Die Wissenskluft-Perspektive Inwiefern vertiefen Massenmedien bereits bestehende soziale Ungleichheiten in einem demokratischen Gesellschaftssystem?
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Sprache:Deutsch
18,99 €
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
04.04.2016
Verlag
GRINSeitenzahl
52 (Printausgabe)
Dateigröße
635 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668186088
Im Jahre 1970 stellten Tichenor, Donohue und Olien ihre Hypothese der wachsenden Wissensklüfte vor und stellten damit die bisherigen Erkenntnisse der Medienwirkungsforschung auf den Prüfstand. Der, wie ursprünglich angenommen, homogenisierenden Rolle der Massenmedien (Integration und Sozialisation) stellte sich somit eine dysfunktionale Differenzierungstheorie entgegen (Isolation und Ungleichheit). Die Autoren der Wissenskluft-Hypothese argumentieren, dass Massenmedien eine strukturelle Ungleichverteilung von Wissen transportieren. Steigt demnach der medienvermittelte Informationsfluss in einem Gesellschaftssystem, so verstärken sich auch die Wissensdisparitäten zwischen den Bevölkerungssegmenten mit einem höheren und einem niedrigeren sozioökonomischen Status, da Erstere in größerem Ausmaß von diesen Informationen profitieren. Dieses (scheinbar) paradoxe Phänomen ist Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit. Denn obgleich die Formulierung der Ausgangshypothese bald ein halbes Jahrhundert zurück liegt, so erfährt die Wissenskluftforschung unter der Maxime "Digital Divide" noch heute eine rege Beforschung und ist von großer gesellschaftspolitischer Brisanz.
Der konfliktorientierte und gesellschaftskritische Ansatz der Wissenskluft-Hypothese zieht jedoch nicht nur die Erfüllung der Aufgabe der vierten Gewalt in Zweifel, nämlich die egalitäre Erhöhung des Wissensstandes der Gesamtbevölkerung, ferner wankt auch die Erfüllung der politischen Funktion der Massenmedien. Im Verlaufe der Arbeit stelle ich vor, inwiefern der anwachsende Informationsfluss das für den "mündigen Bürger" nötige Mindestmaß an "Rezeptwissen" (vgl. Berger/Luckmann [1966] 1977) und somit seine Politikmündigkeit beeinflusst.
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