Vertonungen des Goethe-Gedichts: Erster Verlust
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
02.03.2012
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
616 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783869436487
Wenn man erstmals die Vertonung eines Gedichts hört, kann es sein, dass sich die
Wahrnehmung vom ursprünglichen Gedicht (ohne Musik) verändert hat. Ein bekanntes
Gedicht mag einem durch die Vertonung dieses Gedichts fremdartig erscheinen (Tschense, S.
9). Zu jedem Gedicht kann man mehrere Vertonungen, d.h. andere musikalische
Kompositionen dazu schreiben. Jede Komposition desselben Gedichts kann die
Wahrnehmung des Gedichts verändern. Der Grund dafür liegt in der Art der Vertonung.
Darunter ist die Instrumentierung, die Melodie und Begleitung, die Harmonie, die gewählte
Rhythmik, das Tempo, etc. gemeint. Die Komposition eines Stücks zu einem Gedicht ist auch
eine Interpretation des Gedichts. Dasselbe Gedicht kann von einem Interpreten oder
Komponisten z.B. als ernst, traurig oder als Ironie betrachtet werden. An dem Text des
Gedichts selber wird nichts geändert, sondern das Umfeld, in das es sich befindet, wird durch
die Musik für das Verständnis des Textes manipuliert und verändert. Es gibt so viele
Möglichkeiten Musik zu einem Gedicht zu schreiben, dass es keine zwei identischen
Vertonungen von verschiedenen Komponisten gibt.
Im 19. Jahrhundert gab es kaum einen Komponisten, der sich nicht an der Vertonung eines
Goethe Gedichts versucht hätte (Tschense, S. 11). Franz Schubert (1797- 1828) war einer der
wichtigsten Komponisten, der Lieder nach Goethe-Gedichten vertont hat. Schubert
bewunderte Goethe, welcher jedoch wenig Interesse für Schubert zeigte (Tschense, S. 11).
Goethe hatte eine bestimmte Liedästhetik bzw. eine bestimmte Liedvorstellung wie die
Vertonungen seiner Gedichte klingen sollte (Tschense, S. 12). Viele Komponisten wussten
nicht wie Goethes Liedästhetik aussah. Johann Friedrich Zelter und Carl Friedrich Reichardt
jedoch waren zwei Komponisten, die in der Literatur als sehr "Goethe-nah" verstanden
werden (Tschense, S. 12, 35, 36). Goethe gefiel Fanny Hensels Auffassung und Vertonung
seiner Gedichte. Er bat sie sogar diverse Gedichte von ihm zu vertonen (MGG, Bnd 11, S.
1535). Diese werden in dieser Arbeit jedoch nicht aufgeführt. In dieser Arbeit werden
Vertonungen von Zelter, Reichardt, Schubert und Mendelssohn behandelt.
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