Nonsense versus Tiefsinn? Ein interkultureller Vergleich der Fernsehsketche von Loriot und Monty Python Über den deutschen und englischen Humor
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
26.12.2002
Verlag
GRINSeitenzahl
67 (Printausgabe)
Dateigröße
2427 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638160445
Die Arbeit basiert auf H.-D. Gelferts Konzept von historischen Entwicklungslinien der beiden Humorarten und seinem kulturgeschichtlichen Erklärungsmodell. Von diesem Ansatz ausgehend werden acht legendäre TV-Sketche des deutschen Humoristen Loriot und der englischen Komikergruppe Monty Python verglichen. Sie werden als Repräsentanten der jeweiligen Komik betrachtet, denn sie sind noch heute beliebte Klassiker und in das kollektive Bewusstsein ihrer Kultur eingegangen.
Im zentralen Kapitel werden die grundlegenden Thesen für die Verschiedenheit des deutschen und englischen Humors aufgestellt und beispielhaft illustriert. Als grundlegende Merkmale des deutschen Humors gelten das Bestreben, Harmonie und "Gemütlichkeit" herzustellen sowie den Staat implizit zu verteidigen oder - im Gegenteil - ihn von oben herab zu verspotten. Der englische Humor dagegen ist böse, sadistisch, anarchisch, respektlos und stellt sich mit seinem Spott nicht über die Herrschenden, die er verspottet. Es dominiert die Selbstironie.
Einer der Gründe für diese Eigenschaften ist ein unterschiedliches staatsbürgerliches Verständnis. Deutsche lebten über Jahrhunderte in undemokratischen Strukturen. Ein Ausweg der deutschen Intellektuellen war die Flucht in philosophische Spekulationen und Idealvorstellungen vom Staat als moralische Instanz.
Der englische Humor dagegen entwickelte sich in einer Gesellschaft, die früh demokratische Strukturen kannte und ein bürgerliches Selbstbewusstsein entwickelte. Darum war diese Öffentlichkeit nicht darauf angewiesen, zersetzenden Spott zu missbilligen. Gerade weil es gesicherte und allgemein akzeptierte Normen gab, konnte man es sich leisten, schwarz, makaber und böse zu sein. Man kann also den englischen Humor also als Ausdruck einer egalitären, demokratischen Gesellschaft deuten, den deutschen Humor als Ausdruck einer Gesellschaft, die sich ihrer politischen und kulturellen Identität ungewiss ist.
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