Die Gedankenwelt des Francisco J. Varela Konstruktivismus
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Sprache:Deutsch
15,99 €
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
11.09.2012
Verlag
GRINSeitenzahl
26 (Printausgabe)
Dateigröße
425 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783656270379
"Wahr ist, was funktioniert" (Pörksen & Varela, 2008, S. 112).
Dieser zunächst sehr banal und reduziert wirkende Satz des Chilenen Francisco J. Varela
wird den komplexen Theorien und der Gedankenwelt des Kognitionswissenschaftlers und
Neurobiologen wohl kaum gerecht. Doch vielleicht ist es gerade die Intention von
Bernhard Pörksen, der Varela ein Kapitel des Buches "Gewissheit der Ungewissheit -
Gespräche zum Konstruktivismus" widmete und den Wissenschaftler persönlich zu seinen
Ansichten interviewte, diesen Satz als Aufhänger des Kapitels zu wählen, um die
entstehende Paradoxie zu unterstreichen. Eine Paradoxie von scheinbar herkömmlichen
und logischen Aussagen, hinter denen bei genauerer Betrachtung eine ganze Menge mehr
steckt und die den Leser zum Nachdenken anregen.
Denn Francisco J. Varela widerspricht einigen, bisher als erwiesen gegoltenen Theorien,
lehnt einige Theorien völlig ab, bedient sich dann doch an einzelnen Ansätzen, um sie dann
wieder miteinander zu vereinen. Da gibt es z.B. auf einmal keine Trennung mehr zwischen
Subjekt und Objekt, Wahrheit ist schlicht und einfach, wenn man einen Weg gefunden
hat, zu überleben, Kognitionswissenschaftler sollen die buddhistische Mediation in ihre
Erkenntnisse einfließen lassen und ein Realist ist naiv, da er die innere Welt bei der
Betrachtung der äußeren völlig ausblendet. Varela begründet seinen ständigen Drang nach
ungewöhnlichen Verbindungen und die Ablehnung der traditionellen wissenschaftlichen
Praxis mit seinem Gefühl der fehlenden Zugehörigkeit und Fremdheit - insbesondere
während der Ausbildung in einem fremden Land, die eine "Plattform für neue
Entdeckungen und für Wahrnehmungen [bietet], die zuerst fremdartig erscheinen mögen"
(Pörksen & Varela, 2008, S. 124). Ein weiterer Grund für die starke Interdisziplinarität
seiner Ansätze stellt jedoch sicherlich sein Interesse dar, als studierter Biologe über die
Fachgrenzen hinaus in den Bereichen der Philosophie und Kognitionswissenschaft zu
forschen.
Die zunächst bruchstückhaft erscheinenden Teile der Erkenntnis setzen sich im Laufe der
Zeit allerdings zu einem Ganzen zusammen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist, im ersten Teil
die zentralen Gedanken des Wissenschaftlers darzulegen sowie die Verbindung dieser
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aufzuzeigen, ehe im zweiten Teil ein Transfer in den Bildungskontext erfolgt. Welche
Implikationen ergeben sich für die Lehr-/Lernumgebung in der Schule?
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