Über die ethische Legitimation von Affenversuchen Sollen die Bremer Affenversuche weitergeführt werden oder müssen sie aus ethischen Gründen eingestellt werden?
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
31.01.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
12 (Printausgabe)
Dateigröße
105 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640814442
Universität Bremen, kurz ZKW, fortlaufend Tierversuche an gut zwei Dutzend Makaken
durch. Während der Versuchsphasen müssen die Tieraffen stundenlang in derselben Position
verharren[...]wobei auch ihr Kopf fixiert ist. Um die
Aktivität der Nervenzellen [..] messen zu können, ist das Gehirn der
Tiere mit feinen Elektroden verbunden, hierzu wurde den Affen unter Narkose eine winzige
Öffnung in die Schädeldecke gebohrt. Damit die Makaken während der Experimente
kooperieren, lässt man sie in der vorangehenden Nacht und am Morgen vor den Versuchen
dursten. Der im Nachhinein verabreichte Saft stellt für sie einen Anreiz dar und ist zugleich
Belohnung. Fünf bis 10 Jahre müssen die Primaten die Experimente über sich ergehen lassen,
anschließend werden sie eingeschläfert.1
Ziel der Hirnforschung an den Affen ist ein besseres Verständnis, wie Wahrnehmung,
Aufmerksamkeit und Gedächtnis funktionieren. Durch die Makakenversuche erhofft man
sich, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, die dazu dienen könnten, menschliches
Leid zu verhindern oder zumindest zu verringern. So glaubt Andreas Kreiter, Neurobiologe
und leitender Forscher am ZKW, dass seine Tierversuche beispielsweise zu wichtigen
Erkenntnissen im Bezug auf die Behandlung von Epilepsiepatienten führen könnten.2
Tierschützer fordern seit langem das Ende seiner Versuche, da sie eine zu große Belastung für
die Tiere unterstellen, außerdem erschließt sich ihnen der Zweck der Experimente nicht in
aller Deutlichkeit. Die Forscher hingegen berufen sich auf die Freiheit der Wissenschaft, die
man nicht einfach ohne zwingenden Grund untergraben könne, die ja schließlich den
medizinischen Fortschritt gewährleiste.
Ich mache es mir im Folgenden zur Aufgabe, eine Stellungnahme für oder gegen die
Weiterführung der Bremer Makakenversuche auszuarbeiten. Um eine schlüssige Position
vertreten zu können, werde ich meiner Arbeit die ethischen Konzeptionen von Peter Singer
und Norbert Hoerster zugrunde legen, sie gegeneinander abwägen und mein Urteil auf ihrer
Basis fällen. Besonderes Gewicht soll dabei folgender Frage zukommen, anhand derer ich
beurteilen möchte, welcher der o.g. Philosophen, durch seine ethische Konzeption, die
überzeugenderen Antworten liefert:
Darf man Tierversuche dann durchführen, wenn der Vorteil, der dem Menschen durch sie
entsteht, größer ist, als das Leiden der Tiere, das durch die Experimente verursacht wird?
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