Raffaelo Santi und die Rolle der Druckgraphik. Der Beginn einer marktorientierten Kunstausrichtung?
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
09.11.2016
Verlag
GRINSeitenzahl
51 (Printausgabe)
Dateigröße
4927 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668337664
Abschließend soll der gewagten These, ob Raffael ein erster Vorgänger Andy Warhols - im Sinne eines professionellen "Kunstproduzenten" - sein könnte, nachgegangen werden. Hierzu sollen Beziehungen und Arbeitsweisen der genannten Personen, sowie deren Rolle am damaligen "Kunstmarkt", nach Methoden sozialhistorischer Gesichtspunkte erörtert, untersucht und unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsgegenstandes aufgezeigt werden.
Der Künstler Raffaello Santi da Urbino (1483-1520), kurz Raffael, gehörte zu den Hauptmeistern der italienischen Hochrenaissance und erlangte noch zu Lebzeiten großen Ruhm und Anerkennung. Eben dieser Ruhm ist nicht ausschließlich auf seine zahlreichen Werke oder seine herausragende Tätigkeit als Hofmaler des Papstes Julius II. zurückzuführen, sondern auch ein Verdienst seiner progressiven Haltung gegenüber der Herstellung und dem Vertrieb von Reproduktionsgraphiken. Als einer der ersten Künstler überhaupt nutzte er das zeitgenössische Medium der Druckgraphik auf äußerst professionelle Weise, um sowohl seine Popularität, als auch seinen Gewinn, zu maximieren, was nicht zuletzt auch in einem unmittelbaren Bezug zueinander stand. Als einer der wenigen kulturschaffenden Persönlichkeiten des Cinquecento erkannte Raffael das große wirtschaftliche Potential dieser Technik, verwendete sie und wurde somit zu einem Vorreiter der modernen Kunstreproduktion, die sich im Verlaufe der nächsten Jahrhunderte stets weiterentwickeln und sogar zu einer eigenen Kunstgattung ausbilden sollte. Diese Graphiken stellte er jedoch nicht selbst her, sondern schloss kooperative Vereinbarungen mit Künstlern die das Medium exzellent beherrschten, was im Jahre 1510 gar in der Gründung einer eigenen Kupferstecherwerkstatt gipfelte. Eine besonders herausragende Stellung nahm dabei Marcantonio Raimondi ein, der sich zu Studienzwecken unter anderem an den Stichen Albrecht Dürers orientierte.
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