Der junge Iho wächst im sozialen Brennpunkt einer Großstadt auf. Jugendkriminalität, Gewalt und Drogen bestimmen in diesem Ghetto den Alltag.
In einem Keller begegnet der ängstliche Junge einer Gruppe verwahrloster Jugendlicher, die sich bei einem Ritual in einen ohnmachtsähnlichen Trancezustand versetzen. Iho, der sich auf das seltsame Ritual einlässt, verliert dabei das Bewusstsein und liegt mehrere Stunden ohnmächtig auf dem kalten Boden des Kellers. Alleingelassen von der Gruppe. Als er zu sich kommt, hat sich etwas verändert. Er hat sich verändert. Er folgt der Stimme in seinem Kopf und beginnt zu morden.
Als Ihos geliebte Mutter an seinem fünfzehnten Geburtstag stirbt, verbringt er noch mehrere Tage mit der Toten in der Wohnung. Der aufkommende Druck der Öffentlichkeit zwingt ihn schließlich, das Viertel zu verlassen. Zu Fuß und ohne Ziel.
Nach Tagen und Nächten der Entbehrungen kommt es durch eine geheimnisvolle Katze zu einer schicksalhaften Begegnung mit einem alten Mann, der allein in einem abgelegenen Waldgebiet wohnt.
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Iho hat es mit Sicherheit nicht einfach. Der Vater schlägt ihn, die größeren Jungs schlagen ihn und der Mutter ist es egal.
Auf der Suche nach sich selbst erlebt er, für manche von uns wohl, unvorstellbare Dinge.
Die Handlung und auch die Handlungsorte sind meist dunkel und düster und lassen einen nicht los. Iho tut einen leid und gleichzeitig kann man ihn nur verachten. Man versteht seine Sehnsucht und auch ein Stück weit warum er so ist oder so geworden ist.
Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Ich konnte es nicht aus der Hand leben und verschlang es an einen Nachmittag. Viele der Handlungen waren grausam, unmoralisch und brutal, aber der Autor schlachtete dies nicht gnadenlos aus und somit kann jeder für sich selbst entscheiden, was er in seinen Kopfkino zulässt.
Fazit: Ein Psychothriller, der unter die Haut geht und einen zum Nachdenken bringt!
Melanie T.
aus Vettweiß
4/5
26.01.2017
Buch (Taschenbuch)
Oliver Peetz's drittes…
Oliver Peetz's drittes "Katzenbuch" - eine Herausforderung. Ich kannte bislang noch keines seiner Bücher, mit Katzentango hat sich das geändert. Es wird als Psychothriller angekündigt, dabei denkt man an Bücher wie Fitzek oder Strobel. Aber hier ist alles ganz anders. Man erfährt in einem Erzählstrang über die Kindheit von IHO, seiner seltsamen aus dem Ruder gelaufenen Liebe zu seiner Mutter sowie seine Flucht nach deren Selbstmord. Andererseits gibt es den düsteren Teil, wo IHO durch ein Ritual mit einer längeren Bewußtlosigkeit anscheinend in eine andere Welt eintaucht. Er wird zum unerkannten Serienmörder. Anders als in anderen Psychothrillern ist man hier aber mit IHO unterwegs, man riecht was er riecht, man sieht was er sieht und man wird mit seinen tiefsten Gefühlen konfrontiert. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven, es zieht einen auf ganz besondere Art in seinen Bann. Ich bin froh, dieses Buch kennen gelernt zu haben.
Bewertung
aus Nittendorf
4/5
13.01.2017
Buch (Taschenbuch)
Der Junge und die Katze
Iho ist ein Junge mit unglücklichen Kindheit - sie Vater arbeitet nicht, trinkt zu viel und er ist ein Choleriker , seine Mutter ist still und ruhig, zu Hause herrschen laute Töne, Schimpfworte und Streit , Iho sucht die Weite..., aber auf die Straßen ist nicht besser, der Junge wohnt in einem Armutviertel wo viel ausländische Familien leben , die Kinder sind oft gewalttätig und das spürt Iho auf eigenem Haut. Er ist ganz normale Junge bis zu einem Tag wenn im Keller er nimmt zusammen mit anderen Kindern an einen Ritual teil - seit dem er hört eine Stimme in seinem Kopf welche sagt ihm was er machen soll und meistens sind das schreckliche Sachen...
Die Geschichte ist sehr dunkel und düster das ganze drückt , aber in eine guten Thriller , nach meine Meinung , soll so sein, ich als Leser soll erschüttert sein und das ist hier der Autor gelungen.
Der Protagonist und seine Taten sind gut dargestellt , Oliver Petz hat eine Sprache gewählt welche bringt alles auf den Punkt aber ist nicht besonders brutal oder abschreckend. Die Personen haben ein genaues Riss und Charakter und die Katze ist wunderschön.
Der Schreibstil ist einfach, das lesen ist angenehm , die Kapiteln sind nicht zu lang was mir hat erlaubt der Inhalt zu "verdauen ".
books and phobia
aus Halle
3/5
12.11.2017
Buch (Taschenbuch)
Das Leben des Iho
Dieses Buch erhielt ich im Rahmen einer Buchverlosung bei Lovelybooks. Da ich eine eingefleischte Thriller-Liebhaberin bin, sprach mich dieses Buch natürlich sofort an.
Gerade Psychothriller sind für mich etwas besonderes, da sie einen meist noch emotionaler ergreifen als andere Bücher. Ich hatte schon Bücher die mich nervlich völlig fertig machten, da die Handlungen und Charaktere einen schon fast Angst einjagten.
Wie es mir mit diesem Psychothriller ging? Ich verstand die Hauptperson ein wenig. Zum Glück nur ein wenig. Aber dazu jetzt mehr.
Der Einstieg in die Geschichte, erinnerte mich sehr an den Ort, an dem ich aufwuchs. Einen sozialen Brennpunkt, wie man es so schön sagen würde. Überall Plattenbauten, Gewalt und eine hohe Arbeitslosenquote spielten in diesen Bereichen eine große Rolle, welche der Autor gekonnt in Szene gesetzt hatte.
Im Ganzen geht es um Iho, welcher an so einem Ort aufwuchs und dabei dessen Grauen erfuhr. Ein Einzelgänger ohne Anschluss an Gleichaltrige und ohne geregelten Elternhaus. Eine Geschichte die wahrscheinlich viele Kinder in ganz Deutschland täglich erfahren.
Da es sich hier um einen Psychothriller handelte, erfuhr man natürlich nicht, wie Iho´s Leben geworden wäre, wenn er sich aus dieser Welt herausgekämpft hätte. Nein, wir erleben, wie seine Psyche diesen Druck nicht mehr standhielt, zerbrach und schließlich das aus ihm machte, was wir schließlich zu lesen bekamen.
Das Wichtigste für einen guten Psychothriller ist, meiner Meinung nach, die Schreibweise. Man soll vom Text gefesselt werden und dabei gebannt die Geschichte weiter verfolgen, die einem hin und wieder dazu veranlasst den Atem anzuhalten.
Gerade am Anfang wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zu sehr wollte ich erfahren, wie sich Iho in dieser, mir bekannten, Welt zurecht fand und wie er sie erlebte. Ich brannte förmlich darauf mehr über ihn und sein Umfeld zu erfahren, wurde aber meist mit kurzen Beschreibungen abgespeist.
Was zu Anfang noch für eine Menge Spannung sorgte, lies im Laufe des Buches immer mehr nach. Die stupiden Morde sprachen mich kaum an und erweckten in mir auch keine Furcht. Teilweise verstand ich sie nicht einmal. Oder war das vielleicht der Sinn?
Gerade im Momenten in den Iho einen Rausch erlebte, wechselte der Schreibstil von ganzen Sätzen zu teilweise vereinzelten Worten, welche beschreiben sollten was gerade in seinem Kopf vorging. Auch hier eckte ich ab und an, da man diese Momente viel feiner hätte ausdrücken müssen. Den Rausch stetig mit Tango zu zertieren, nahm ihm einfach seine Wirkung. Natürlich verstand ich, das man den Titel des Buches mit der Geschichte verbinden wollte, aber dies hätte man vielleicht auch anders bewältigen können.
Die 216 Seiten lasen sich im Übrigen sehr flott, da man trotz allem eine sehr leichte Schreibweise benutzte. Fremdworte kamen kaum vor und sorgten dafür das kein Begriff einzeln erklärt werden musste.
Wie schon weiter oben beschrieben, handelte das Buch ausschließlich von Iho, welcher eigentlich Ignaz-Horst-Otto hieß. Schon die Wahl seines Namens sorgte für die ersten Spannungen in seiner Familie, weshalb er sich diese Abkürzung ausdachte.
Iho ist ein Einzelgänger. Dies aber ungewollt. Doch der Einstieg in die im Bezirk lebenden Gangs ist nicht gerade leicht. Sein Umfeld ist geprägt von Gewalt, Alkohol und sozialen Konflikten, welche aber anfangs stark an ihm abprallen. Erst im Laufe der Geschichte brach seine Wand und erschuf einen jungen Mann der sein Verhalten nicht mehr wirklich unter Kontrolle hatte.
Schon bei der Beschreibung seiner Eltern lief es mir kalt den Rücken herab, da ich mir ein solches Umfeld für kein Kind wünschen würde. Gewalt und Alkohol, spielten eine große Rolle, aber auch der Hass auf fremde Kulturen. Etwas klischeehaft war hier nur die Beschreibung der Mutter welche das Leben ihres Mannes einfach akzeptierte.
Außer ein paar älteren Jungen, einem blinden Mann und den Opfern seiner Taten lernte man keine weiteren Personen kennen. Gerade die Wahl von Iho´s Opfern, hätte ich mir hierbei besser erklärt gewünscht.
Natürlich wollte man das Cover möglichst düster gestalten, aber ich hätte es doch schöner gefunden, wenn eine weiße Katze, wie im Buch beschrieben, das Cover geziert hätte.
Die Schrift des Buchtitels sagte mir sehr zu, da sie auffällig war, aber es dabei nicht übertrieb. Trotzdem hätte ich eine andere Verteilung der einzelnen Elemente gewählt, da gerade der untere Bereich zu leer erschien.
Die Rückseite des Buches zierte allein die Katze, was ich vielleicht auch für das vordere Cover gewählt hätte. Die Kurzbeschreibung un die Zusammenfassung auf der Rückseite verrieten mir leider schon viel zu viel, weshalb man sich stellenweise schon denken konnte was alles passieren würde. Man verlor somit den Überraschungseffekt.
Ein Psychothriller mit sozialen und aktuellen Themen und dem Weg eines Jungen, der aus seiner Welt ausbricht. Spannend aber mit Ecken und Kanten.
Bewertung
5/5
13.01.2017
eBook (ePUB)
Schockierend ... gut geschrieben
Worum es in diesem Buch geht, kann man dem Klappentext entnehmen, sowie der Inhaltsangabe hier bei Thalia. :)
Meine Meinung:
Verstörend. Abgründig. Dunkel. Seelenschmerz. Aufwühlend. Hoffnungslosigkeit. Hoffnung.
Das sind die Worte, die bei mir hängen bleiben werden, nachdem ich dieses Buch gelesen habe.
Die Geschichte von Iho, der in einem sozialen Brennpunkt heranwächst und sich seinem Schicksal beugt. Er beugt sich auf seine eigene Art und Weise und es ist erschreckend, wieviel Gefühl es in mir ausgelöst hat.
Katzentango ist auch mit dem selben Gefühl geschrieben worden ... und es gehört mehr dazu, als nur eine Fantasie, ein solches Buch zu schreiben.
Ich kenne Oliver nicht ... aber ich kenne mich.
Dieses Buch ist kein Katzenschmusebuch, im Gegenteil, es ist entsetzlich.
Entsetzlich realistische Gedankengänge eines Jugendlichen, die nur wirklich verstanden werden können von Menschen, die nicht auf der Sonnenseite herangewachsen sind.
Dieses Buch ist wichtig.
Wichtig um zu begreifen ... wichtig um Vorurteile zu verbannen.
Ich bin mir zwar nicht sicher, ob diese Geschichte wirklich jeden in seinen Tiefen erreicht, ich hoffe es aber.
Ich hoffe auf ein Wachrütteln eines Jeden ... ob er sich nun Betroffen fühlt oder nicht.
Ich hoffe auf eine Wirkung, nicht unbedingt die Wirkung, die es auf mich hatte, nein das hoffe ich ganz sicher nicht, es würde etwas voraussetzen ... ich hoffe auf Verständnis, auf Hinsehen und auf Begreifen, wenn man jemanden begegnet, dem es nicht so gut geht wie Millionen anderen ... auf Handeln ...
Naja ... die Hoffnung stirbt zum Schluss.
Sorry, es ist eine etwas sehr eigenwillige Rezi, aber eben auch ... mein eigen.
Und auch die kann nicht jeder verstehen ... und das ist vollkommen OK.
Danke Oliver, für dieses Buch.
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