Luhmann und der Konstruktivismus
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
10.06.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
126 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638282253
Francisco Varela mit ihrem Modell autopoietischer Systeme den Startpunkt einer
interdisziplinären Theorieentwicklung, die heute unter dem Namen Konstruktivisÿmus
oder auch radikaler Konstruktivismus bekannt ist. Die Theorievorschläge
Maturanas und Varelas hatten eine immens breite Wirkung in vielen
unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Vorallem innerhalb von
Philosophie, Neurophysioloÿgie, Biologie, Psychatrie, Psychotherapie und
Soziologie wurden sie diskutiert und weiterentwickelt (vgl. Kneer/Nassehi, 1997,
S.55).
Dabei ist der Konstruktivismus weit davon entfernt eine einheitliche Theorie zu sein.
Er ist vielmehr ein Oberbegriff über eine Vielzahl verschiedener Ansätze, die sich
aber alle in der Grundannahme einig sind, daß Erkenntnis als Konstruktionsprozess
zu verstehen ist, und die Wirklichkeit das Produkt dieses Prozesses ist. D.h. die
Wirklichkeit wird nicht gefunden, sondern sie wird vom Beobachter operativ erÿzeugt.
Deutlicher ausgedrückt bedeutet dies: "Die Umwelt, die wir wahrnehmen, ist
unsere Erfindung" (Foerster, 1997, S. 26), ist "Erfahrungswirklichkeit" (Schmidt,
1987, S. 18).
Damit ist aber nicht gemeint, wie oft fälschlicherweise unterstellt wird, der
Konstruktivismus leugne die Existenz einer Außenwelt. Eben gerade nicht solipsiÿstisch,
ist für den Konstruktivismus die Außenwelt unverzichtbar; jedoch verneint
er die Möglichkeit, eine objektive Erkenntnis über sie erlangen zu können.
Wie diese Sichtweise begründet wird, obgleich uns allen das, was uns unsere Sinne
liefern so unmittelbar erscheint, soll in kurzer Zusammenfassung Inhalt des zweiten
Kapitels dieser Hausarbeit sein.
Im dritten Kapitel möchte ich dann zur Theorie psychischer und sozialer Systeme
von Niklas Luhmann übergehen.
Dieser, unter dem Label Systemtheorie bekanntgewordene, soziologische
Theoretiker gehörte ebenfalls zu denen, die, die aus der Biologie kommenden
konstruktivistiÿschen Thesen begierig aufgriffen und damit ihren Theorien einen
neuen, tieferen Geÿhalt gaben.
Bei Luhmann spricht man in Bezug auf diesen Paradigmenwechsel sogar von der
sog. "autopoietischen Wende", die sich zuerst in seinem 1984 erschienen Buch
"Soziale Systeme" manifestierte.
Ziel dieser Arbeit soll schließlich sein, darzustellen, wo und wie Luhmann
konstruktivistische Sichtweisen vertritt und wo es Weiterentwicklungen und/oder
Differenzen zum konstruktivistischen mainstream gibt.
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