalität der "Stasi" 285

    1. Entprivatisierung und Gefolgschaft aus Gewohnheit und

    als Erwartung 286

    2. Fragmentierte Verantwortlichkeit, soziale Distanz und mangelnde Empathie gegenüber den "Feinden" 288

    3. Über die realen Konsequenzen einer konformistischen Realitätsdeutung 292

    Danksagung 301

    Literatur 303

    Abkürzungsverzeichnis 313

    Anhang 315