"Em futebol, o pior cego é o que só vê a bola." - "Beim Fußball ist der größte Blinde der, der nur den Ball sieht." Fußballinszenierungen in der brasilianischen Literatur am Beispiel der Theaterstücke "A falecida" von Nelson Rodrigues und "Chapetuba Futebol Clube" von Oduvaldo Vianna Filho
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
11.05.2011
Verlag
GRINSeitenzahl
138 (Printausgabe)
Dateigröße
6443 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640911998
diesem Grund sehen viele Beobachter in der Industrialisierung den
entscheidenden Faktor für die erstaunliche Bekanntheit und Beliebtheit des Fußballs. Aber auch diese Erklärung scheint nur eine von vielen Möglichkeiten zu sein und es bedarf einer genaueren Betrachtung, um das Phänomen Fußball erklären zu können.
In großen Teilen der Bevölkerung immer noch als Sport des
Arbeiterproletariats verschrien, bekennen sich heute auch Intellektuelle öffentlich zum Fußball und längst wird der Fußballer nicht mehr als einfacher Tölpel abgestempelt. Die immer umfangreicher werdende Fachliteratur über den Fußballsport ist ein Indiz für diese Tendenz. Selbst der ehemalige Professor für Rhetorik an der Universität Tübingen, Walter Jens, macht aus seiner
Fußballbegeisterung kein Geheimnis und schreibt 1974:
»Wenn ich den letzten Goethe-Vers vergessen habe, werde ich den
Eimsbütteler Sturm noch aufzählen können« (Jens 2009: 57).
Es genügt nicht, den Fußball als einen Sport unter vielen zu sehen, Fußball ist mehr als das. Er ist zum Instrument der Politik geworden, zum Bindeglied
unterschiedlicher Gesellschaftsschichten und Nationen. Durch seine kommerzielle Vermarktung und die damit verbundenen, scheinbar ins Unendliche ansteigenden Gehälter für Spieler, Trainer und Manager bietet er den Ärmsten der Armen die Möglichkeit, in den Kreis der Millionäre aufzusteigen. Andere wiederum sehen in ihm eine Ersatzreligion, in der das Stadion zum Tempel und die Spieler zu
Göttern werden können.
Die Ästhetik des Sports, aber vor allem seine weitreichenden Einflüsse in diverse Lebensbereiche der Gesellschaft machen den Fußballsport nicht nur für Sport- und Medienwissenschaftler, sondern auch für Psychologen, Literaturwissenschaftler und Soziologen interessant.
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