Elaine Sabatier, Serveuse im Straßencafé am Montmartre.
Jerome Lefort, Commandant im Ruhestand, ihr Stammgast.
Josephine, seine Frau.
Mathis, Inspecteur, Freund und Liebhaber.
Vier Menschen verbunden durch eine Obsession, die sie in den Wahnsinn treibt.
Nur einer von ihnen ist der Gute.
"An dieser Stelle finden Sie in Büchern gerne Phrasen wie ,Es war etwas Böses in seinen Augen, das mich vor Furcht erstarren ließ' oder ,Ich ekelte mich vor seinen kalten, schweißnassen Fingern und der laue Händedruck ließ mich schaudern', aber nichts von all dem traf in diesen ersten Augenblicken des Kennenlernens auf mich zu."
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
aus Andernach
5/5
11.04.2017
Buch (Taschenbuch)
Wenn das Herz zur Obsession wird...
Achtung, dies ist kein durchschnittlicher Kriminalroman, er ist anders!
Der Roman spielt in Paris, der Stadt der Liebe und der Liebesschlösser an der Pont des Arts. Dennoch geht es um Mord nach Herzenslust. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Café-Bedienung Elaine Sabatier (Ich-Form), des Commandant der Kripo a.D. Jérome Léfort, seiner eleganten und stilsicheren Gattin Joséphine und Inspecteuer Mathis Lunel, dessen Mentor Lefort einst war und mit dem er sich noch immer gerne austauscht.
Während Männer reifen, altern Frauen, daher verlor Elaine ihre Stelle im Ritz (was nur auf die dort beschäftigten Frauen mit Überschreitens einer gewissen Altersgrenze zutrifft) und begann vor wenigen Tagen eine neue Arbeit im Café Moncoeur im Viertel Montmartre, wofür sie eigentlich völlig überqualifiziert ist, weshalb Oberkellner Albert sie erst einmal etwas abkanzelt. Auch, daß sie Commandant Léfort nicht so kriecherisch begegnet wie er, gefällt ihm gar nicht.
Doch kaum macht Elaine die Bekanntschaft dieses gepflegten, stolzen pensionierten Chefermittlers scheint er schlagartig abzubauen. Nicht nur Albert und Gattin Joséphine beobachten dies mit Besorgnis. Aber das ist noch nicht alles, eine Reihe unerklärlicher Morde, die scheinbar nichts miteinander verbindet, gibt Rätsel auf. Als Elaine Mutter eines der Opfer ist, gibt sie keine Ruhe, auch wenn sie kein besonders gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hatte.
Vorsicht, der Klappentext spoilert!
Wer der Täter hinter diesen Greueltaten ist, steht relativ bald fest. Doch neben die Faszination des Grauens für dieses sinnlose, wahnhafte Töten tritt die Frage: Kann er noch gestoppt werden? Wird er überführt werden, ehe er selbst stirbt, oder überlebt er etwa doch?
Ja, denn auch der Täter ist dem Tode geweiht! Daher baut sich auch trotz Kenntnis des Täters eine dicht gewebte Spannungsatmosphäre auf. Geschmückt wird diese noch durch eine Reihe eigenwilliger Charaktere, wie z.B. den Pathologen Sauvre, ein riesiger, schwarzer Marathonläufer, der weiteren Stress mit einer eigenwilligen, Kaffee-Pralinen-Gras-Diät abbaut. Auch die typischen Randexistenzen die in Montmartre relativ günstigen Wohnraum teilen, würzen die Geschichte zusätzlich. Selbst diese Nebenrollen werden mit Eigenheiten versehen, so daß selbst die Bardame und Gelegenheitsprostituierte nicht einfach nur ein Cliché bleibt, sondern zum Leben erwacht, auch wenn sie es schon bald wieder aushaucht.
Gut gefällt mir, daß das Buch mit einem Zitat beginnt, daß Lefort in der Zeitung entdeckt: Der Mensch kann alles kontrollieren, nur nicht sein Herz (Friedrich Hebbel). Der Geschichte vorangestellt, zieht es sich wie ein roter Faden durch die Handlung und Motive und entbehrt auch am dramatischen Finale nicht an Bedeutung und Wahrhaftigkeit.
Der Schreibstil ist ebenfalls ungewöhnlich, nüchtern wird der Tathergang betrachtet, wobei nicht an trockenem Humor gespart wird.
Nichts für zartbesaitete Liebhaber klassischer Whudunnits, dazu geht der Täter zu kaltblütig und herzlos vor. Aber wer gerne mal einen etwas anderen Krimi mit Parisflair lesen möchte, ich hier wirklich gut bedient, er sollte nur den Klappentext nicht lesen ;) Dieser nimmt leider einen sehr reizvollen Twist vorweg, auf den ich so nur gewartet habe.
Bewertung
aus Dresden
5/5
28.03.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannend, gut geschrieben, toll
Paris, Montmartre, irgendwann, vor nicht allzu langer Zeit. Nehmen wir einen Commandant in Ruhestand, der seine Langeweile mit peniblen Routinen front und genießt. Seine Ehefrau, die sich Sorgen macht, da er immer seniler zu werden scheint. Einen mysteriösen Dritten in dieser Dreiecksbeziehung. Eine unbeteiligte Kellnerin, die in den Sog der Ereignisse gezogen wird. Würzen wir mit viel Wahnsinn, etwas Intrige, ein wenig Berechnung, mit allem, was das Leserherz begehrt. Schütteln wir diese Mischung durch: explosiv! Ein Buch, das einem mit jeder Seite ans Herz wächst.
Commandant Lefort ist ein ganz geordneter (und langweiliger?) Typ, seitdem er nicht mehr arbeiten kann. Bis eines Tages ein Satz, ein Zitat, um genauer zu sein, sein Leben verändert:
Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz.
Ganz unmerklich, Schritt für Schritt, fängt Leforts Herz schneller zu schlagen, neue Begierden zu entdecken, die Gewalt zu übernehmen... Um den Schein zu wahren, geht er trotzdem Tag für Tag in das gewohnte Café. Dort lernt er die Kellnerin, Elaine, kennen. Beide hassen sich vom ganzen Herzen ganz ohne Grund. Jedoch wird Elaine ihn um Hilfe bitten, als ihre Mutter plötzlich ums Leben kommt...
Wie weit wird Lefort nun gehen? Wird seine Ehefrau ihm helfen können? Wird Elaine das Mysterium um ihre Mutter aufklären können? Wer ist Mathis?
Dies und viel mehr aus Lara Ferrs Feder, in einer ungewöhnlich interessanten Sprache, mit viel Spannung, schwarzer Situationskomik und viel Herz (in allen möglichen Formen). Die Herzen des
Monsieur Lefort mein Fazit: kurzweilig, unterhaltsam, lohnenswert.
P. S. Das Ende wird euch das Herz brechen...
Bewertung
5/5
17.01.2017
Buch (Taschenbuch)
Fantastique - Paris - Die Stadt der Herzen
Worum es in diesem Buch geht, kann man dem Klappentext entnehmen, sowie der Inhaltsangabe hier bei Thalia. :)
Meine Meinung:
Es macht so viel Freude, Mara Ferr´s Die Herzen des Monsieur Lefort zu lesen.
Ihre Wortgewandtheit und Zusammenstellung der Sätze sind einfach faszinierend.
Auch wenn es ein Kriminalroman ist, hat er mich immer wieder erheitert.
Monsieur Lefort´s schrullige Art ist zu köstlich.
Und ihre Art des Schreibens einzigartig.
Es ist so wunderschön geschrieben, dass ich traurig bin das es schon vorbei ist.
Danke Mara Ferr, für den entzückenden und spannenden Ausflug nach Paris, in die Stadt der Liebe, in die Stadt der Herzen. :)
Bewertung
aus Halle
4/5
03.04.2017
Buch (Taschenbuch)
Unterhaltsamer Krimi
Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks durfte ich das Buch lesen. Das beeinflusst meine Meinung aber nicht.
Auf den ersten Blick wirkt für mich das Cover etwas unscheinbar, aber die Inhaltsangabe hat mich überzeugt, eben weil sie so anderes klingt... wo man nicht ganz genau weiß was ein wirklich erwartet.
Da das Buch aus mehreren Sichtweisen geschrieben ist, lernt man nach und nach die handelden Personen ganz gut kennen. Am sympathischsten fand ich eigentlich Elaine. Auch die anderen Charaktere fand ich jeden auf seine Art echt gut. Bis zum Schluß empfand ich Jerome als sehr mysteriös, er gibt wirklich mit seinen handeln rätsel auf, aber das macht die Story spannend, wie ich finde.
Als wirklich abwechslungsreich empfand ich die Handlungen, es passieren sogar einige Dinge die ich so nicht erwartet hätte. Auch wenn der Roman für mich ein paar wenige Längen hatte, ist der Schreibstil wirklich gut und flüssig zu lesen.
Bewertung
aus Chantilly
4/5
09.03.2017
Buch (Taschenbuch)
"Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz" (Friedrich Hebbel)
Dieser eine Satz wirft den ehemaligen Kriminalkommissar Monsieur Jerome Lefort aus der Bahn. Seine Gedanke kreisen nur noch um seinen neuen Fetisch, das Herz. Er möchte es unter Gewalt bringen und das mit allen ihm erdenklichen Mitteln, selbst vor Morden schreckt er nicht zurück. Geschickt versteckt er seine Taten vor seiner Umwelt, versinkt aber immer mehr in eine Art Verwahrlosung. Seine so schicke Frau Josephine kümmert sich anscheinend rührend um ihn, doch der Schein trügt. Der neue Kommissar Lunel ist mit der Geschichte eng verwoben, ebenso die Kellnerin Elaine Sabatier, deren Mutter im hohen Alter ermordet aufgefunden wird.
Dies alles spielt im schönen Montmartre-Viertel in Paris. Wer hätte gedacht, dass es dort so gefährlich lebt?
Mich konnte vor allem der ungewöhnliche Schreibstil von Anfang an in den Bann ziehen. Dies ist ganz toll gemacht und lässt einen, sobald man sich eingelesen hat, nicht mehr los. Die Spannung brodelt für mich bis zum Schluss. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Ich würde ihm 4 1/2 Sterne geben. Ich ziehe eine halben Punkt ab, da sich für mich das Genre eher im Bereich Psychothriller befindet und der Begriff Kriminalroman nicht ganz zutreffend ist.
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